Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview21.07.2021

Milliarden für Wasserinfrastruktur nötig

Wie ein UFZ-Forscher den Entwurf zur Wasserstrategie bewertet

Prof. Dr. Dietrich Borchardt - Leiter des Departments Aquatische Ökosystemanalyse und Management am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ Quelle: Sebastian Wiedling/UFZ Prof. Dr. Dietrich Borchardt Leiter des Departments Aquatische Ökosystemanalyse und Management Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Dipl.- Journ. Thomas Barthel
Founder & Herausgeber
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

"Wasser, der Wasserkreislauf und Wassereinzugsgebiete kennen keine administrativen Grenzen oder den Föderalismus" betont Prof. Dr. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Gerade für den Krisenfall brauche es daher einen effektiven und schnellen Datenaustausch. Außerdem sieht er erheblichen Finanzbedaf.





Ein Ziel der geplanten Wasserstrategie ist es, Nutzungskonflikten vorzubeugen. Wer sollte aus Ihrer Sicht bei den aufzustellenden Nutzungshierarchien ganz oben stehen?
Bei den Nutzungshierarchien sicherlich das Trinkwasser, wenn es nachhaltig gewonnen, aufbereitet, verteilt und konsumiert wird.

Verbundnetze und Fernleitungen sollen die ortsnahe Wasserversorgung ergänzen. Wie bewerten Sie das?
Bei den sich abzeichnenden Entwicklungen im Klima und beim Wasserbedarf ist es sinnvoll, vorhandene ortsnahe Rohwasserquellen durch Verbünde oder alternative Quellen entweder als zweites Standbein zu haben oder sie im Krisenfall aktivieren zu können. Das führt zu mehr Resilienz und ist sinnvoll insbesondere dort, wo in den letzten Trockenjahren die genehmigten Wasserfördermengen ausgeschöpft oder mit Ausnahmegenehmigungen sogar übernutzt wurden.

JETZT HERUNTERLADEN

DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

DIE DOKUMENTATION ENTHÄLT

alle Debattenbeiträge ungekürzt im Original
Übersicht aller aktiven Debattenteilnehmer
Summary für Ihr Top-Management
MEHR ERFAHREN


Im Rahmen der Strategie soll auch der Datenaustausch zwischen den zuständigen Stellen in Bund, Ländern, Kreisen und Kommunen verbessert werden. Welchen Beitrag kann das zu einer sicheren Wasserversorgung leisten?
Wasser, der Wasserkreislauf und Wassereinzugsgebiete kennen keine administrativen Grenzen oder den Föderalismus. Sie müssen aber in diesen natürlichen Einheiten hinsichtlich Quantität, Qualität und Ökologie bewirtschaftet werden. Deshalb ist der effektive und schnelle Datenaustausch sinnvoll und notwendig, auch für eine sichere Wasserversorgung. Das brauchen wir im Krisenfall akuter Dürre und Wasserknappheit, genauso wie für die langfristigen Planungen zum Umbau unserer Wasserinfrastrukturen.

In einem Sofortprogramm sollen in den kommenden 10 Jahren jeweils 100 Millionen Euro für einen besseren Zustand der Gewässer eingesetzt werden. Was sagen Sie zu dieser Summe?
Das ist eine beträchtliche Summe und sinnvoll, um wichtige Initiativen zur Umsetzung der prioritären Handlungsfelder der Wasserstrategie zu starten und mittelfristig abzusichern.

Der Finanzbedarf für die Umsetzung der konkreten Maßnahmen für die Anpassung an den Klimawandel und zum nachhaltigen Schutz des Wassers ist aber sehr viel größer. Allein die Kosten für den Umbau der Wasserinfrastrukturen werden zum Beispiel auf 3 Mrd €/Jahr geschätzt, die für die Umsetzung der Gewässerschutzmaßnahmen nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie auf 8 Mrd.€ von 2022 bis 2027. Dieser Finanzbedarf muss aus ganz unterschiedlichen Quellen erbracht und sehr viel stärker als bisher Verursacher gerecht und nach dem Kostendeckungsprinzip folgend ausgerichtet werden.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Siegfried Gendries
Mitglied
Partner für Wasser e.V.

Siegfried Gendries - Mitglied im Expertenbeirat von Partner für Wasser e.V.
Wasser | Infrastruktur

Eklatante Daten-Dürre rund ums Wasser

Wie die Wasserversorgung resilient werden kann

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Siegfried Gendries
Mitglied
Partner für Wasser e.V.

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Godehard Hennies
Geschäftsführer
Wasserverbandstag e.V.

Godehard Hennies - Geschäftsführer, Wasserverbandstag e.V.  Bremen | Niedersachsen | Sachsen-Anhalt
Wasser | Infrastruktur

Wie der Wasserschatz verteilt werden sollte

Und wie das zu zu organisieren ist

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Godehard Hennies
Geschäftsführer
Wasserverbandstag e.V.

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Durmus Ünlü
Geschäftsführer
Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW)

Dr. Durmus Ünlü - Geschäftsführer, Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW)
Wasser | Infrastruktur

Mehr Wasserstress durch den Klimawandel

Wie die Politik für genug sauberes Wasser sorgen ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Durmus Ünlü
Geschäftsführer
Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW)

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.