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Die Werkzeuge für erfolgreiche Gamification

Wie man spielerisch arbeitet und lernt

Daryl Roske - Geschäftsführer, Pop Rocket Labs GmbH Quelle: Pop Rocket Labs Daryl Roske Geschäftsführer Pop Rocket Labs GmbH 07.10.2022
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Dipl.- Journ. Thomas Barthel
Founder & Herausgeber
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"Ein häufiges Missverständnis von Gamification ist, diese zwingend gleichzusetzen mit einer starken Gaming-Visualität – bunt, verspielt und sehr illustrativ", erklärt Daryl Roske von den Pop Rocket Labs. Der Mann aus der Praxis erklärt, was Spiel-Elemente wie bewirken können.







Welche Potenziale sehen Sie durch Gaming-Elemente in der Wirtschaft?
Unternehmen leben von Kommunikation – nach Außen und nach Innen. In einem Zeitalter, in dem digitale Kanäle die Hauptrolle spielen, ist eine Auseinandersetzung mit der Wirkung seiner Kommunikation zwingend. Der Grad der Involvierung und die Qualität des digitalen Erlebnisses sind entscheidend für den Erfolg der Kommunikation eines Unternehmens – vom Marketing über den Vertrieb bis zu den Human Resources.

Die Nutzung der Gamification-Methoden zur Erhöhung des User-Engagements bieten große Chancen zur nachhaltigen Bindung und Involvierung von potentiellen Kunden und Mitarbeitern.

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Insbesondere bei der Weiterbildung liegen Gaming-Elemente im Trend. Welche Potenziale sehen Sie in diesem Bereich?
Wissensvermittlung – auch im Rahmen von Weiterbildungen – ist ein dankbares Feld für motivatorische Maßnahmen. Eine lineare Vermittlung von Inhalten im digitalen Raum kämpft um Aufmerksamkeit und um nachhaltiges Interesse. Viele der Gamification-Werkzeuge wie Belohnungen (Anerkennung der geleisteten Involvierung), Fortschrittsanzeigen (Orientierungshilfe), Interaktionen (Wissensabfragen, Quiz-Formate) bieten große Möglichkeiten, Nutzer:innen stärker und langfristiger zu engagieren und so den Lernmoment als positives Erlebnis zu belegen.

Aktuelle Daten weisen darauf hin, dass jüngere Mitarbeiter der Gamification in der Arbeitswelt offener gegenüberstehen als ältere - was bedeutet das für den Einsatz von Gaming-Elementen von Unternehmen?
Ein häufiges Missverständnis von Gamification ist, diese zwingend gleichzusetzen mit einer starken Gaming-Visualität – bunt, verspielt und sehr illustrativ. Auch wenn eine solche Darstellung für die Ansprache von jüngeren Zielgruppen relevant sein kann, ist eine Differenzierung an der Stelle notwendig: Motivatorische Maßnahmen sind in erster Linie Mechaniken zur Involvierung der Nutzer:innen, müssen aber nicht zwingend verspielt oder sogar kindisch sein: z.B. bietet ein Fortschrittsbalken Orientierung und stellt das Ziel deutlich dar – kann aber gestalterisch zurückhaltend und zielgruppenaffin implementiert sein.

Meiner Meinung nach sollten Gamification-Methoden mit einem kontinuierlichen Fokus auf das Zielpublikum konzipiert sein: eine motivatorische Wirkung kann so auch für ältere Nutzer:innen erzeugt werden – diese muss nur passend sein.

Welche besonderen Anforderungen müssen die technischen Lösungen erfüllen, um erfolgreich zu sein?
User:innen werden sich mit einem digitalen Angebot länger und intensiver auseinandersetzen, wenn aus einer reinen Wissensvermittlung ein digitales Erlebnis wird. Im Kern jedes Gamification-Ansatzes findet als erstes eine Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Ziel-Audience statt – Was erhoffen sie sich aus der Nutzung des Angebots? Sind Bedenken bekannt? Wie heterogen sind die Interessen? Durch diese stark nutzerzentrischen Vorgehensweise wird eine Fehlausrichtung von vornherein vermieden und die Grundlage für ein nachhaltig motivierendes Engagement geschaffen.

Eine erfolgreiche Involvierung der Nutzerschaft wird durch den punktuellen Einsatz von motivatorischen Mechanismen, wie:
    • Belohnungen: Nichts motiviert so, wie eine gut platzierte Belohnung. Neben Auszeichnungen, Punkten oder auch einem Eintrag auf der Bestenliste, können Belohnungen auch audiovisuell über eine schöne Animation gestaltet sein.
    • Entscheidungen: Die User vor eine Auswahl zu stellen, involviert sie aktiv in den Content. Ob Quizfragen, Sterne-Bewertungen als Feedback – Entscheidungen erzeugen eine Involvierung.
    • Repräsentation: Ein eigener Avatar, die Kommentarfunktion oder sogar ein Produktkonfigurator? Dem Produkt einen eigenen Stempel aufzudrücken und sich selbst repräsentiert zu sehen, schafft eine persönliche Nähe zum Produkt und erhöht die Wahrscheinlichkeit, das Inhalte geteilt werden.
    • Herausforderungen: Durch Zeitdruck, den Vergleich mit anderen Usern oder sich selbst, einen stetig ansteigenden Schwierigkeitsgrad... eine gut platzierte Herausforderung lässt User zu Höchstleistungen auflaufen.
    • Storytelling: Wir Menschen denken nicht in Zahlen, Fakten oder Stichpunkten – wir denken in Geschichten. Wir lieben es, einer gut strukturierten Narration zu folgen und merken uns deren Inhalte. Je stärker wir in die Erzählung eingebunden werden, desto effektiver!
    • Fortschritt: Ein Gefühl von Fortschritt hilft Usern, sich in einer Umgebung zurecht zu finden. Daher ist Fortschritt, ob in Fortschrittsbalken, Mini-Maps oder Abzeichen essenziell für jede Journey, der die User sich eine längere Zeit widmen sollen.

Diese Werkzeuge bieten umfangreiche Möglichkeiten, ein hohes Engagement zu generieren. Eins soll aber nicht ausser Acht gelassen werden: bei Gamification-Methoden hilft viel nicht zwingend viel – nur eine gute Abstimmung mit dem Inhalt und die richtige Dosierung bringt das gewünschte Resultat. Zu häufig Punkte sammeln, dauernd Highscores nachjagen und schnell werden die eigentlichen Botschaften ignoriert.

Kennen Sie Ihre Ziele und beantworten Sie diese Fragen, um nachhaltig Ihre Nutzerschaft zu motivieren und an Sie zu binden: Zu welchen Handlungen möchte ich die User motivieren? In welcher Priorisierung? Sprechen die Gamification-Maßnahmen meine Zielgruppe an und passen sie zu meinem Angebot?

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