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14.11.2019
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1.000 KILOMETER BIKEROUTEN IN DEN KITZBÜHELER ALPEN

Wie das erhöhte Aufkommen durch E-Bikes gelenkt werden kann

Kurt Tropper - Geschäftsführer Stv., Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental

Kurt Tropper - Geschäftsführer Stv., Tourismusverband Kitzbüheler Alpen – Brixental [Quelle: Tourismusverband Kitzbüheler Alpen ]


E-Biken ist gesund, bringt aber auch ein Mehr an Radfahrern in sensiblen Alpen-Zonen - das muss aus Sicht Kurt Tropper vom Tourismusverband Kitzbüheler Alpen "durch Schaffung neuer Infrastruktur und Lenkungsmaßnahmen entflechtet werden". Aufklärung ist ihm dabei wichtiger als Verbote und Kontrollen.


E-Bikes verändern den Tourismus in den Alpen und erlauben es neuen Zielgruppen das Gebirge per Rad zu bereisen. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in diesem Trend?
Durch E-Bikes können wir neue Zielgruppen ansprechen, welchen es zuvor aufgrund ihrer konditionellen Fähigkeiten nicht möglich war die Bergwelt zu erleben. E-Bikes haben zudem einen sehr gesundheitsfördernden Aspekt, weil sie eine Bewegung in einer moderaten Herzfrequenz ermöglichen, die Fett verbrennt und die Kondition aufbaut. Die Nachteile sind ein erhöhtes Aufkommen an Radfahrern in sensiblen Zonen (Almgebiete, Schutzzonen, etc.), welches durch Schaffung neuer Infrastruktur und Lenkungsmaßnahmen entflechtet werden muss.

Wie sollte die Infrastruktur für die erhöhte Zahl von (E-)Bikern im Gebirge angepasst werden?
Bessere Vernetzung der Routen, auch mit Nachbarregionen. Themenschwerpunkte schaffen und so lenken (nicht jede Route ist für jeden geeignet, oft ist die Erwartungshaltung eine andere, durch Thematisierung Auswahlhilfe schaffen).

Wer sollte eventuelle Regulierungen und Verbote kontrollieren und durchsetzen?
Regulierungen finden sich in Tirol im MTB-Model 2.0, welche gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet wurde. Radfahren im Wald ist klar durch die österreichische Bundesgesetzgebung des Forstgesetzes geregelt: wo biken nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist es verboten. Das kommunizieren wir in den Verhaltensregeln.

Legale Bikerouten sind durch einen Vertrag mit den Grundstückseigentümern freigegeben. Davon haben wir in den Kitzbüheler Alpen zur Zeit über 1.000 Kilometer (ca. 800 MTB routen, und 200 km Radwege im Tal).

Aufklärung ist uns dabei wichtiger als Verbote und Kontrollen. Von einem Schilderwald an Verbotstafeln in einer Tourismusregion, die sich nach außen als Bike-Destination definiert, halte ich nichts. Eine einheitlich, ordentliche Beschilderung kann hier schon sehr viele Probleme vorwegnehmen.

Welche Rolle können Apps oder andere digitale Lösungen für eine naturverträgliche Besucherlenkung spielen?
Ich denke nicht, dass Apps eine große Rolle spielen können, weil die Routing-Apps wie z.B. komoot von den Usern gesteuert werden und nicht von Organisationen. Das ist ja schließlich auch das, was solche Apps so erfolgreich macht.