Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview31.07.2023

Sachsen-Anhalt will strategisch aufforsten und auf klimaresistente Arten setzen

Warum der Wald schnelle und umfangreiche Hilfen braucht

Sven Schulze - Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt Quelle: Rayk Weber Sven Schulze Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Landesregierung Sachsen-Anhalt
INITIATORIN DIESER FACHDEBATTE
Dipl.- Journ. Nikola Marquardt
Founder & Herausgeberin
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

"Der Wald in Sachsen-Anhalt leidet weiterhin unter den Nachwirkungen der Extremwetterjahre 2018 bis 2020", betont Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU). Sein Haus unterstützt die Forstwirtschaft vielfäfltig.





Nach dem aktuellen Waldzustandsbericht sind vier von fünf Bäumen bundesweit krank. Wie geht es dem Wald in Ihrem Bundesland?
Die Lage bleibt ernst. Der Wald in Sachsen-Anhalt leidet weiterhin unter den Nachwirkungen der Extremwetterjahre 2018 bis 2020. Stürme, Schädlinge wie der Borkenkäfer sowie ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden haben unserem Wald in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Sorgen bereitet mir, dass die aktuellen Schadensumfänge für unser Bundesland ein historisches Ausmaß angenommen haben. Davon konnte ich mir auf mehreren Vor-Ort-Terminen wie etwa Baumpflanzaktionen oder Vor-Ort-Bereisungen persönlich ein Bild machen.

Ich bin im Harz groß geworden, der Harz ist meine Heimat und es liegt mir sehr am Herzen, dass wir alles tun, um den Harzwald bei der Regeneration zu unterstützen. Nicht nur mich, auch die Menschen vor Ort treibt der aktuelle Zustand mit Sorge um.

JETZT HERUNTERLADEN

DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

DIE DOKUMENTATION ENTHÄLT

alle Debattenbeiträge ungekürzt im Original
Übersicht aller aktiven Debattenteilnehmer
Summary für Ihr Top-Management
MEHR ERFAHREN


Der Wald steht insbesondere durch den Klima-Wandel unter Druck und ist zugleich ein wichtiger Faktor im Kampf um die Begrenzung der Erderwärmung - wie unterstützen Sie die hiesige Forstwirtschaft bei den entsprechenden Herausforderungen?
Unsere Wälder sind echte Alleskönner: Sie tragen als CO2-Speicher sowie Lärm- und Staubfilter ganz wesentlich zum Klimaschutz bei, bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, schützen das Grundwasser und vor Bodenerosion, sorgen für den nachwachsenden Rohstoff Holz und ermöglichen gesunde Erholung im Grünen. Um diese natürlichen Ressourcen zu erhalten, müssen wir unseren Wald an den Klimawandel anpassen. Dafür braucht es schnelle und umfangreiche Hilfen von Bund und Land, insbesondere für den standortgerechten Waldumbau hin zu Mischbeständen, die mit Blick auf Klimawandel und Schädlingsbefall deutlich resistenter sind.

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Forstwirtschaft in punkto Regeneration der Wälder u. a mit folgenden Maßnahmen.:
-        steuerliche Erleichterungen für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer.
-        Aufarbeitung und Vermarktung des Holzes
-        beim Ausbau und der grundhaften Instandsetzung der Waldwege, zum Beispiel nach der Beräumung des Schadholzes.
-        Die Populationsentwicklung bedeutender Schaderreger wird durch das Landeszentrum Wald in enger Zusammenarbeit mit der NW FVA (Nordwestdeutsche-Forstliche Versuchsanstalt) in Göttingen überwacht.
-        Mit den Vertretern der für Sachsen-Anhalt relevanten Forstsamen- und Forstpflanzenbetrieben finden Beratungen zur nachhaltigen Versorgung von identitäts- und herkunftsgesicherten Vermehrungsgut, insbesondere zur Bewältigung der Sturm-, Dürre- und Waldbrandschäden statt.
-        Des Weiteren wurde gemeinsam ein erstes Forschungsprojekt zur Überarbeitung der regionalen Waldbauplanung mit der NW FVA initiiert.

Wissenschaftler wollen den Wald mit digitaler Sensorik resilienter machen – wie kann moderne Technik dem Wald aus Ihrer Sicht helfen?
Mit moderner Technik können unsere Forstverwaltungen, Waldeigentümer und örtliche Bewirtschafter zum Beispiel bei der Bekämpfung von Schäden in den Wäldern und beim Waldumbau unterstützt werden. Mit Satelliten und drohnengestützter Fernerkundung können Kalamitätsereignisse und deren Entwicklung großflächig und zügig erfasst und ausgewertet werden. Die dazugehörigen GPS-Daten ermöglichen eine schnelle Bekämpfung von Schadursachen vor Ort. Außerdem helfen uns die Drohnen bei der Bewirtschaftung der Wälder sehr. Wir setzen sie auch für die Wiederbewaldung von Kalamitätsflächen ein – mit Hilfe von Drohnen können zum Beispiel Baumsamen großflächig ausgebracht werden.
Auch im Ernstfall sind Drohnen für uns eine große Hilfe – sie helfen uns bei der Erkennung von Glutnestern nach Waldbränden. In Sachsen-Anhalt nutzen wir zudem schon lange das Waldbrandfrüherkennungssystems „FireWatch“. Damit werden Waldbrände mittels moderner Sensorik frühzeitig erkannt und können schneller bekämpft werden.

Unser Ziel ist, unseren Wald für die Zukunft wieder fit zu machen. Das wollen wir erreichen, indem wir strategisch aufforsten und auf klimaresistente Arten setzen. Moderne Technik ist dabei ist dabei unerlässlich.

■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Daniel Klein
Forstwissenschaftler und Ansprechpartner für die Wald- und Forstwirtschaft
Esri Deutschland GmbH

Dr. Daniel Klein - Forstwissenschaftler und Ansprechpartner für die Wald- und Forstwirtschaft bei der Esri Deutschland GmbH
Wald | Forst

Die Forstwirtschaft als innovative Branche

Wie moderne Technik dem Wald hilft

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Daniel Klein
Forstwissenschaftler und Ansprechpartner für die Wald- und Forstwirtschaft
Esri Deutschland GmbH

WERBUNG

EMPFEHLUNGEN FÜR ENTSCHEIDER

EIN DEBATTENBEITRAG VON
DI Bernhard Budil
Generalsekretär
Land&Forst Betriebe Österreich

DI Bernhard Budil - Generalsekretär, Land&Forst Betriebe Österreich
Wald | Forst

Über den Wald im Einklang zwischen ■ ■ ■

Mit welchen Herausforderungen Waldbesitzer in ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
DI Bernhard Budil
Generalsekretär
Land&Forst Betriebe Österreich

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Petra Berg
Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz
Landesregierung Saarland

Petra Berg - Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz, Saarland
Wald | Forst

Welche Bäume im Saarland derzeit die ■ ■ ■

Und wie das Saarland den Umbau zu einem ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Petra Berg
Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz
Landesregierung Saarland

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.