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Von Madrid bis Budapest - egal mit welchem Antrieb

Was in Sachen E-Ladeinfarstruktur noch passieren muss

Kerstin Hurek, Leiterin Stab Verkehrspolitik, ACE Auto Club Europa Quelle: ACE Kerstin Hurek Leiterin Stab Verkehrspolitik ACE Auto Club Europa 30.07.2021
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Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität geht es Kerstin Hurek vom ACE Auto Club Europa "nicht nur um die bloße Steigerung der Anzahl von Schnellladestationen, sondern auch um die bedarfsgerechte Verteilung in der Fläche". In Sachen Abrechnung hat sie vier klare Forderungen an die Politik.







Der Bund hat die Förderung privater Ladeboxen aufgestockt. Welche Bedeutung haben die sogenannten Wallboxen für die Elektromobilität?
Die Verfügbarkeit von privat zugänglichen Stellplätzen hat für die batterieelektrische Mobilität eine enorme Relevanz, weil potenziellen Nutzerinnen und Nutzern von BEVs eine Lademöglichkeit zu Hause wichtig ist. Eigentlich ist das Potenzial für den Aufbau privater Ladepunkte riesig, wenn davon ausgegangen wird, dass die Gesamtheit von Stellplätzen auf privaten oder privat nutzbaren Grundstücken dafür verfügbar wäre. Wallboxen im privaten Wohnumfeld sind ein wichtiger Baustein für die bedarfsgerechte Verfügbarkeit von Ladepunkten.

Überdies sind neben dem Anschaffungspreis für das Fahrzeug und den Betriebskosten, die Reichweite ein entscheidendes Argument beim Kauf. Somit trägt ein flächendeckendes Netz zum Erfolg der Ladeinfrastruktur bei. Von zentraler Bedeutung ist für Kaufinteressierte, dass sie im privaten Bereich laden können. Zu Hause zu laden ist praktisch, simpel und jederzeit möglich. Daher tragen auch die Wallboxen zum Erfolg der E-Mobilität bei.

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Mit Fördermitteln sollen bis 2023 zudem 1000 weitere Schnellladestationen aufgebaut werden. Inwieweit ist dieses Ziel bedarfsgerecht?
Durch die Umsetzung des Schnellladegesetzes sollen öffentliche Ladesäulen auch außerhalb von Metropolregionen und Städten, insbesondere in den ländlichen Regionen, verfügbar gemacht und dort auch gut zu finden sein. Deshalb werden – um beispielsweise längere Fahrten unternehmen zu können – dringend ausreichend Schnellladesäulen entlang der Fernverkehrsstraßen gebraucht. Es geht also nicht nur um die bloße Steigerung der Anzahl von Schnellladestationen, sondern auch um die bedarfsgerechte Verteilung in der Fläche.

Für längere Dienst- und Urlaubsreisen spielt auch die Ladeinfrastruktur außerhalb Deutschlands eine Rolle. Wie sehen Sie die gesamteuropäische Entwicklung diesbezüglich?
EU-seitig ist gerade im Rahmen des Fit für 55 Programms einiges in Planung. Ein erster Entwurf für eine Verordnung zur Infrastruktur für alternative Kraftstoffe sieht vor, dass entlang der wichtigsten Schnellstraßen in der EU mindestens alle 60 km eine Schnellladesäule stehen muss. Das ist aus unserer Sicht insgesamt richtig, wichtig und begrüßenswert. Der Ansatz ist stimmig. Jeder Autofahrende in Europa muss von Madrid bis Budapest und von Helsinki bis Catania fahren können - egal mit welchem Antrieb. Allein die Steigerung der Modellvielfalt in den letzten Monaten, also die Ausweitung des PKW-Angebots, wirkt sich darauf aus, dass eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur schleunigst bereitgestellt werden muss. In Deutschland hinken wir diesbezüglich leider momentan noch hinter anderen Ländern her.

Geld pro Kw/h, pro Ladezeit, Pauschalen, Clubsysteme und Mixe aus alledem – derzeit sind die Preise fürs Schnellladen sehr kompliziert. Sollte die Politik aus Ihrer Sicht da Vorgaben machen?
Die Politik muss aus unserer Sicht klare Rahmenbedingungen schaffen, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher Ladepunkte einfach und übersichtlicher nutzen können. Ein E-Auto zu laden, muss genauso einfach sein, wie einen Benziner zu betanken. Dazu ist es notwendig, dass die Abrechnungssysteme für Ladesäulen bundesweit vereinheitlicht, kundenfreundlicher und transparenter gestaltet werden. Insbesondere fordern wir von der politischen Entscheidungsebene folgende konkrete Maßnahmen:

- Betreiber sollten verpflichtet sein, Echtzeitinformationen zu ihren Ladesäulen online zur Verfügung zu stellen. An den Ladepunkten muss man ohne vorherige Registrierung oder spezielle Smartphone-App bezahlen können.

- Bei spontanem Laden ohne Abonnement müssen die Preise direkt an der Ladesäule ausgewiesen und die Höhe und die Zusammensetzung des Strompreises angezeigt werden.

- Es muss die Information zur Verfügung stehen, ob es sich beim Ladevorgang um Grünstrom handelt.

- Persönliche Daten müssen beim Authentifizierungs-, Bezahl- und Ladevorgang geschützt sein.

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