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23.09.2019
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DER MEDIBUS BRINGT DEN ARZT AUFS LAND

Wie Smart Cities und Smart Regions die Lebensqualität verbessern können

Percy Ott - Head of Government Affairs, Cisco Systems GmbH; Vorsitzender der Expertengruppe "Smart Cities/Smart Regions" bei der Fokusgruppe „Intelligente Vernetzung“ des Digital-Gipfels

Percy Ott - Head of Government Affairs, Cisco Systems GmbH; Vorsitzender der Expertengruppe "Smart Cities/Smart Regions" bei der Fokusgruppe „Intelligente Vernetzung“ des Digital-Gipfels [Quelle: Cisco]


"Dort, wo Lösungen für die Menschen im Mittelpunkt stehen und Technologie sinnvoll zur Umsetzung genutzt wird, kann digitale Transformation vor Ort gelingen", sagt Percy Ott, Cisco-Experte und Berater beim Digital-Gipfel. In Deutschland tue sich viel, doch im internationalen Vergleich bleibt noch Luft noch oben.


Smart City ist eines der Trend-Themen bei der diesjährigen IFA – wo stehen die hiesigen Kommunen auf dem Weg zu Smart Cities?
Es tut sich viel in Deutschland – doch im internationalen Vergleich bleiben die Ansätze bislang eher kleinräumig und überschaubar. Einige Städte und Kommunen gehen das Thema strategisch, energisch und damit erfolgreich an. Dazu zählt beispielsweise Dortmund. Die Allianz Smart City Dortmund bringt alle relevanten Akteure zusammen, formuliert gemeinsame Ziele und baut am Ökosystem. Dafür wurde sie von der Stiftung "Lebendige Stadt" sowie von der Initiative "Stadt.Land.Digital" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ausgezeichnet. Dort, wo Lösungen für die Menschen im Mittelpunkt stehen und Technologie sinnvoll zur Umsetzung genutzt wird, kann digitale Transformation vor Ort gelingen. Wo Politik und Verwaltung einen Prozess mit den kommunalen Stakeholdern auf Augenhöhe gestalten, überzeugen sie Menschen und gewinnen die notwendigen politischen Mehrheiten. Smart City ist, wo und wie wir in Zukunft leben und arbeiten. Deshalb braucht es auch eine zielgerichtete Zusammenarbeit aller politischen Ebene von den Kommunen bis zum Bund.

Informations- und Kommunikationstechnologien verbrauchen schon heute immer mehr Ressourcen. Wie lässt sich sicherstellen, dass Smart Cities nicht mehr Probleme schaffen, als sie lösen?
Smart City beginnt mit kleinen Schritten, die alle auf eine Gesamtlösung ausgerichtet sein sollten. Das Zielbild ist Lebens-, Arbeits- und Aufenthaltsqualität verbessern, Ressourceneffizienz fördern und Resilienz stärken. Wer sich daran orientiert, beschreitet einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen Weg. Abgestimmte Mobilitätskonzepte lassen mehr frische Luft in den Innenstädten. Wer ständig im Stau steht, wird nicht nur selbst genervt, sondern nervt die Anwohner gleichermaßen. Hier kommt intelligente digitale Vernetzung ins Spiel. Smart Cities und Smart Regions bieten Menschen in Deutschland echte Wahlmöglichkeiten hinsichtlich ihres Lebensmittelpunkts. Ein Beispiel ist der Medibus, ein Projekt von DB Regio und Cisco. Die voll digitalisierte, rollende Arztpraxis bringt einen Nachteilsausgleich und Mehrwert an Lebensqualität in ländlichen Regionen.

In den Kommunen liegen viele Daten bereits vor – wer sollte zu welchen Bedingungen Zugriff auf amtliche Daten bekommen?
Smart Cities benötigen eine digitale, agile Verwaltung. Die Modernisierung der Verwaltung ist jedoch eine Aufgabe, die es unabhängig zu lösen gilt. Mit der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes gibt es eine sinnvolle Orientierung. Der eGovernment Wettbewerb von BaeringPoint und Cisco belegt, dass in der öffentlichen Verwaltung sehr viele kreative Ideen vorhanden sind. Richtig gemacht kann Digitalisierung Verwaltungsabläufe für Bürgerinnen und Bürger und für die Verwaltung sinnvoll verbessern. Dabei gelten weiter die Prinzipien von Verwaltungsrecht und Datenschutz.

Wie sollte bei Smart-City-Lösungen der Datenschutz für die Bürger gewährleistet werden?
Bei Smart Cities müssen Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. "Smart" bedeutet, den Menschen als selbstständig Handelnden in den Mittelpunkt eines digital unterstützten Gemeinwesens zu rücken. Dazu gehören IT- Sicherheit sowie Datenschutz. OpenData ist, wo immer machbar, ein sinnvoller Weg. Wir stehen heute am Anfang der Nutzung von Daten. Das bedeutet, die meisten Datenquellen, die wir in Zukunft sehen werden, existieren entweder nicht, weil beispielsweise entsprechende Sensoren noch nicht installiert sind, oder sie sind nicht erschlossen. Mit der EU-Datenschutzgrundverordnung haben wir ein hohes und gutes Maß an Datenschutz erreicht, zu dem wir stehen und dem wir unsere Lösungen unterwerfen.