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02.02.2023
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150 MILLIONEN EURO FÜR TIROLER DIGITALISIERUNGSOFFENSIVE

Wie KMU in Tirol digital aufgestellt sind

Mario Gerber - Landesrat für Tourismus, Wirtschaft, Digitalisierung - Tiroler Landesregierung

Mario Gerber - Landesrat für Tourismus, Wirtschaft, Digitalisierung - Tiroler Landesregierung [Quelle: Land Tirol/Die Fotografen]


Der Tiroler Landesrat Mario Gerber konstatiert "große Fortschritte im Bereich der Digitalisierung" bei den KMU in seinem Land - nicht zuletzt durch deren Flexibilität in der Corona-Pandemie. Er berichtet von zahlreichen Förderprogrammen und einem positiven Beschäftigungseffekt durch die Digitalisierung.


Aktuelle Daten bescheinigen dem Mittelstand Fortschritte in der digitalen Transformation. Wo steht der hiesige Mittelstand in Sachen Digitalisierung im Vergleich?
Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen vor technische Herausforderungen gestellt. Die heimischen Unternehmen haben jedoch enorme Flexibilität unter Beweis gestellt, wodurch große Fortschritte im Bereich der Digitalisierung verzeichnet werden konnten – dies bescheinigt auch der DESI (Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft) 2022, der die EU-Länder diesbezüglich miteinander vergleicht: Demnach verfügen 64 Prozent der österreichischen KMU zumindest über eine grundlegende digitale Intensität (europaweit 55 Prozent). Um eine noch präzisere Datenlage zu erhalten, soll der DESI ab dem kommenden Jahr bundesweit auf regionale Ebenen heruntergebrochen werden. Die Federführung übernimmt die Statistik Austria.

Dies zeigt, dass bereits wichtige Schritte im Zuge der digitalen Transformation gesetzt wurden – nichtsdestotrotz sind weitere Investitionen in diesem Bereich notwendig. Mit gezielten Unterstützungsleistungen wie der Tiroler Digitalisierungsförderung, der digital.tirol – KMU Förderung, der Beratungsförderung oder der Förderung von Leuchtturmprojekten, wollen wir, vonseiten des Landes Tirol, Unternehmen bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten unterstützen und so zu einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Mit der Tiroler Digitalisierungsoffensive mitsamt dem Breitbandausbau, in die das Land Tirol 150 Millionen Euro investiert, werden die Weichen für die digitale Zukunft gestellt. Davon gehen 100 Millionen Euro in den Ausbau ultraschnellen Internets und 50 Millionen Euro in spezielle Digitalisierungsprojekte der Tiroler Wirtschaft, der Hochschulen, der Schulen und zugunsten der Tiroler Bevölkerung.


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DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

Wie unterstützen Sie den Mittelstand bei der digitalen Transformation - und welche Programme planen Sie gegebenenfalls?
Im Rahmen der Tiroler Digitalisierungsoffensive werden bereits seit dem Jahr 2018 zahlreiche Maßnahmen – von Bildungsmaßnahmen, über den Ausbau der Infrastruktur an Schulen bis hin zu gezielten Förderungen für Tiroler Unternehmen – vonseiten des Landes Tirol umgesetzt. Das Ziel der Tiroler Digitalisierungsförderung liegt darin, Unternehmen bei der Einführung modernster digitaler Technologien inklusive der Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen. Damit die Tiroler Betriebe mit den internationalen Entwicklungen im digitalen Bereich Schritt halten können, forcieren wir weiterhin eine umfassende Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen und fördern eine notwendige, möglichst frühzeitige Integration von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Zudem hat das Land Tirol im Jahr 2020 mit der „digital.tirol – KMU Förderung" ein Förderprogramm für Tiroler Klein- und Mittelbetriebe initiiert, das einen niederschwelligen Zugang zur Prozessdigitalisierung in Unternehmen bieten soll. Ziel der Förderaktion ist es, zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Tiroler Unternehmenslandschaft, zur Nutzung des Potentials der „Herausforderung Digitalisierung" sowie zur verstärkten Kooperation von Wirtschaftsakteuren beizutragen.

Diese Programme sollen über das Jahr 2022 hinaus entsprechend fortgeführt werden und Unternehmen auch künftig dabei unterstützen, ihre digitale Infrastruktur weiter zu verbessern.

Welche Unterstützung bekommen mittelständische Unternehmen insbesondere in Sachen IT-Sicherheit und Datenschutz?
Neben den oben genannten Förderprogrammen unterstützt das Land Tirol die Unternehmen auch bei Maßnahmen in den Bereichen IT-Sicherheit und Datenschutz. Neben Umsetzungsmaßnahmen werden beispielsweise auch Beratungs- und Schulungsleistungen vonseiten des Landes gefördert, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend für bestimmte Sicherheitsmaßnahmen zu sensibilisieren.

Welche Herausforderungen sehen Sie durch den Fachkräftemangel bei der Digitalisierung des Mittelstandes?
Eine Evaluierung des Landes-Förderprogrammes hat ergeben, dass die Digitalisierung nicht zu einem Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führt, sondern vielmehr einen positiven Beschäftigungseffekt mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund ist es wesentlich, einerseits bestehendes Personal im Umgang mit IT-Themen umfassend zu schulen und andererseits neue Fachkräfte entsprechend auszubilden. Darüber hinaus müssen IT-Berufe wie ProgrammiererIn, SoftwareentwicklerIn oder SystemadministratorIn künftig weiter attraktiviert werden. Hierzu gibt es bereits zahlreiche Projekte wie beispielsweise die Initiative „coding4kids", wo Schülerinnen und Schüler spielerisch die Welt der Digitalisierung entdecken.