Menue-Button
← FACHDEBATTE Interview

Essen bündelt Projekte in Smart City Initiative

Wie Service und Sicherheit zusammenkommen

Peter Adelskamp - CDO der Stadt Essen Quelle: Stadt Essen Peter Adelskamp CDO Stadt Essen 03.01.2022
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

"Insbesondere in den Bereichen Umwelt, Nachhaltigkeit und Mobilität hat sich die Stadt Essen in den letzten Jahren um viele Förderprojekte erfolgreich beworben", erklärt Peter Adelskamp - CDO der Stadt Essen. Wie Förderprogramme noch besser wirken könnten sagt er auch.







Nach aktuellen Daten holen deutsche Städte bei der Digitalisierung auf. Wie ist smart ist Essen derzeit aus Ihrer Sicht im europäischen Vergleich?
Wie eine Stadt in einem Ranking abschneidet ist immer davon abhängig, was die auswertende Organisation für wichtig hält. Der Smart City Index der Bitkom sortiert die Stadt Essen unter 84 Städten im Mittelfeld ein. Gegenüber dem Vorjahr konnten wir uns um einige Plätze verbessern, insbesondere in den Teildisziplinen Verwaltung sowie Mobilität. Über die vielen Kontakte der Stadt zu anderen nationalen und internationalen Städten wissen wir, dass sich alle mit den gleichen Themen befassen und darin unterschiedlich weit sind. Insbesondere in den Bereichen Umwelt, Nachhaltigkeit und Mobilität hat sich die Stadt Essen in den letzten Jahren um viele Förderprojekte erfolgreich beworben. Projekte, wie die adaptive Beleuchtungssteuerung auf der Kampmannbrücke, ein System zur Ermittlung des Wasserbedarfs von Stadtbäumen, KI-basierte Straßenzustandserfassung mit einem Messfahrzeug oder eine intelligente Ampelsteuerung zur Vermeidung von Luftemissionen, sind nur einige Beispiele. Die kommunikative Bündelung dieser Themen als Smart City-Initiative hat Oberbürgermeister Thomas Kufen auf den Weg gebracht, damit die Wahrnehmung der Maßnahmen in ihrer Gesamtheit in Essen und darüber hinaus besser wird.

JETZT BESTELLEN

DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

DIE DOKUMENTATION ENTHÄLT

alle Debattenbeiträge ungekürzt im Original
Übersicht aller aktiven Debattenteilnehmer
Summary für Ihr Top-Management
MEHR ERFAHREN


Das Thema Cybersicherheit gilt als systemkritisch. Welche Unterstützung brauchen Sie in dieser Frage von wem?
Die Verwaltungen werden schon seit vielen Jahren täglich zigfach angegriffen und konnten sich bislang immer ganz gut dagegen wehren sowie den technischen Schutz verbessern. Die Cyberangriffe haben aber an Qualität und Quantität deutlich zugenommen. Immer mehr Verwaltungen, öffentliche Institutionen und Firmen melden erfolgreiche Attacken und müssen über Wochen und Monate einen Notbetrieb fahren. Gerade für Kommunen, die viele Aufgaben in der Daseinsvorsorge und der akuten Lage zur Pandemiebewältigung haben, kann dies massive Auswirkungen auf die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen haben.

Die Stadt Essen lässt gerade ihren internen IT-Dienstleister einer externen IT-Sicherheitszertifizierung unterziehen. Das damit betraute Unternehmen berät auch die Verwaltung hinsichtlich verschiedener Maßnahmen. Neue Systeme werden in der Regel durch sogenannte Penetrationstests dahingehend geprüft, ob Sicherheitslücken bestehen. Solche Tests und Zertifizierungen können nur von unabhängigen Firmen erfolgen. Daneben gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Computer Emergency Response Team des Landes NRW, über das angeschlossene Kommunen laufende Informationen über sie Sicherheitslage erhalten. Über den Dachverband der kommunalen IT-Dienstleister gibt es einen weiteren Austausch mit Verwaltungen und ihren IT-Bereichen. Dabei geht es nicht nur um technische Fragestellungen, sondern auch um Fragen wie die Beschäftigten für einen vorsichtigen Umgang mit IT sensibilisiert werden können, wie Notfallpläne aufgestellt werden und wie entstandene Schäden best- und schnellstmöglich behoben werden können.

