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19.08.2018
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ENTLASTUNG DER INNENSTADT GEHT NUR ZU LASTEN DES AUTOVERKEHRS

Worüber Erlangen bei öffentlichen Verkehr nachdenkt

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen

Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen [Quelle: Erlangen]


"Die konsequente Förderung von Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr wäre für die Innenstadt von Erlangen die beste Lösung", sagt Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen. ÖPNV sollte aus ihrer Sicht erschwinglich sein aber nicht kostenlos.


Augsburg führt als erste deutsche Großstadt den kostenlosen Nahverkehr ein? Was halten Sie vom kostenlosen ÖPNV und wäre das für Ihre Stadt auch denkbar?
ÖPNV sollte auf jeden Fall erschwinglich sein, nicht kostenlos. In Erlangen kostet die Einzelfahrt 2,30, das ist sehr teuer. Eine kurze, kostenlose, oder sehr günstige Innenstadt-Verbindung von unserem Großparkplatz aus hielte ich für gut.         

Kritiker eines kostenlosen ÖPNV wenden ein, dass vor allem Fußgänger und Radfahrer auf den kostenlosen ÖPNV umsteigen könnten. Folge wäre eine Überlastung des ÖPNV. Welches wären die wichtigsten Maßnahmen für den Verkehrsmix der Zukunft aus Ihrer Sicht?
Für mich ist es für Erlangen ein wichtiges Anliegen, die Innenstadtbereiche vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Das geht nur zu Lasten des Autoverkehrs, der dadurch eingeschränkt werden muss.

Die konsequente Förderung von Bus, Bahn, Rad und Fußverkehr wäre für die Innenstadt von Erlangen die beste Lösung. Dazu gehören auch günstige Fahrpreise. Derzeit arbeiten wir ja auch an der Realisierung einer Stadt-Umland-Bahn, also einer Straßenbahn.

Der ÖPNV ist Teil eines komplexen Netzes an öffentlichem Verkehr. Welche Rolle spielt das für den Verkehrsmix - und welche Stellschrauben sehen Sie hier noch zur Optimierung?
Stadt-Umland-Bahn-Ausbau, Radschnellwegenetz installieren, Förderung Radverkehr (Infrastrukturverbesserungen), vermehrtes Jobticket-Angebot, Einsatz eines Mobilitätsmanagements, Ausbau der Carsharing-Angebote, Großparkplatzsituation optimieren, damit bessere Park-and-ride-Angebote entstehen können.

Welche Chancen sehen Sie in der Digitalisierung für den optimalen Verkehrsmix?
Ich glaube, dass in der Zukunft die digitale Verknüpfung der Transportmittel eine viel höhere Flexibilität in der Wahl der Verkehrsmittel und damit auch eine Verlagerung vom MIV zum ÖPNV ermöglichen wird.

Dann wären Langsamverkehr mit Mietfahrrädern, Cargobikes, oder Carsharing, Fahrgemeinschaften und somit auch Vermeidung unnützer Fahrten sowie bessere Fußgängerverbindungen leichter möglich.