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Interview07.08.2015

VDA steht fest zu Digitalradio

Warum man über den richtigen UKW-Ausstieg noch diskutieren muss

Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des VDA Quelle: VDA Dr. Kay Lindemann Geschäftsführer VDA
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Eine ganz klare Empfehlung pro DAB+ gibt der Verband der Automobilindustrie (VDA). "Wenn sich Digitalradio durchsetzen würde, wäre das ein ganz klarer Gewinn für die Autofahrer", so Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des VDA. Vor dem Erfolg steht aber eine klares Bekenntnis, wie lang es mit UKW noch weitergeht.





Werden Sie den Digitalradio-Standard DAB+ nach den geänderten Rahmenbedingungen zur weiteren Digitalradio-Einführung weiter unterstützen?
Für die Autofahrer wäre es ein Gewinn, wenn sich Digitalradio flächendeckend durchsetzen würde, weil der heutige RDS- und TMC-Standard, nach dem das analoge Radio Verkehrsinformationen verarbeitet und verbreitet, für den heutigen Informationsbedarf in seiner Kapazität zu begrenzt ist. Daher bieten all unsere Hersteller den Einbau eines Digitalradios sogar für die kleinsten Fahrzeugsegmente an. Wir stellen fest, dass ein zunehmend größer werdender Anteil der Neuwagenkäufer auch von dieser Möglichkeit Gebrauch macht. Insofern gibt die aktuelle Diskussion, unter welchen Voraussetzungen die KEF Gelder freigibt, für uns keinen Anlass, von unserer DAB+ Strategie abzuweichen.

Welche Zukunftschancen sehen Sie für DAB+ in diesem Zusammenhang im Vergleich zu internetbasierten Radiodiensten?
Digitaler Rundfunk und internetbasierte Lösungen sind keine Konkurrenz zueinander – im Gegenteil: Sie ergänzen sich: Digitaler Rundfunk ist bestens geeignet, die Grundversorgung der Autofahrer mit Verkehrsinformationen – vor allem sicherheitsrelevanten Informationen – in der Breite und ohne Zusatzkosten zu gewährleisten. Internet-basierte Dienste, wie sie viele unserer Hersteller schon heute anbieten, gehen darüber hinaus und bieten individualisierte und maßgeschneiderte Informationen und Kommunikation an. Das eine ist also die Basisversorgung für alle, das andere die Zusatzversorgung für die, die sie oben drauf haben wollen.

Sind nach Ihrer Einschätzung die Radioveranstalter selbst in der Pflicht, DAB+ weiter voranzutreiben oder muss die Politik über das Ende von UKW bestimmen und einfach einen Abschalttermin festschreiben?
Das eine schließt das andere nicht aus. Dass die DAB+ Nutzung sich nicht ganz so schnell wie erhofft durchgesetzt hat, hat damit zu tun, dass Netzabdeckung und Programmangebot aus Sicht des Kunden offenbar noch nicht ausreichend sind. Hieran müssen Netz- und Programmanbieter noch arbeiten. Aber sicherlich würde es den deutschlandweiten Umstieg von analog auf digital beschleunigen, wenn der Radiohörer frühzeitig wüsste, dass UKW mittelfristig abgeschaltet wird. Ob dazu nun ein fixes Datum angegeben werden oder der Einstieg in den UKW-Ausstieg eher an qualitative Voraussetzungen wie beispielsweise Netzabdeckung und Programmvielfalt geknüpft werden sollte, ist noch zu diskutieren.

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