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Philologenverband für klare Rechte(er)klärung bei AV-Medien

Wie Videos beim Lernen helfen - in der Krise und danach

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing - Bundesvorsitzende des Deutscher Philologenverband Quelle: DPhV Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing Bundesvorsitzende Deutscher Philologenverband 07.05.2020
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"Lineare AV-Formate bieten in der Regel hohe und geprüfte inhaltliche Qualität, genügen also hohen Lehrstandards", betont die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing. Für den Einsatz der hochwertigen Medien hat sie eine Reihe von Ideen - und an die Macher einige Wünsche.







In der aktuellen Corona-Krise gerät das klassische Schulfernsehen wieder verstärkt in den Fokus. Welche Vorteile bieten lineare AV-Formate heute noch?
Lineare AV-Formate bieten in der Regel hohe und geprüfte inhaltliche Qualität, genügen also hohen Lehrstandards, sind unabhängig von der jeweils aktuellen Internetauslastung und ermöglichen gerade in der „Corona-Krisen-Zeit“ auch Kindern in Haushalten, in denen nicht ausreichend digitale Endgeräte vorhanden sind, den Zugang zu Wissen.

Für welche Schulfächer eignen sich lineare AV-Formate besonders - und für welche weniger?
Generell liegen die Stärken der linearen AV-Formate im Bereich der Wissensvermittlung; ihre Schwächen liegen im Bereich der Unterstützung und Förderung der individuellen Verarbeitung, der Reflexion und der eigenen Darbietung und Verwendung des eigenen Wissens der Schüler bspw. in Diskussionen. Sie eignen sich deshalb stärker für faktenorientierte Fächer, wie z.B. die Naturwissenschaften, in denen es zum Einen viel zu erklären und zum Anderen auch viel zum Anschauen gibt. Sie eignen sich weniger für Fächer, die stark vom Dialog, von der Auseinandersetzung, auch von Text-Interpretationen getragen sind, wie z.B. für das Unterrichtsfach Deutsch.

Welche begleitenden digitalen Angebote können die Wirkung von linearen AV-Formaten unterstützen?
Schüler brauchen Interaktionsmöglichkeiten wie in einem virtuellen Klassenzimmer, z.B. über Videochat, um sich über das angebotene „Material“ ziel- und aufgabenorientiert auszutauschen.

Lehrkräfte und Schüler bräuchten digitale Suchmöglichkeiten. Dazu wären gute Verschlagwortungen, Zuordnungen  zu bestimmten Fächern und zu Formen hilfreich, ebenso wie auch Verknüpfungen bspw. zu Jahrestagen, aktuellen Ereignissen.

Welche Potenziale für den Schulunterricht sehen Sie in linearen AV-Formaten auch über die aktuelle Krisensituation hinaus, ggf. in Verbindung mit ergänzenden digitalen Angeboten?
In der aktuellen Corona-Situation sehe ich zunächst einmal einen großen Beitrag der linearen Formate darin, dass sie sofort unabhängig vom Internetzugang bereitstehen, dass sie das „Distanz-Lernen“ grundsätzlich durch eine positive „Routinenbildung“ ermöglichen und so einen Beitrag zu einem strukturierten Tagesablauf leisten. Auch ist bei diesem Format ein Feedback bzw. eine Besprechung in der Zeit der „Corona-Krise“ mit den Eltern möglich. Diese Formate eigenen sich insbesondere für das individuelle Lernen bzw. zum Nachlernen und Vertiefen.

Über Krisenzeiten hinaus sollten die linearen AV-Formate in einer Mediathek zur Verfügung stehen, die auch gleich Schneidemöglichkeiten bzw. -programme anbietet, so dass Lehrkräfte sich aus einem Beitrag Relevantes für den eigenen Unterricht herausschneiden können. Dazu müssen vorab aber die rechtlichen Bedingungen geklärt sein, z.B. mit Creative Commons Lizenz etc. Angaben, was rechtlich zulässig bei einer solchen Nutzung ist, was z.B. das Abspielen im Klassenraum oder den Einbau in eine Präsentation anlangt, müssen gleich dazu bereitgestellt werden.

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