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Interview12.10.2023

Die Forstwirtschaft als innovative Branche

Wie moderne Technik dem Wald hilft

Dr. Daniel Klein - Forstwissenschaftler und Ansprechpartner für die Wald- und Forstwirtschaft bei der Esri Deutschland GmbH Quelle: Esri Dr. Daniel Klein Forstwissenschaftler und Ansprechpartner für die Wald- und Forstwirtschaft Esri Deutschland GmbH
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Dipl.- Journ. Nikola Marquardt
Founder & Herausgeberin
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"Unsere Wälder stehen zunehmend unter dem Einfluss des Klimawandels", konstatiert Forstwissenschaftler Dr. Daniel Klein von der Esri Deutschland GmbH. Sein Unternehmen distributiert die Lösungen des US-amerikanischen Softwareherstellers Esri, der bekannt ist für seine Geoinformationssysteme.





Der Wald steht insbesondere durch den Klima-Wandel unter Druck und ist zugleich ein wichtiger Faktor im Kampf um die Begrenzung der Erderwärmung - wie unterstützen Sie die hiesige Forstwirtschaft bei den entsprechenden Herausforderungen?
Unsere Wälder stehen zunehmend unter dem Einfluss des Klimawandels. Extremereignisse wie Trockenperioden oder Windwurfereignisse treten verstärkt auf und haben enorme Auswirkungen auf die Bewirtschaftung unserer Wälder. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen an unsere Wälder stetig. Sie sind Ort für Erholung, sie speichern und filtern Wasser, sind wichtig für die Regulierung von Bodenerosion, dienen der Erhaltung von Biodiversität und sind nicht zuletzt wichtiger Lieferant unseres Rohstoffes Holz. Diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach für unsere Förster und Waldbesitzer, die in ihrer täglichen Arbeit dafür sorgen müssen, dass unsere Wälder all diese Funktionen auch weiter erfüllen.

Hier setzt Esri an und unterstützt mit digitalen Lösungen in Form von Geografischen Informationssystemen (GIS). Die Einsatzmöglichkeiten unseres Portfolios sind vielfältig und reichen von einfach zu bedienenden mobilen Apps bis hin zu sehr spezifischen Anwendungen, beispielsweise aus der Fernerkundung. Besonders in der Forstwirtschaft hat der Einsatz von GIS eine lange Tradition, da die meisten operativen Prozesse in der Forstwirtschaft einen klaren räumlichen Bezug haben. Wir unterstützen mit unserer Software alle wesentlichen forstlichen Prozesse von der Begründung eines Bestandes über die Holznutzung bis hin zum Transport des Holzes zur Weiterverarbeitung.   

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Wie bewerten Sie ganz allgemein die Implementierung neuer Technologien in der Forstwirtschaft. Gehört die Branche hier eher zu den innovativen Branchen oder ist sie eher zurückhaltend in Sachen Digitalisierung?
Ich persönlich halte die Forstwirtschaft für eine sehr innovative Branche. Besonders in den Forstverwaltungen und Forstbetrieben der Länder ist die Digitalisierung längst angekommen. Wir begleiten die meisten Forstverwaltungen in Deutschland schon seit vielen Jahren mit unserer Software. Unseren Försterinnen und Förstern ist klar, dass digitale Lösungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder unverzichtbar sind. Der Förster benötigt bei seiner täglichen Arbeit alle wichtigen Informationen zu seinen Beständen immer griffbereit und hochaktuell. Das geht nur mit intelligenten digitalen Lösungen, sei es auf dem Laptop, Tablet oder Smartphone.

Besonders rasant hat sich in den letzten Jahren sicherlich die Nutzung von mobilen Anwendungen im Wald entwickelt, die offline genutzt werden können. Es entstehen dahingehend ständig neue Ideen. Wichtig ist hierbei immer mehr das gemeinsame Arbeiten auf gleichen Datensätzen, teilweise in Echtzeit, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Gekapselte Insel-Lösungen werden so zumindest bei den Landesforstverwaltungen nach und nach durch Unternehmenslösungen abgelöst.  

Holz ist auch ein nachhaltiger Rohstoff. Welche Rolle kann der Wald für die wirtschaftliche Transformation spielen?
Holz war und ist ein wichtiger Rohstoff für unsere Wirtschaft und bleibt weiter unverzichtbar. Die Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf den Natur- und Artenschutz, nehmen stetig zu. Diesem Spagat müssen wir uns zukünftig stellen – eine weiterhin gute Versorgung mit heimischem Holz bei gleichzeitiger Einhaltung ökologischer Anforderungen an den Wald.

Hier helfen digitale Lösungen. So kann mit GIS beispielweise genau erfasst und ausgewertet werden, welche Flächen wie genutzt werden. Welche Flächen sind von einer Nutzung ausgenommen? Wo können neue Waldflächen entstehen? Welche Flächen liefern wie viel Holz? Welche Flächen sind besonders waldbrandgefährdet? Bei der Beantwortung dieser und anderer wichtiger Fragen unterstützen Geografische Informationssysteme enorm.  

Wissenschaftler wollen den Wald mit digitaler Sensorik resilienter machen - wie kann moderne Technik dem Wald aus Ihrer Sicht helfen?
Ich denke, man darf nicht nur die vielen kleinen Einzelprojekte sehen, die seit Jahren entstehen. Zum Beispiel zur Waldbrandprävention oder zum Waldmonitoring. Vielmehr ist ein ganzheitlicher Denkansatz wichtig. Heute ist der Begriff des Digitalen Zwillings vielfach zitiert. Dieser ist auch für die Forstwirtschaft von herausragender Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um eine digitale Abbildung unserer Bestände in 3D-Modellen, sondern um ein umfassendes System, das alle Informationen und Prozesse über den gesamten Lebenszyklus eines Baumes bzw. Waldbestandes erfasst und analysiert. Das ist besonders bei Wäldern aufgrund ihrer langen Lebenszyklen für deren Management essenziell. Hervorzuheben ist natürlich auch die Bedeutung von Satellitendaten oder Daten aus Befliegungen und Drohneneinsätzen. Hieraus lassen sich heutzutage wertvolle Erkenntnisse gewinnen und gut in Geografische Informationssysteme integrieren. Diese helfen beispielsweise bei der Forsteinrichtung oder der Waldinventur. Erste groß angelegte Projekte dazu laufen bereits in einzelnen Forstverwaltungen.

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