Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview21.06.2022

Medienkompetenz braucht einen eigenen Stellenwert

Wer wann was lernen sollte

Daniel Frei - Präsident, Elternbildung CH Quelle: privat Daniel Frei Präsident Elternbildung CH
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

"In der modernen Informationsgesellschaft mit Social Media und Internetportalen lässt sich dies regulatorisch und rechtlich nicht umfassend steuern bzw. es kann keine eigentliche Qualitätssicherung geben", konstatiert Daniel Frei, Präsident des Verbandes Elternbildung CH. Deswegen ist Medienkompetenz für ihn eine Schlüsselkompetenz.





Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die digitale Nachrichtenkompetenz mit dem Alter sinkt - was bedeutet das für die Medienbildung?
Medienkompetenz - und damit verbunden auch politische Bildung im umfassenden Sinn - müssen als lebenslanges Lernen begriffen werden und als Schlüsselkompetenzen in einer modernen, demokratischen, marktwirtschaftlich organisierten Informationsgesellschaft. Es reicht nicht (mehr), diese als Nebenprodukt der klassischen Ausbildung und Bildung zu betrachten, sondern sie brauchen einen eigenen Stellenwert. Der Staat steht diesbezüglich besonders in der Verantwortung, weil es letztlich um ein öffentliches Interesse geht. Er kann und soll aber nicht alles selber machen; es braucht ebenso private Akteure, die sich einbringen, bspw. Bildungsorganisationen, Präventionsstellen, Erwachsenenbildung, Elternbildung usw.

JETZT HERUNTERLADEN

DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

DIE DOKUMENTATION ENTHÄLT

alle Debattenbeiträge ungekürzt im Original
Übersicht aller aktiven Debattenteilnehmer
Summary für Ihr Top-Management
MEHR ERFAHREN


Die Vertrauenswürdigkeit von Quellen wird häufig falsch eingeschätzt. Wie lässt sich das ändern?
In der modernen Informationsgesellschaft mit Social Media und Internetportalen lässt sich dies regulatorisch und rechtlich nicht umfassend steuern bzw. es kann keine eigentliche Qualitätssicherung geben. Umso wichtiger sind mündige und eigenverantwortliche Medienkonsumentinnen und Medienkonsumenten: Medienkompetenz gehört daher bereits bei Kindern alters- und stufengerecht in den Unterrichtsplan. Daneben ist die Vermittlung von Medienkompetenz auch im privaten und familiären Umfeld wichtig; Eltern und andere Bezugspersonen haben einen grossen Einfluss im positiven und im negativen Sinn. Es ist daher nicht nur die Schulung und Förderung der Medienkompetenz der Kinder (und späteren Erwachsenen) wichtig, sondern auch diejenige der Erwachsenen darf nicht vernachlässigt werden.

Desinformation, Information, Werbung und Meinung werden zum Teil nur schwer erkannt. Was kann dagegen getan werden?
Seriöse Medien unterscheiden und kennzeichnen dies. Es sollte daher journalistische Selbstregulierung (bspw. über Verbandsmitgliedschaften) geben, damit dies von professionell arbeitenden Anbietern so gehandhabt wird. Daneben sollte staatliche Medienförderung - sofern es eine solche gibt - nur professionell arbeitenden Anbietern ausgerichtet werden. Und auf Seite der Medienkonsumentinnen und Medienkonsumenten gilt: Sie müssen möglichst kompetent sein, um selber beurteilen, einordnen und entscheiden zu können.

Wie sollte die Politik die Medienbildung besser fördern - ohne in den Verdacht zu geraten, in das Mediensystem einzugreifen?
Indem Medienkompetenz und politische Bildung im obligatorischen Schulunterricht einen ausreichenden Platz im Lehrplan einnehmen und altersgerecht und zeitgemäss vermittelt werden. Das ist aktuell häufig zu wenig der Fall. Selbstverständlich braucht es dazu auch entsprechende Lehrmittel und Fachdidaktik. Daneben sollte die Politik die Erwachsenenbildung finanziell unterstützen und ideell fördern, sodass es hier im Sinne einer gesellschaftlichen Aufgabe gute und vielfältige Angebote gibt. Dazu zählt auch die Elternbildung.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. Dr. Thomas Merz
Prorektor Forschung und Wissensmanagement
Pädagogische Hochschule Thurgau

Prof. Dr. phil. Thomas Merz - Prorektor Forschung und Wissensmanagement, Pädagogische Hochschule Thurgau
Medienkompetenz | Fake News

Neue Modelle für Medienbildung in der ■ ■ ■

Warum lebenslange Medienbildung immer wichtiger wird

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. Dr. Thomas Merz
Prorektor Forschung und Wissensmanagement
Pädagogische Hochschule Thurgau

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. i.R. Dr. Stefan Aufenanger
Seniorforschungsprofessur für Medienpädagogik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Prof. i.R. Dr. Stefan Aufenanger - Seniorforschungsprofessur für Medienpädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Medienkompetenz | Fake News

Medienbildung darf nicht auf Schule ■ ■ ■

Wie lebenslanges Lernen am besten funktionieren kann

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. i.R. Dr. Stefan Aufenanger
Seniorforschungsprofessur für Medienpädagogik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dennis Walter
Direktor
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)

Dennis Walter, M.A. - Direktor, Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)
Medienkompetenz | Fake News

Medienkompetenz nicht auf ■ ■ ■

Wie wichtig mündige und wissenskritische ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dennis Walter
Direktor
Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb)

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.