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Unterschiede sind kurzfristig und mittelfristig nicht zu beheben

Wie Ost und West voneinander lernen können

Marcus Funk - Founder & CEO Flyacts Quelle: Flyacts Marcus Funk Founder & CEO Flyacts 05.04.2023
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Marcus Funk von Flyacts plädiert dafür, den Unterschieden zwischen Ost und West "mit einer positiven Sichtweise zu begegnen". Sein Unternehmen mit Standorten in Jena und Dresden versteht sich als Impulsgeber, Innovationsmotor und Technologiepartner für die Unternehmungen von Morgen.







Nach wie vor gibt es erhebliche wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern. Wie kann und sollte die Politik aus jetziger Sicht dem entgegenwirken?
Eins ist klar: Wir werden jetzt nicht die Zentralen der börsennotierten Firmen nach Ostdeutschland bekommen und auch nicht aus dem ostdeutschen Menschen einen westdeutschen Menschen machen. Will auch keiner. Ich sage das bewusst so pointiert.

Meiner Meinung nach werden wir die Unterschiede leider kurzfristig und mittelfristig nicht beheben können. Vieles steckt zu tief verwurzelt. Ich denke, es muss mit einer anderen Sichtweise daran gegangen werden:

Ich bin ein Fan davon, dem Thema mit einer positiven Sichtweise zu begegnen. Die kulturellen Stärken und Chancen der jeweiligen Bundesländer ausprägen und die Diversität fördern. Anders formuliert: Die Politik muss auf der einen Seite Deutschland im Geiste vereinen, auf der anderen Seite die individuelle Kultur respektieren und für Wertschätzung sorgen. Wertschätzung ist meiner Beobachtung nach das, was den Menschen in Ostdeutschland fehlt.

Darüber hinaus erachte ich es als wichtig, in eine Leichtigkeit, in einen positiven Flow, zu kommen. Bildung stärken, Bürokratie abbauen, Freiheiten fördern und gemeinsame Erfolgserlebnisse schaffen.

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Sie entwicklen, gründen und investieren in digitale Unternehmungen. Gibt es hier einen Unterschied zwischen Gründungen im Osten und im Westen Deutschlands?
Wir nutzen die digitale Revolution für neues Wachstum, indem wir zusammen mit Unternehmen, Gründer:innen und Investor:innen neue digitale Geschäftsmodelle aufbauen.

Dabei arbeiten wir mit unterschiedlichsten Geschäftspartnern zusammen - vom 1-Personen Startup über Business Angel bis hin zum Dax-Konzern, über alle Branchen hinweg.

Alles in allem merken wir deutlich, das der Geschäftssinn, das Unternehmertum in den alten Bundesländern wesentlich mehr ausgeprägt ist. Zudem herrscht ein ganz anderer Bezug zum Thema Geld. Sowohl im Denken als auch im Zugang.

Faktisch ist es so, das von den FLYACTS-Partnern 200 in Westdeutschland und 30 in Ostdeutschland ihren Sitz haben.

Betrachten Sie heute den Unternehmensstandort „Thüringen“ oder „Ostdeutschland“ eher als Vorteil oder als Nachteil und spielt dieser Aspekt überhaupt noch eine Rolle?
Als Umsetzungspartner für digitale Unternehmungen sehe ich täglich, dass wir in Thüringen oder Ostdeutschland viel weniger Innovationsbereitschaft vorfinden bzw. zu wenig Entscheidungsträger vor der Haustür haben.

Für uns bedeutet das, wir müssen extrem viel in Vertrieb investieren, um persönliche Beziehungen für kapitalintensive Vorhaben aufzubauen. Das empfinde ich schon als Nachteil, was kreativ zu lösen ist. Als klaren Vorteil sehe ich, dass wir sehr zentral gelegen sind. Wir sind super schnell in jeder Richtung in den Metropolen Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München.

Was können Ihre „Unternehmerkollegen“ aus dem Westen Deutschlands ggf. aus dem Osten lernen?
Wo Ostdeutsche meiner Erfahrung nach ihre Stärken haben sind Demut, kritisches Denken und Erfindergeist.

Dagegen schätze ich den Unternehmergeist und die Kommunikationsstärke der Westdeutschen.

Auch wenn wir mit unseren Standorten in Jena und Dresden ansässig sind, haben wir deutschlandweit Kollegen verteilt. 35% von unseren rund 50 Mitarbeiter:innen haben eine westdeutsche Herkunft. Ich bin stark der Überzeugung, dass wir genau von dieser Diversität profitieren.

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