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Über gute Verkehrsanbindungen und die Herausforderungen von mehr Spontanität

Wie sich Thüringen auf neue Reisetrends einstellt

Christoph Gösel - Geschäftsführer der Thüringer Tourismus GmbH Quelle: Jacob Schröter Christoph Gösel Geschäftsführer Thüringer Tourismus GmbH 12.04.2023
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Die Zentralität des Landes Thüringen ist immens", konstatiert Christoph Gösel von der Thüringer Tourismus GmbH. Schnelle Züge bringen viele Gäste in den Freistaat. Viele Veranstaltungen locken Besucher - und die kommen oft spontan und ohne Reservierung.







Das Reiseverhalten normalisiert sich nach der Pandemie, dabei liegen Inlandsreisen besonders im Trend. Wie ist Ihre Region auf diesen eingestellt?
Thüringen ist auf das gestiegene Interesse an Inlandsreisen gut eingestellt. Nach den Jahren der Pandemie sind viele Leistungsanbieter im Thüringer Wald durch die WM in Oberhof zu alter Leistungsfähigkeit zurückgekehrt. In den Städten ist dieser Trend schon im starken Jahr 2022 wieder spürbar gewesen. Mit der Wiederaufnahme kultureller Events und von Weihnachtsmärkten ist der Tourismus in Thüringen seit November auf einem hohen Niveau. Durch die gute Vernetzung zwischen den Städten und ländlichen Regionen können wir auch zukünftig schnell reagieren.

Unser prall gefüllter Veranstaltungskalender lockt auch 2023 die Gäste aus ganz Deutschland in die Mitte des Landes, wo wir sie in allen Regionen herzlich empfangen.

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Individualreisen scheinen gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Was bedeutet das für Ihre Region?
Die Zentralität des Landes Thüringen ist immens. Nur 1:48 h Bahnfahrt von Berlin entfernt liegt Erfurt. Beim Weihnachtsmarkt 2022 in Erfurt hatten wir annährend die Gästezahlen der vorpandemischen Jahre und kaum einen Reisebus. Wir können also den Trend bestätigen und stellen damit ein verändertes Nachfrageverhalten z.B. nach Stadtführungen fest. Die täglichen Angebote werden seit mehr als einem Jahr oftmals spontan und ohne Reservierung genutzt. Damit ist die Last beim Leistungsanbieter, welcher seine Angebote vorhält, aber bis zuletzt unsicher bezüglich des Absatzes der Leistung ist. Bezogen auf den Bereich der Stadtführungen haben sich die Städte darauf eingestellt, indem das Angebot angepasst oder aufgestockt wurde, um der spontanen Nachfrage gerecht zu werden. Im Bereich der privatfinanzierten Veranstaltungen kommt es jedoch immer noch regelmäßig zu Absagen auf Grund fehlender Gruppenvorbuchungen und eines unsicheren Vorverkaufs.

Den Urlaubern ist Nachhaltigkeit am Urlaubsort sehr wichtig. Wie reagieren Sie auf diesen Trend?
Nachhaltigkeit in Form von Regionalität ist in den letzten Jahren ein mit Leben erfüllter Trend. Immer mehr Gastronomen sehen in der Ausrichtung ihrer Angebote auf Nachhaltigkeit und Regionalität nicht nur eine nachfrageorientierte Entwicklung, sondern durchaus die Möglichkeit, die natürliche Wertschöpfung im Unternehmen zu steigern. Mit Blick auf die Urlaubsorte in Thüringen finden wir in jeder Region unseres Landes Anbieter, welche ihr Leistungsangebot nachhaltig ausrichten. Angefangen vom Ökostrom, über die Verwendung holzfreier Papiere, die Müllvermeidung bei Buffets bis hin zu einem regionalen ökologischen Angebot an Speisen und Getränken. Bei vielen Gastgebern gehört der Service von Leihrädern für Gäste und der respektvolle Umgang mit den Naturschutzgebieten, von denen es in Thüringen viele gibt, nicht nur zum guten Ton, sondern ist oftmals Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

Immer mehr Neubauprojekte werden darüber hinaus von vornherein nach neuesten ökologischen Standards errichtet, damit ein ressourcenschonender Umgang von Anfang an mitberücksichtigt werden kann.

Bahnreisen werden – wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau – beliebter. Welche Rolle spielt der Ausbau des ÖPNV für den Tourismus in Ihrer Region?
Wir bereits angeführt, sehen wir in der Nutzung der Bahn am zentralen ICE-Knoten durchaus ein Angebot, welches sich schon jetzt einer Beliebtheit und relativ hohen Nutzung erfreut. Den ÖPNV des Landes darauf auszurichten und die regionalen Verbindungen im Land zu verbessern, ist der große Anspruch unserer Zeit.

Ein möglichst gut ausgebauter und getakteter ÖPNV ist ein wichtiger Bestandteil für den Aktivtourismus in Thüringen. Gerade in Bezug auf die Wanderer und Radfahrer, welche Tagestouren planen und nicht auf Rundwegen unterwegs sind, ist die Nutzung des ÖPNV wesentlich, angefangen von der Nutzung bestehender Verbindungen bis hin zu der Möglichkeit der Radmitnahme. Verschiedene Landkreise in touristisch stärker genutzten Regionen haben diese Angebote in den letzten Jahren bereits ausgebaut. (z.B. Landkreis Gotha mit dem Inselsbergbus und Landkreis Unstrut-Hainich mit dem Welterbebus).

Wir sehen der Einführung des Deutschlandtickets hoffnungsvoll entgegen und denken, dass das die Grundlage für eine bisher kaum zu verhandelnde, sehr abrechnungsintensive Einigung auf Landkreisebene sein kann. Gespannt sind wir dabei auf die Durchführungsbestimmungen und die Umsetzungsoptionen, welche die Träger des ÖPNV darin sehen. Das Ticket wird auch den Tourismus fördern.

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