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Interview07.09.2023

Der Weiterbildungsmarkt und der digitale Wandel

Warum Bayern ein Chancenland ist

Ulrike Scharf - Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Quelle: StMAS/ Elias Hassos Ulrike Scharf Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Bayerische Staatsregierung
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Die Bayerische Staatsregierung setzt alles daran, das Matching zwischen Arbeitgebern und Arbeitskräften zu verbessern – in allen Branchen", erklärt Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales (CSU). Sie erläutert, wie Bayern die Menschen unterstützt, beruflich durchzustarten.





Als eine Herausforderung beim Fachkräftemangel gilt die Diskrepanz zwischen vorhandenen Qualifikationen und dem Profil-Bedarf der Unternehmen – welche Bestrebungen gibt es in Ihrem Land, das zu lösen?
In Bayern leben über 13 Millionen Menschen, zwei Drittel davon sind im erwerbsfähigen Alter. Das ist ein großes Reservoir an Kompetenz, Fleiß und Talent. Die Bayerische Staatsregierung setzt alles daran, das Matching zwischen Arbeitgebern und Arbeitskräften zu verbessern – in allen Branchen. 2018 haben wir den Pakt für berufliche Weiterbildung 4.0 ins Leben gerufen, zusammen mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), dem Deutschen Gewerkschaftsbund Bayern, der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag und dem Bayerischen Handwerkstag. Damit unterstützen wir die Menschen, beruflich durchzustarten. Unser zentrales Weiterbildungsportal kommweiter.bayern.de schafft Klarheit: Welche Weiterbildung passt zu mir? Wer hilft mir bei der Finanzierung? Und an wen kann ich mich bei Fragen wenden? Unsere Weiterbildungsinitiatorinnen und -initiatoren beraten Beschäftigte und Betriebe ganz individuell und kostenfrei. Und in unserer ZD.B-Themenplattform Arbeitswelt 4.0 vernetzen sich Wirtschaft, Arbeitnehmerschaft und Forschung. Damit zusammenfindet, was zusammengehört, um die Arbeitswelt von morgen zu gestalten.

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Wie können auch Menschen ohne Berufsausbildung für die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen fit gemacht werden?
Ich bin überzeugt: Wer mit einer Ausbildung ins Berufsleben startet, steht später sicher und solide auf eigenen Beinen. Arbeit bietet mehr als nur finanzielle Sicherheit. Sie gibt uns das Gefühl, gebraucht zu werden, stiftet Sinn und bettet uns in soziale Beziehungen ein. Wir helfen den Menschen, diese Erfahrung zu machen. Bayern ist Chancenland! Mit früher Berufsorientierung unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, denn niemand soll die Schule ohne konkrete berufliche Perspektive verlassen. Die Bundesagentur für Arbeit und die Jugendämter bieten Jugendlichen proaktiv ihre Hilfe an. Der Arbeitsmarktfonds (AMF) fokussiert auf Menschen, die es schwerhaben am Arbeitsmarkt. Sie können sich mithilfe unserer Projekte für berufliche Aufgaben qualifizieren. Betriebe, die benachteiligten jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen, fördern wir über den Europäischen Sozialfonds Plus mit bis zu 5.720 Euro. Das Programm heißt „Fit for work – Chance Ausbildung“. Die Investition lohnt sich – für die jungen Talente, für die Betriebe, für die ganze Gesellschaft! Wir alle wachsen mit unseren Aufgaben.

Manche ausländischen Abschlüsse müssen in hiesige Standards überführt werden – welche Instrumente gibt es in Ihrem Bundesland dafür?
Wer einen Berufsabschluss im Ausland gemacht hat, kann ihn seit 2013 in Bayern anerkennen lassen. Voraussetzung ist, dass er gleichwertig zu unserem Standard ist – etwa hinsichtlich der Inhalte und Dauer der Ausbildung. Mein Ministerium koordiniert das Thema innerhalb der Staatsregierung. Die konkrete Prüfung übernimmt aber immer das Ressort, das auch für die jeweilige Ausbildung zuständig ist. Damit bei über 300 Ausbildungsberufen schnell die richtige Anerkennungsstelle feststeht, haben wir eine Koordinierungs- und Beratungsstelle Berufsanerkennung geschaffen – kurz: KuBB. Sie berät Betriebe und Anerkennungssuchende in allen wichtigen Fragen, zum Beispiel welche Unterlagen nötig sind. Daneben gibt es noch acht weitere Anerkennungsberatungsstellen in Bayern, von denen fünf durch mein Haus und drei vom Bund gefördert werden. Damit ausländische Fachkräfte möglichst schnell nach Deutschland einreisen können, gibt es zudem die Zentrale Stelle für die Einwanderung von Fachkräften (ZSEF), die – neben den örtlichen Ausländerbehörden – insbesondere für das beschleunigte Fachkräfteverfahren nach Artikel 81a des Aufenthaltsgesetzes zuständig ist. Für Pflegefachkräfte hat die Staatsregierung zum 1. Juli 2023 eine „Fast-Lane“ eingerichtet. Sie sehen: Viele Wege führen auf den bayerischen Arbeitsmarkt.

Wie können digitale Lösungen bei der beruflichen Qualifikation und Weiterbildung Abhilfe gegen den Fachkräftemangel leisten?
Auf zwei Arten: zum Einen mit virtuellen Weiterbildungen vom Schreibtisch aus, zum Anderen mit neuen digitalen Tools als Lernmethode. Ob wir einen Urlaub planen oder den nächsten Karriereschritt: Wir informieren uns meist zuerst im Internet. Die Zugriffszahlen auf unser zentrales Weiterbildungsportal zeigen es. Der Weiterbildungsmarkt macht sich den digitalen Wandel zunutze – und das ist gut so. Denn viele Menschen sind motivierter, wenn sie eine virtuelle Fortbildung zeitlich flexibel von zuhause aus machen können. Online-Kurse lassen sich oft besser in den Alltag integrieren. Gerade als Familienministerin ist mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Herzensthema. Den anderen großen Vorteil von virtuellen Lösungen sehe ich in den neuen Möglichkeiten. Digitale Tools können Wissen vermitteln – denken Sie an ChatGPT. Einsatzkräfte trainieren schwierige Situationen mithilfe von Augmented Reality, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Ein digitaler Zwilling eines Konzerns kann vorab Fehler im Produktionsprozess offenlegen und so den realen Betriebsablauf optimieren. Digitalisierung gibt den Menschen noch mehr Chancen, sich Fähigkeiten und Wissen anzueignen. Wir müssen sie nur klug und verantwortungsvoll nutzen.

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