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Interview24.07.2023

Ministerin sieht NRW für die Transformation gut aufgestellt

Was das größte Bundesland für die Autobranche tut

Mona Neubaur - Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen Quelle: MWIKE NRW/ Nils Leon Brauer Mona Neubaur Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Landesregierung Nordrhein-Westfalen
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Die Automobilwirtschaft in Nordrhein-Westfalen steht als Querschnittsbranche insgesamt für mehr als 600.000 Arbeitsplätze und wird insbesondere durch viele leistungsfähige Zulieferbetriebe geprägt", betont NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/ Die Grünen). Damit das so bleibt, tut ihr Haus einiges.





Die deutsche Autoindustrie bewertet ihre Lage derzeit positiv, macht sich aber Sorgen um die Zukunft. Wie schätzen Sie die Situation der Branche in Ihrem Bundesland ein?
Die Automobilwirtschaft in Nordrhein-Westfalen steht als Querschnittsbranche insgesamt für mehr als 600.000 Arbeitsplätze und wird insbesondere durch viele leistungsfähige Zulieferbetriebe geprägt. Ein Fünftel der 100 größten Automobilzulieferer in Deutschland kommt aus NRW. Wir können also selbstbewusst sagen: Ein Auto aus Bayern oder Baden-Württemberg würde ohne Teile aus Nordrhein-Westfalen nicht fahren. Und das soll auch so bleiben! Klar ist aber auch, dass die Automobilindustrie vor großen Herausforderungen steht. Ob bei Dekarbonisierung, alternativen Antrieben oder automatisiertem Fahren: Der Schlüssel für eine klimaschonende Zukunft und einen gelungenen Transformationsprozess sind Innovationen, neue Technologien, Produkte und Anwendungen. Durch die Elektrifizierung der Antriebe können wir die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen reduzieren sowie klima- und gesundheitsschädliche Emissionen verringern. Elektrifizierung, Digitalisierung und Vernetzung helfen auch dabei, Straßenfahrzeuge zukünftig besser in ein flexibles, intermodales Verkehrssystem zu integrieren. Dass Nordrhein-Westfalen für diese Transformation gut aufgestellt ist, hat auch eine Studie von IW Consult zur Zukunft der Automobilwirtschaft in Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2021 gezeigt. Vor allem durch die dynamisch wachsende Fertigung von Elektrokomponenten ist Nordrhein-Westfalen hier gut aufgestellt! Diese macht laut Studie schon heute sechs Prozent der gesamten Automobilwertschöpfung in NRW aus.

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Insbesondere die internationale Wettbewerbssituation wird als problematisch angesehen - wie unterstützen Sie die Branche in Ihrem Bundesland diesbezüglich?
Wir setzen uns dafür ein, die guten Rahmenbedingungen in Nordrhein-Westfalen mit hervorragend ausgebildeten Fachkräften, exzellenten Hochschulen und einer stark vernetzten Branche weiter zu verbessern und unterstützen zum Beispiel auch das von Zulieferern getragene Kompetenznetz „automotiveland.nrw“. Hinzu kommt unser klares Bekenntnis zum Ausbau der Elektromobilität. Vor allem begleitet die Landesregierung die Automobilwirtschaft in Nordrhein-Westfalen aktiv bei der Entwicklung von Innovationen. Mit der gezielten Förderung von Chancenfeldern wollen wir die Innovationskraft der Unternehmen stärken und damit gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten und ausbauen. Dazu haben wir zum Beispiel im EFRE-Programm NRW 2021-2027 Innovationswettbewerbe in den Themenbereichen „Produktion“, „Mobilität“ sowie „IKT“ aufgelegt. In der vergangenen EFRE-Förderperiode ist es gelungen, Wertschöpfungsketten und branchenübergreifende Kooperationen zu stärken und insbesondere den Mittelstand systematisch zu fördern. Außerdem profitiert die Automobilindustrie in Nordrhein-Westfalen auch von Maßnahmen zum klimaneutralen Umbau im Mittelstand  und zum Ausbau des 5G-Netzes. So können Wachstum und Beschäftigung nachhaltig gesichert werden.

Nicht zuletzt viele Mittelständler investieren in experimentelle Konzepte, selbst bei der Gefahr einer Fehlinvestition - wie innovativ ist die Branche in Ihrem Bundesland aus Ihrer Sicht?
Ohne „Trial and Error“ entstehen keine neuen Ideen und Technologien. Wir unterstützen die Unternehmen dabei, Wegbereiter für die Mobilität von morgen zu sein, indem wir gezielt Innovationen fördern und die enge Verbindung der Industrie mit unserer dynamischen und vielfältigen Forschungslandschaft stärken. Hier setzt etwa unsere erfolgreiche Landesrichtlinie progres.nrw – Innovation an. Auch die Unternehmen selbst entwickeln durch gezieltes Innovationsmanagement neue, zukunftsweisende Anwendungsbereiche. So hat etwa die WKW-Gruppe, ein Unternehmen für Aluminium-, Stahl- und Kunststoffverarbeitung, spezielle Kühlplatten entwickelt, die für die Batteriekühlung von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden können und dabei das Gewicht der Fahrzeuge deutlich reduzieren. Das ist eines von vielen beeindruckenden Beispielen für die Innovationskraft der Branche in Nordrhein-Westfalen.

Als ein Problem gilt der Fachkräfte-Mangel. Wie lässt sich dieser abmildern?
Menschen machen Innovationen – und genau die benötigen wir für den Aufbruch in eine klimaneutrale Gesellschaft. Das gilt insbesondere für die sich massiv transformierende Automobilindustrie. Die Landesregierung hat eine ressortübergreifende Fachkräfteoffensive NRW ins Leben gerufen, um Maßnahmen zu bündeln und entscheidenden Akteure des Arbeitsmarkts eng einzubinden. Mit unterschiedlichen Maßnahmen wie einer Meisterprämie oder Lotsenprogramme für Schülerinnen und Schüler wollen wir dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Besonders großes Potenzial sehen wir bei Frauen, das wir durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und flexible Betreuungsangebote in Kommunen und Unternehmen heben möchten. Auch Migrantinnen und Migranten sind Teil der Lösung. Hier brauchen wir eine echte Willkommenskultur!  Auch die Unternehmen selbst können viel tun, um ihren eigenen Bedarf zu decken und langfristig gute Fachkräfte zu binden: durch attraktive Arbeitsbedingungen und Karrierechancen. So hat beispielsweise ein international tätiger Automobilzulieferer in Wuppertal, die APTIV Services Deutschland GmbH, ein sogenanntes Companion-Programms initiiert: Persönliche Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen unterstützen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Herausforderungen im Alltag – von der Kinderbetreuung bis zur Suche des passenden Sportvereins – oder organisieren Veranstaltungen, um die Region besser kennen zu lernen.

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