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Vom Vorratswissen zum Performancewissen

Welche Hürden die Digitalisierung in der Berufsausbildung noch nehmen muss

Hubert Romer, Geschäftsführer WorldSkills Germany e.V. Quelle: WorldSkills Germany Hubert Romer Geschäftsführer WorldSkills Germany e.V. 11.08.2021
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Uwe Rempe
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Im Ganzen sehe ich zahlreiche positive Beispiele", sagt Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany, dem deutschen Verein zur Förderung nationaler und internationaler Berufswettbewerbe, über den Stand der Digitalisierung der Berufsausbildung in Deutschland. Allerdings biete das komplizierte föderale Bildungssystem viele Fallstricke.







Wie schätzen Sie den generellen Stand der Digitalisierung in der Berufsausbildung ein?
Würde man den Stand der Digitalisierung in einer Grafik darstellen, dann wäre das eine Zackenlinie mit großen Höhen und deutlichen Tiefen. Je nach Berufsschule und je nach Betrieb gibt es in Deutschland große Unterschiede. Im Ganzen aber sehe ich zahlreiche positive Beispiele, sowohl in der Schule als auch im Betrieb, bei denen mit dem Thema sehr pragmatisch, anwendungsbezogen und dennoch innovativ umgegangen wird. Bei den Betrieben hängt dies oftmals mit der Größe und den Möglichkeiten dieser zusammen. Die Auszubildenden bringen hierbei auch eigene Impulse ein.

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Unterstützen und fördern Bund und Länder in ausreichendem Maß die Digitalisierung in der Ausbildung?
Auf der Basis der von mir gemachten Erfahrungen, ja. Sie stellen die Mittel bereit und auch die Förderprogramme. Doch durch das komplizierte, föderale Bildungssystem in Deutschland arbeitet man nicht wirklich Hand in Hand. Rivalitäten und „Bestandsschutz“ verbunden mit Kompetenzgerangel behindern viele gute Ansätze. Auch die Rolle der Schulträger ist nicht zu unterschätzen. Sie müssen hier offen, aktiv und auch fachlich kompetent im Abruf von Förderprogrammen sein. Dann klappt das. Betriebe selbst nehmen die Förderung an, wenn sie Personal und Kapazitäten haben. Kleinbetriebe sind hierbei zu sehr mit dem Alltag beschäftigt. Berufsschulen hingegen sind willig. Hier wird meines Erachtens immer zu sehr auf die Lehrerinnen und Lehrer gezeigt, dass sie die Veränderungen nicht wollten. Das stimmt nicht! Einzelfälle mag es ggf. sicherlich geben.

Welche Weiterbildungsmaßnahmen müssen wie gefördert werden, damit das erlernte Know-how mit dem technischen Wandel standhält?
Es ist wichtig, dass Weiterbildungsmaßnahmen führen, dass Lernpartnerschaften entstehen. Lehrende und Lernende müssen gemeinsam in die Projektarbeit einsteigen und die digitalen Welten für sich entdecken und nutzbar machen. Je nach Branche müssen die technischen Innovationen im Berufsalltag der Auszubildenden für die Lehrenden zugänglich gemacht werden. Sonst können sie dazu nicht schulen. Es müssen vor allem Lehrende an Schulen, Ausbilderinnen und Ausbilder und Lehrende an überbetrieblichen Ausbildungszentren gemeinsam geschult werden. Sie müssen sich austauschen und vernetzen können. So können alle ihr Know-how übertragen. Das geschieht jedoch oft gar nicht oder zu wenig.

Wie nützlich sind neue Lernformen als Grundlage für die Beherrschung neuer Produktionstechnologien?
Sehr wichtig!!! Denn die digitalen Medien und die Verlagerung der Gewichtung von Vorratswissen auf Performancewissen erfordern neue Lernformen. Die Produktionstechnologien erfordern komplett neue Arbeitsprozesse, bspw. das vernetzte Arbeiten in Projektteams. Die Arbeitsprozesse werden in allen Berufen komplexer. Deshalb müssen die Lern- und die Arbeitskultur in ihrem starken Wandel gemeinsam und wechselseitig weiterentwickelt werden.

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