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09.12.2019
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HAMBURGER POLIZEI KONTROLLIERT REGELMÄSSIG E-SCOOTER

Wie die ersten Erfahrungen mit den Mietrollern in der Hansestadt sind

Michael Westhagemann - Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Freie und Hansestadt Hamburg

Michael Westhagemann - Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Freie und Hansestadt Hamburg [Quelle: Bertold Fabricius PRESSEBILD.DE]


"Hamburg hat schon weit vor der Zulassung der E-Scooter Gespräche mit Vermietern geführt und schließlich freiwillige Vereinbarungen mit ihnen getroffen", sagt der Hamburger Verkehrs-Senator Michael Westhagemann. Regel-Verstöße im Verkehr werden von der Polizei geahndet, das Liegenlassen von Rollern an den falschen Stellen kann teuer werden - für Nutzer und Verleiher.


Gleich nach der Einführungen von E-Scootern sorgen Berichte über Unfälle für Aufsehen. Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit den Rollern?
Jeder, der sich im Straßenverkehr bewegt, muss die Verkehrsregeln einhalten. Das ist bei E-Scootern nicht anders als bei Fahrrädern oder Autos. Wer E-Scooter fährt, muss mindestens 14 Jahre alt sein und darf mit höchstens 20 km/h ausschließlich auf Radwegen bzw. Straßen fahren. Fußwege sind tabu, und auch zu zweit auf einem Roller zu fahren ist verboten. Beides ist obendrein gefährlich. Die Regeln für dieses noch junge Verkehrsmittel scheinen noch nicht bei allen Nutzern angekommen zu sein, weshalb ich appelliere, sie unbedingt einzuhalten. Denn wer zum Beispiel zu zweit mit dem Roller fährt, handelt nicht nur verbotswidrig, sondern bringt sich und andere Verkehrsteilnehmer auch noch in Gefahr. Die Hamburger Polizei führt diesbezüglich gezielt und regelmäßig Kontrollen durch.

Wie groß ist aus Ihrer Sicht das Problem mit liegen gelassenen Miet-E-Rollern?
Hamburg hat schon weit vor der Zulassung der E-Scooter Gespräche mit Vermietern geführt und schließlich freiwillige Vereinbarungen mit ihnen getroffen. Ziel der Vereinbarungen ist es, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und das geordnete Stadtbild zu erhalten. Ein wesentlicher Punkt dabei sind die zahlreichen Parkverbotszonen in der Stadt. Beispielsweise in Fußgängerzonen, Grünanlagen und an Gewässern dürfen keine Roller abgestellt werden. Sollten einzelne Nutzer das dennoch tun, lässt sich die Ausleihe nicht beenden – es entstehen also zusätzliche Kosten, die die Nutzer sicher nicht ein zweites Mal riskieren wollen. Wenn trotzdem Roller liegengelassen werden, sind in erster Linie die Anbieter für eine rasche Entfernung aus dem Straßenraum verantwortlich. Aber auch die Bezirke sind berechtigt, sie wegzuräumen und dies den Verleihern in Rechnung zu stellen. Unser Haus spricht regelmäßig mit der Polizei über die aktuelle Situation:  Seit der Einführung der E-Scooter in Hamburg hat sich keine erhöhte Beschwerdelage ergeben.

Experten bezweifeln inzwischen, dass E-Scooter den Verkehrsmix optimieren, weil sie vielerorts vor allem von Touristen genutzt werden. Wie sehen Sie das?
Wir begrüßen alles was das Zeug hat, die Straßen zu entlasten. Dazu gehören in der urbanen Mobilität des 21. Jahrhunderts die klassischen Bus- und Bahnverbindungen genauso wie die neueren On-Demand-Shuttles, unterschiedliche Sharingdienste, das Fahrrad und neuerdings die E-Scooter. Die Scooter sind erst seit einigen Wochen auf den Straßen unterwegs. Jetzt schon sagen zu wollen, wohin die Reise geht und welche Rolle sie im Verkehrsmix einnehmen werden, ist noch zu früh. Dass die Scooter gerade auf der letzten Meile, also von der U-Bahn nach Hause oder an die Arbeit, ein attraktives Angebot schaffen können, wollen die Hamburger Hochbahn AG und der Verleiher VOI mit ihrer gerade gestarteten Kooperation außerhalb des Stadtzentrums zeigen.