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08.12.2021
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DIGITALE SOUVERÄNITÄT IST EIN WICHTIGES PRINZIP

Wie die „lighthouse city“ München digital wird

Thomas Bönig - CDO der Landeshauptstadt München

Thomas Bönig - CDO der Landeshauptstadt München [Quelle: München/ Klaus Neubck]


Die Entwicklung zu "Smart City" betrifft alle "Kernbereiche wie Stadtgesellschaft und Infrastruktur – aber auch die Verwaltung selbst", berichtet der CDO Landeshauptstadt München, Thomas Bönig. Der IT-Referent zählt zahlreiche Erfolge auf - und erklärt, wo noch mehr geht.


Nach aktuellen Daten holen deutsche Städte bei der Digitalisierung auf. Wie ist smart ist München derzeit aus Ihrer Sicht im europäischen Vergleich?
Smart City ist ein zentraler Maßnahmenkomplex der Münchner Digitalstrategie und beeinflusst alle darin adressierten Kernbereiche wie Stadtgesellschaft und Infrastruktur – aber auch die Verwaltung selbst.

München engagiert sich schon lange erfolgreich in großen Förderprojekten, beispielsweise gemeinsam mit europäischen Partnerstädten an „Smarter Together“ sowie im Bereich Forschung und Wirtschaft im EU-Programm Horizon 2020. Als sogenannte „lighthouse city“ haben wir zentrale Themen wie Energie, Umwelt, Mobilität und die Beteiligung der Menschen vor Ort in innovativen Lösungen umgesetzt. Digitalisierung und IT spielen dabei als Enabler eine zentrale Rolle und wir entwickeln unsere Angebote und Fähigkeiten kontinuierlich weiter.

Vor diesem Erfahrungshorizont engagiert sich die Landeshauptstadt München in weiteren EU-Programmen, sind aber auch mit dem „Eisbrecher“-Projekt „Connected Urban Twins - CUT“ mit den Partnern Hamburg und Leipzig auf nationaler Ebene seit Januar 21 unterwegs – mit Strahlwirkung in die EU-Community. Ausdruck für die zahlreichen Erfolge der Entwicklung Münchens zu einer attraktiven, modernen und nachhaltigen Smart City ist unsere gute Platzierung im Bitkom Ranking der Smart Cities Deutschlands, worüber wir uns sehr freuen.


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DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

Das Thema Cybersicherheit gilt als systemkritisch. Welche Unterstützung brauchen Sie in dieser Frage von wem?
Cybersicherheit ist mehr als nur eine wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Digitalisierung in Kommunen. Insbesondere im Kontext der Smart City ist sie zentraler Baustein, um die Resilienz der intelligenten Infrastrukturen sicherzustellen. Die Landeshauptstadt München hat ein umfassendes Informationssicherheitsmanagement etabliert, welches die oben genannten Themenfelder adressiert.

Im Bereich der Prävention und Detektion kommen etablierte und bewährte Sicherheitstechnologien zum Einsatz, die auch in die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland (BSI) und des Freistaat Bayern (LSI) eingebunden sind.

Empfohlen werden private Finanzierungs-Partnerschaften, weil die Kooperationen mit erfahrenen Smart-City-Providern versprechen. Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie in (teil-)privaten Finanzierungsmodellen für Smart-City-Projekte?
Partnerschaften sind ein spannendes Modell, um diese komplexe, umfassende Aufgabenstellung mit geeigneten Lösungen zu unterstützen. Es gibt allerdings nicht die eine, allumfassende Plattform, sondern ist es eher das Zusammenwirken unterschiedlichster Komponenten. Auch müssen diese Lösungen zu den jeweiligen Rahmenbedingungen der Stadt passen. Die digitale Souveränität ist dabei ein wichtiges Prinzip in München. Auch der Einsatz von Open Source hat lange Tradition und die Nutzung etablierter Standards zur effektiven Integration. Dieses Zusammenspiel muss stets ergebnis- und nutzenorientiert sein, die Möglichkeiten für eine effektive Zusammenarbeit schaffen sowie Expertise und Technologieentwicklungen berücksichtigen. Das Vergaberecht ist zudem eine besondere Herausforderung. Daher setzen wir auch sehr auf Kooperationen, in die wir unser Wissen einbringen, gemeinsam an Lösungen arbeiten, profitieren und die Nutzung für uns und durch Dritte fördern.
 
Es gibt bereits Fördermöglichkeiten von der EU und der Bundesregierung. Wie sollten diese in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden?
Ja, es gibt große Fördertöpfe, aber auch zahlreiche Städte – große und kleine – und Konsortien, die um dieses Geld konkurrieren. Natürlich ist es wichtig, nur die besten Ideen an den Start zu bringen, aber gerade hier können i.d.R. nur sehr erfahrene und potente Organisationen zum Ziel kommen. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb ist sinnvoll und schafft gerade jetzt mehr Flexibilität bei der finanziellen Belastung durch die Corona-Situation. Schon im Vorfeld sollte das Engagement besser unterstützt, die komplexen Regularien verschlankt und mehr Information bereitgestellt werden. Entsprechende Beratungsangebote mit Rechtsexpertise könnten für qualitativ bessere Ergebnisse sorgen und höhere Erfolgschancen für deutsche Städte schaffen. Es sollte ein Raum geschaffen werden, in dem sich passende Organisationen und Kommunen finden und mit kompetenter Unterstützung erfolgreich sind. Mit unserem Engagement bei EuroCities und in diversen Netzwerken ist hier schon eine Basis geschaffen. Aber da geht noch mehr.