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Interview14.06.2017

Misstrauen für Demokratie besser als Gleichgültigkeit

Doch jetzt muss die Jugend aufwachen und Verantwortung übernehmen

Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschland Quelle: JUNGE UNION DEUTSCHLANDS/Laurence Chaperon Paul Ziemiak Bundesvorsitzender Junge Union Deutschland
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Misstrauen ist für die Demokratie besser als Gleichgültigkeit. Nur durch die politische Debatte können wir gemeinsam Entscheidungen treffen, die gut für unser Land und unsere Gesellschaft sind", sagt Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschland. "Mir ist vor allem wichtig, dass junge Menschen wieder politisiert sind und sich für ihre Ideale einsetzen." Deshalb wünscht sich Ziemiak, dass die Politisierung der jungen Generation sich auch in politischem Engagement manifestiert.





Die große europäische Jugend-Studie „Generation What“ zeigt ein dramatisches Misstrauen junger Menschen gegenüber von Institutionen. 64 % der deutschen Befragten haben kein oder überhaupt kein Vertrauen in die Politik, bei den Medien verhält es sich ebenso. Woher kommt diese Vertrauenskrise?
Misstrauen ist für die Demokratie besser als Gleichgültigkeit. Nur durch die politische Debatte können wir gemeinsam Entscheidungen treffen, die gut für unser Land und unsere Gesellschaft sind. In Deutschland hat man die Möglichkeit, sich an diesen Debatten zu beteiligen und unser Land selbst zu gestalten. Mir ist vor allem wichtig, dass junge Menschen wieder politisiert sind und sich für ihre Ideale einsetzen. Ich bin davon überzeugt, dass sie durch Teilhabe am politischen Prozess ihr Misstrauen überwinden.

Was müssen die Politik und Medien leisten, um aus dieser Vertrauenskrise herauszukommen?
Wir müssen Politik für junge Menschen machen. Wir brauchen echte Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Da hilft kein Abitur für alle, sondern echte Investitionen in Schulen und Kitas. Wir brauchen ein Rentensystem, das auch heutigen Azubis und Berufsanfängern noch ein Altern in Würde ermöglicht. Und wir müssen uns mehr für junge Familien einsetzen, zum Beispiel wenn es um die eigenen vier Wände geht. Gerade junge Familien können sich Wohnungen und Häuser in Städten, da wo häufig die Jobs sind, nicht mehr leisten. Daran muss sich etwas ändern!

56 % der Befragten finden das Bildungssystem „ungerecht“ oder „eher ungerecht“ – in anderen Ländern (etwa Finnland, 15 %) sind es deutlich weniger. Was kann und sollte dagegen getan werden?
Das stimmt, andererseits zeigen sich die Befragten bei den konkreten Zahlen sehr zufrieden: 81 Prozent fordern, dass Ausbildung und Studium vom Staat finanziert werden sollen – was durch unser einmaliges Ausbildungssystem und die flächendeckende Versorgung mit staatlichen Hochschulen geschieht. 64 Prozent sind der Meinung, dass unser Bildungssystem leistungsgerecht ist. Natürlich müssen wir an einer besseren und leistungsgerechteren Bildung arbeiten. Wir sollten uns aber auch vor Augen haben, dass wir eines der besten Bildungs- und Ausbildungssysteme der Welt haben.

26 % der Befragten glauben, dass es ihnen schlechter gehen wird als Ihren Eltern. Wie bewerten Sie das?
Für diese Befürchtung gibt es in der Regel keinen Anlass. Deutschland geht es so gut wie nie zuvor! Die Arbeitslosigkeit ist rekordverdächtig niedrig, mit der Schuldenbremse vermeiden wir zusätzliche Lasten für die Junge Generation und mit der Energiewende machen wir die Energieversorgung zukunftsfest. Es liegt an uns und unserer Generation ob wir diese Potentiale nutzen. Deshalb wünsche ich mir, dass die Politisierung der jungen Generation sich auch in politischem Engagement manifestiert!

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