Empfohlen werden private Finanzierungs-Partnerschaften, weil die Kooperationen mit erfahrenen Smart-City-Providern versprechen. Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie in (teil-)privaten Finanzierungsmodellen für Smart-City-Projekte?  
Die Kommunen können in der Regel keine Geschäftsmodelle aufbauen, wonach eine Dienstleistung einen bestimmten Preis kostet und wenn man bereit ist mehr zu bezahlen, einen besseren Service bekommt. Die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen haben ein Recht darauf, zu gleichen Sachverhalten auch gleiche Leistungen zu nachvollziehbaren Konditionen zu erhalten. Über Mehrwert- und Premiumdienste finanzieren sich viele private Dienstleistungen, die über einen gewissen kommunal finanzierbaren Standard hinausgehen. So ist es im Bereich von Smart City-Projekten denkbar, dass über das kommunale Pflichtprogramm hinaus weitere Dienstleistungen angeboten und durch private Unternehmen auch verrechnet werden, die in die Mehrwerte investieren. Häufig sinken die Preise für Mehrwertdienste mit der Zeit, sodass auch immer mehr Nutzende davon profitieren können. Durch Kooperationen ist es also möglich, eine gute Basisqualität einer Dienstleistung bieten zu können und darüber hinaus einen zusätzlichen Service.

Es gibt bereits Fördermöglichkeiten von der EU und der Bundesregierung. Wie sollten diese in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden?
Der Fokus von Fördermaßnahmen sollte mehr auf konkreten Projekten liegen und weniger auf einer bestimmten Kommune. Mit jeder Förderung muss auch eine Regelung verbunden sein, wie das Ergebnis allen anderen Kommunen übermittelt werden kann und wie eine Nachnutzung möglich ist. Häufig kommen interessante Projekte nicht über eine Machbarkeitsstudie hinaus, weil nicht direkt auch mitgedacht wurde, wie eine Flächendeckung erreicht werden kann. Dazu müssen sich auch die Kommunen intensiv miteinander vernetzen und bereit sein, gute Lösungen zu teilen. Die Stadt Essen ist in vielen Netzwerken aktiv, denn wir wissen, dass die Entwicklung einer Stadt nicht an einer Ortsgrenze endet.

UNSER NEWSLETTER

Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN

■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Anton Kreuzer
CEO
DriveLock

Anton Kreuzer - CEO bei DriveLock
Smart City | Digitalisierung

Cybersicherheit wird bei der ■ ■ ■

Wie Smart Citys aus Sicht eines ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Anton Kreuzer
CEO
DriveLock

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. Dr. Sabine Sedlacek
Vizerektorin
Modul Uni Wien

Prof. Dr. Sabine Sedlacek - Vizerektorin der Modul Uni Wien
Smart City | Digitalisierung

Ein integrierter Ansatz der ■ ■ ■

Warum Wien besonders smart ist

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Prof. Dr. Sabine Sedlacek
Vizerektorin
Modul Uni Wien

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Stefan Carsten
Zukunftsforscher und Stadtgeograf
Selbstständig

Dr. Stefan Carsten - Zukunftsforscher und Stadtgeograf
Smart City | Digitalisierung

Immer digitaler, nicht aber unbedingt ■ ■ ■

Wie die deutschen Städte im internationalen ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Dr. Stefan Carsten
Zukunftsforscher und Stadtgeograf
Selbstständig

ZUR FACHDEBATTE

■■■ DIESE FACHDEBATTEN KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN

Uwe Rempe

INITIATOR
Uwe Rempe
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

Uwe Schimunek

INITIATOR
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.