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25.06.2021
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VEREINE ALS GESUNDHEITSMOTOR DES LANDES

Wie der Sport in Österreich durch die Pandemie gekommen ist

Gerd Bischofter - Geschäftsführer, Sport Austria - Österreichische Bundes-Sportorganisation

Gerd Bischofter - Geschäftsführer, Sport Austria - Österreichische Bundes-Sportorganisation [Quelle: Leo Hagen]


"Während der Lockdowns haben unsere Dach- und Fachverbände, aber auch Schulen digitale Angebote geschnürt, um die Bevölkerung in Bewegung zu halten", erklärt Gerd Bischofter, Geschäftsführer von Sport Austria. Private können als Konkurrenz das Geschäft beleben - doch die klassische Vereinsarbeit hat aus seiner Sicht für die Gesamtgesellschaft ein klares Alleinstellungsmerkmal.


Sportliche Betätigungen sind derzeit nur eingeschränkt möglich, wie können digitale Angebote aus Ihrer Sicht Breiten- und Hobbysportlern dabei helfen, sich fit zu halten?
In Österreich ist der gesamten Breiten- und Amateursport seit 19. Mai wieder geöffnet. Wer getestet, geimpft oder genesen ist, kann also unter gewissen Auflagen wieder sämtliche Sportarten ausüben. Darüber hinaus ist nach wie vor auch ein Contact Tracing erforderlich. Während der Lockdowns haben unsere Dach- und Fachverbände, aber auch Schulen digitale Angebote geschnürt, um die Bevölkerung in Bewegung zu halten. Das hat gut funktioniert und kann sicher auch weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen. Wir freuen uns aber darauf, dass nun endlich wieder die ursprüngliche Form von Sport und Bewegung in den Vereinen möglich ist.


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DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

Breitensport wird zumeist in Sportvereinen betrieben – wie sehen Sie diese in der digitalen Transformation aufgestellt?
Insgesamt hat die Pandemie dazu geführt, dass unsere Vereine auch ihre digitalen Angeboten ausgebaut bzw. entdeckt haben. Das ist eine gute Ergänzung zur Bandbreite der bisherigen Angebote.

Inwieweit stehen kommerzielle Anbieter und Plattformen mit ihren digitalen Angeboten in Konkurrenz zur klassischen Vereinsarbeit?
Konkurrenz belebt das Geschäft. Die klassische Vereinsarbeit hat aber in ihrer sozialen Bedeutung für die Gesamtgesellschaft ein klares Alleinstellungsmerkmal. In Österreich gibt es 15.000 Sportvereine. Sie sind nicht nur der Gesundheitsmotor des Landes, sondern haben eben auch wichtige soziale Aufgaben zu erfüllen. Vor allem im Bereich der Förderung der Jugend und in der Integration leisten sie hervorragende Arbeit. Das kann durch nichts ersetzt werden.

Der klassische Sportverein hat auch eine Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft – wie sollte die Politik die Vereine in der Pandemie und danach unterstützen?
Sport Austria arbeitet mit seinen Dach- und Fachverbänden derzeit eng mit dem Sportministerium zusammen, um dem organsierten Sport zu einem starken Comeback nach der Krise zu verhelfen. Unter dem Motto #comebackstronger werden Maßnahmen-Pakete geschnürt, die den Vereinen über die bisher geleistete staatliche Krisen-Unterstützung hinaus (rund 80 Millionen Euro) unter die Arme greifen sollen. Dabei geht es um steuerliche Fragen genauso wie um die Rückgewinnung von Mitgliedern. Generell wäre es wünschenswert, dass man auch in der Gesundheitspolitik erkennt, welch wichtige Arbeit Sportvereine im Bereich der Prävention leisten, dass also Gesundheitspolitik und Sportpolitik zusammengehören.