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24.05.2018
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Wie die Ethikbank mit Nachhaltigkeit und E-Mobility umgeht

Klaus Euler, Vorstandsvorsitzender EthikBank

Klaus Euler, Vorstandsvorsitzender EthikBank [Quelle: EthikBank]


"Wir verbrauchen heute rund zweimal mehr Ressourcen als sich auf diesem Planeten regenerieren", konstatiert Klaus Euler, Vorstandsvorsitzender der EthikBank. Daher setzt sein Haus auf klare Kriterien bei Anlagen und Finanzierungen. Das kann sich sogar lohnen.


Die Themen Nachhaltigkeit und E-Mobility werden für die Bankenbranche immer wichtiger. Was macht die neuen grünen und nachhaltigen Geschäftsfelder so attraktiv?
Das Thema Nachhaltigkeit ist für uns kein neues Thema und seit der Gründung der EthikBank im Jahr 2002 zentraler Bestandteil der Geschäftspolitik.

Im Gegensatz zu traditionellen Banken distanzieren wir uns davon, einzelne „grüne Produkte“ anzubieten, während der gesamte Geschäftsbetrieb als solches nicht auf den Prüfstand kommt. Wir haben folgerichtig unsere sozial-ökologischen Anlage- und Investitionsrichtlinien über der gesamten Bank verankert. Das Geld unserer Kunden, egal ob Girokonto, Sparbrief, Festgeld oder Sparvertrag, investieren wir nur in ethisch und ökologisch einwandfreie Kredite und Wertpapiere

Welche konkreten Geschäftsmodelle verbinden Sie mit Ihrem Engagement bei Thema Ethik und Nachhaltigkeit?
Durch unsere Anlagerichtlinien ist sichergestellt, dass wir Gewinne nicht auf dem Rücken von Mitmenschen, Steuerzahlern, künftiger Generationen und der Umwelt erzielen.

Umgesetzt wird diese Grundhaltung der EthikBank in ihren strengen sozial-ökologischen Anlagekriterien – einem Mix aus Tabu- und Positivkriterien. Wir tätigen beispielsweise keine Investitionen in Firmen, die Militärwaffen herstellen oder vertreiben, Atomkraftwerke besitzen, Pflanzen und Saatgut gentechnisch verändern, Kinder zur Arbeit ausnutzen oder das Klima durch Kohle und fossile Brennstoffe zerstören. Im Unterschied zu konventionellen Banken macht die EthikBank die Verwendung ihrer Kundeneinlagen durchgängig transparent. So kann jeder Kunde nachvollziehen, wie und wofür die Bank sein Geld verwendet.

Darüber hinaus stellen wir konkrete nachhaltige Kreditangebote unseren privaten und kleinen mittelständischen Kunden zur Verfügung. Mit dem ÖkoKredit werden zum Beispiel die energetische Sanierung privater Wohnhäuser, Elektroautos und kleinere Solaranlagen finanziert. Geld für größere Solaranlagen stellt die Photovoltaik-Finanzierung bereit. Der ÖkoBaukredit fördert den Bau von Ökohäusern und energieeffiziente Altbausanierung.

Wie profitieren Ihre Kunden konkret von den neuen nachhaltigen Geschäftsfeldern?
Durch günstige Konditionen und einen Förderbonus für nachhaltige Investitionen. Der ÖkoKredit ist mit einem unschlagbaren Zins von 2,75% ohne Sicherheiten ausgestattet. Unsere ökologische Baufinanzierung fördert Energieeffizienz, dem Einsatz von regenerativen Energien und gesunden ökologischen Baustoffen mit einem Zinsbonus bis zu 0,15%.

Was fordern Sie von der Politik, damit eine Mobilitätswende tatsächlich gelingt. Welche Rahmenbedingungen sollten sich wie ändern?
Verantwortung für zukünftige Generationen! Wir verbrauchen heute rund zweimal mehr Ressourcen als sich auf diesem Planeten regenerieren. Unser derzeitiges Wirtschaftssystem geht von der irrwitzigen Grundannahme eines unendlichen Wachstums bei allerdings endlichen Ressourcen aus. Vor diesem Hintergrund erscheint die nächste Wirtschafts- oder Finanzkrise nur eine Frage der Zeit.

Solange Energie und Ressourcen bei gesteigerter Effizienz gleich teuer bleiben, führen Effizienzsteigerungen nur zu Mehrverbrauch und verschlimmern die ökologische Situation. Wir brauchen daher folgerichtig eine angemessene Besteuerung des Ressourcen- und Naturverbrauchs.