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03.06.2020
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WENN ES IM TV BLUBBERT UND RAUCHT

Wo Schulfernsehen besonders gut funktioniert - und warum

Irina Oberguggenberger - Sendungsverantwortliche "ORF 1 Freistunde"

Irina Oberguggenberger - Sendungsverantwortliche "ORF 1 Freistunde" [Quelle: ORF/ Roman Zach-Kiesling]


Die „ORF 1 Freistunde" "ist ein Versprechen an die Eltern, dass die Inhalte, die ihre Kinder bei uns zu sehen bekommen, zielgruppengerecht und öffentlich-rechtlich sind", sagt die Sendungsverantwortliche Irina Oberguggenberger. Von Rückmeldung von Lehrerinnen und Lehrern weiß sie, dass sie diese Inhalte auch außerhalb von Krisenzeiten in den Unterricht einbezogen werden.


In der aktuellen Corona-Krise gerät das klassische Schulfernsehen wieder verstärkt in den Fokus. Welche Vorteile bieten linearen AV-Formate heute noch?
Der Vorteil bei der „ORF 1 Freistunde" ist ganz klar: Es ist ein Versprechen an die Eltern, dass die Inhalte, die ihre Kinder bei uns zu sehen bekommen, zielgruppengerecht und öffentlich-rechtlich sind. Der ORF ist eine Art „Gütesiegel". Man muss nicht ständig darauf achten, dass der Sohn oder die Tochter sich von Video zu Video weiter klickt und bei Content landet, der nicht altersgerecht ist oder mit edukativen Inhalten schlicht nichts mehr zu tun hat. Wer die „ORF 1 Freistunde" aufdreht, der weiß, dass die Programme für Schülerinnen und Schüler bestens geeignet sind und von der Redaktion sorgfältig ausgewählt wurden.

Für welche Schulfächer eignen sich lineare AV-Formate besonders - und für welche weniger?
Bei der ORF1-Freistunde werden Lehrerinnen und Lehrer eingebunden, auch Schülerinnen und Schüler kommen zu Wort und können ihre Fragen an uns richten. Es hat sich gezeigt, dass kleine Erklärstücke, wie wir sie auch in den täglichen Jugendnachrichten, der „ZIB Zack", bringen, sich quer durch die Bank für Fragen aller Art eignen. Auch die Dokumentationen wie „Universum" oder „Universum History" und unsere Wissenschaftsbeiträge aus „Newton" lassen sich nicht immer direkt einem Schulfach zuordnen. Zählt eine „Universum"-Dokumentation über Tasmanien zu Geografie, Biologie oder Geschichte? Wir denken weniger in Schulfächern, als in Themenbereichen. Aber natürlich will man im Fernsehen möglichst tolle Bilder zeigen. Somit ist eine Buchkritik mit Sicherheit eine größere Herausforderung, als ein Physik-Experiment, bei dem es blubbert und raucht.  

Welche begleitenden digitalen Angebote können die Wirkung von linearen AV-Formaten unterstützen?
Die Kolleginnen und Kollegen von der TVthek haben mit ihrem Projekt „ORF-TVthek goes school" eine tolle Plattform geschaffen, auf der die Inhalte der Freistunde und unzählige Dokumentationen und Info-Beiträge den Schülerinnen und Schülern uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Es ist ein Video-Archiv, das ein Sammelsurium an hoch qualitativem Bildungsfernsehen bietet. Hier können sich Schülerinnen und Schüler durchklicken und austoben.

Welche Potenziale für den Schulunterricht sehen Sie in linearen AV-Formaten auch über die aktuelle Krisensituation hinaus, ggf. in Verbindung mit ergänzenden digitalen Angeboten?
In der „ORF 1 Freistunde" spielen wir spannende Dokumentationen, Reportagen und Wissenschaftsformate bei denen Schüler und Schülerinnen noch was lernen können. Wir haben hier auch die Rückmeldung von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern bekommen, dass sie diese Formate bereits in ihren Unterricht miteinbezogen haben. So lassen sie bspw. Schülerinnen und Schüler ein Protokoll oder Zusammenfassungen über unsere Sendungen schreiben.