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Interview03.02.2021

Software-Lösungen für die Arbeitsentlastung im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Wo das Saarland bei der Digitalisierung der Gesundheitsämter steht

Monika Bachmann - Ministerin Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie im Saarland Quelle: MSGFF/ Carsten Simon Monika Bachmann Ministerin Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Landesregierung Saarland
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Dipl.- Journ. Thomas Barthel
Founder & Herausgeber
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"Die saarländischen Gesundheitsämter haben im Verlauf der Corona-Pandemie eine wichtige Schlüsselrolle eingenommen und sind aktuell wichtiger denn je", betont die Monika Bachmann, Gesundheitsministerin des Landes. Deshalb werden zusätzlich zu den Bundesmitteln für die saarländischen Gesundheitsämter 625.000 € bereitgestellt.





Das „Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz“ (DEMIS) soll bis Ende 2022 allen Gesundheitsbehörden in Bund und Ländern zur Verfügung stehen. Wie sind die Gesundheitsbehörden in Ihrem Bundesland in der digitalen Transformation heute aufgestellt?
Ich begrüße die Einführung von DEMIS ausdrücklich. Wir sind mit den Gesundheitsämtern in Abstimmung DEMIS und Sormas einzuführen.

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Welche Herausforderungen gibt es bei der digitalen Vernetzung der Gesundheitsbehörden untereinander?
Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) im Saarland ist in der Corona-Pandemie maximal herausgefordert, eine vollständige Registrierung und Nachverfolgung von Infizierten umzusetzen. Die saarländischen Gesundheitsämter haben im Verlauf der Corona-Pandemie eine wichtige Schlüsselrolle eingenommen und sind aktuell wichtiger denn je. Ohne sie wäre es nicht möglich, die Krise so zu bewältigen, wie wir es jetzt tun. Gerade mit der Kontaktnachverfolgung leisten sie einen grundlegenden Beitrag in der Pandemie. Weitere Verbesserungen bei den Schnittstellen aller eingesetzten Software-Lösungen (einerseits zu DEMIS und andererseits zu SurvNet und anderen Meldesoftwareprodukten) sind dabei ganz wesentlich zur dringend erforderlichen Arbeitsentlastung im ÖGD.

Der Bund unterstützt die Digitalisierung der Gesundheitsbehörden mit verschiedenen Programmen – sind diese hinreichend?
Neben der finanziellen Unterstützung durch den Bund müssen auch in den Ländern erhebliche Kraftanstrengungen unternommen werden, um den ÖGD zu stärken und die Personalisierung und die Digitalisierung langfristig zu sichern. Deshalb haben wir, gemeinsam mit dem saarländischen Innenministerium, beschlossen, dass wir den saarländischen Gesundheitsämtern nachhaltig den Rücken stärken müssen. Hierfür wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 625.000 € bereitgestellt.

Digitale Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Wie kann ein effizienter Datenschutz gewährleistet werden?
Die datenschutzrechtliche Prüfung auf Bundesebene muss allerhöchste Priorität haben. Erst wenn dieser sichergestellt ist, kann eine flächendeckende Etablierung von Softwareprodukten zielführend sein.


Hintergrund:
Das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) wird vom Robert Koch-Institut (RKI), der gematik und Fraunhofer FOKUS mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) entwickelt. Es stellt eine Weiterentwicklung des in Saarland in allen Gesundheitsämtern bereits seit Jahren genutzten Meldesystems für Infektionskrankheiten gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) dar. Die Gesundheitsämter der saarländischen Landkreise und des Regionalverbandes Saarbrücken nutzen seit 2017 eine einheitliche Gesundheitsamts-Software R.23 mit direkter Anbindung an die kostenlose RKI-Software SurvNet@RKI die zur Erfassung, Auswertung und Weiterleitung der Meldedaten gemäß IfSG dient. Alle Gesundheitsämter sind aktuell an DEMIS angeschlossen und damit gut aufgestellt für die weitere Digitalisierung des ÖGD.

 

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