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16.05.2021
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ENERGIEINTENSIVES KRYPTO-MINING EINDÄMMEN

Digitalwirtschaft zeigt vergleichsweise gutes Verhältnis von wirtschaftlichem Mehrwert zu Ressourcenverbrauch

Franz von Weizsäcker - Head of Datacipation Programme, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Franz von Weizsäcker - Head of Datacipation Programme, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH [Quelle: privat]


Franz von Weizsäcker hat das GIZ Blockchain Lab geleitet und arbeitet derzeit mit der African Union zu Datenpolitischen Fragen als Projektleiter des DataCipation-Programmes im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Er beobachtet derzeit, wie Kryptowährungen im Wesentlichen als Wertanlage eingesetzt werden. Gegen die energieintensive Mining-Aktivität ließe sich etwas tun. Insgesamt stehe die Digitalwirtschaft mit Blick auf die Nachhaltigkeit vergleichsweise gut da.


Bitcoin und andere Kryptowährungen werden aktuell im Wesentlichen als Wertanlage eingesetzt - es gibt keine Anzeichen, dass dezentrale Kryptowährungen sich für den Zahlungsverkehr durchsetzen könnten. Für den Zahlungsverkehr sind praktisch flächendeckend datenbankbasierte Systeme wie zum Beispiel SWIFT im Einsatz, die im Gegensatz zu Bitcoin eine geeignete Performance haben und einen entsprechend geringen energetischen Fußabdruck pro Transaktion besitzen.

Politik kann Anreize setzen

Regierungen könnten durch Finanzmarktregulierung, durch Lizenzierung des Betriebes von Krypto-Mining-Infrastrukturen, und Energiepreise Anreize setzen um den energieintensiven Betrieb von "Proof of Work"-Krypto-Mining Infrastrukturen einzudämmen. Ein koordiniertes Vorgehen der Staaten würde hier Sinn machen, da die Infrastrukturen sich weltweit befinden. Ein Kursverfall des Bitcoin-Wertes würde ebenfalls die energieintensive Mining-Aktivität weitgehend unwirtschaftlich machen.

Die Digitalwirtschaft hat im Vergleich mit vielen anderen Branchen (Bau, Transport, Landwirtschaft uvm.) ein vergleichsweise gutes Verhältnis von wirtschaftlichem Mehrwert zu Ressourcenverbrauch.