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Interview05.10.2022

Neue Standards bei E-Rechnungen sollen Dinge vereinfachen - und nicht verkomplizieren

Wie die geplanten EU-Regeln aussehen sollten

Ivo Moszynski - Vorstandsmitglied im Verband elektronische Rechnung (VeR) und Vorstandsvorsitzender des Forums elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) Quelle: VeR Ivo Moszynski Vorstandsvorsitzender Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD)
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"Es ist zu erwarten, dass die Standardisierung des grenzüberschreitenden Rechnungsaustauschs bereits durch einen Gesetzgebungsvorschlag der EU-Kommission im Spätherbst vorangetrieben wird", sagt Ivo Moszynski. Der Diplom-Informatiker engagiert sich in Verbänden und Foren für klare Prozesse. Mit Blick auf neue Regeln mahnt er an, die Lebens- und Arbeitsrealität der kleinen und mittelständischen Betriebe sowie der Menschen im Blick zu behalten.





Nach dem Willen des EU-Parlaments soll für den grenzüberschreitenden Austausch von E-Rechnungen und der damit verbundenen Bekämpfung des Mehrwertsteuerbetruges schnellstmöglich ein harmonisierter, gemeinsamer Standard geschaffen werden. Welche Vorteile und Herausforderungen sehen Sie dabei?
Eine große Herausforderung stellen sicherlich die vielen, zum Teil sehr unterschiedlichen Vorgaben auf nationaler Ebene und die etablierten Systeme der Mitgliedsstaaten innerhalb der Europäischen Union dar. Denn gerade der Austausch von Rechnungen im B2B- und B2C-Bereich ist hier in der Regel noch weit weniger standardisiert als der B2G-Bereich. Für den letzteren gäbe es mit der EU-Norm EN16931 allerdings bereits einen EU-weiten Standard, der sich für den privaten Sektor weiterentwickeln ließe.

Es ist zu erwarten, dass die Standardisierung des grenzüberschreitenden Rechnungsaustauschs bereits durch einen Gesetzgebungsvorschlag der EU-Kommission im Spätherbst vorangetrieben wird. Wir rechnen darüber hinaus mit nationalen Vorgaben für den inländischen Rechnungsaustausch. Wichtig wird sein, dass die Vorgaben nicht wesentlich voneinander abweichen, da ansonsten wieder Parallelprozesse etabliert werden müssen.

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Es soll eine stärkere Koordinierung der Systeme der EU-Staaten erfolgen - wie bewerten Sie das?
Es ist absolut richtig, dass bereits mehrere Mitgliedstaaten nationale Systeme eingeführt haben. Diese unterscheiden sich teilweise maßgeblich und führen so für die betroffenen Unternehmen zu mehr Komplexität, also mehr Aufwand, mehr Kosten. Daher ist die Forderung des Europäischen Parlaments, die Systeme zu koordinieren, aus Sicht der Wirtschaft nur zu unterstützen. Aus meiner Sicht ist es sehr erfreulich, dass auch die EU-Kommission diese Sicht zu teilen scheint. Nach allem was bekannt ist, wird der Vorschlag der Kommission sich zwar auf grenzüberschreitende Transaktionen beschränken, aber Übergangsfristen für die Kompatibilität der nationalen Systeme enthalten.

Bei den einheitlichen Systemen sollen die Kosten für KMU im Blick behalten werden - wie lassen sich die Aufwände für kleine Unternehmen möglichst gering halten?
Hier kommt es vor allem darauf an sicherzustellen, dass bereits vorhandene Systeme eingebunden und weitergenutzt werden können. Schließlich soll die Einführung von Standards die Dinge vereinfachen – und nicht verkomplizieren. Bei der Einführung neuer Systeme muss die Lebens- und Arbeitsrealität der kleinen und mittelständischen Betriebe sowie der Menschen im Blick behalten werden. Und damit für einen Abbau von Hürden und Komplexität gesorgt werden.

Welchen Zeitrahmen halten Sie bei der angestrebten Harmonisierung für realistisch?
Wenn es um die Harmonisierung der Intra-EU-Transaktionen geht, würde ich 2028 schätzen.

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