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20.05.2019
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„WIR INVESTIEREN MASSIV IN DAB+“

Warum Media Broadcast gute Chancen für eine zweite bundesweite DAB+ Plattform sieht

James Kessel - Geschäftsleiter Produktmanagement Media Broadcast GmbH

James Kessel - Geschäftsleiter Produktmanagement Media Broadcast GmbH [Quelle: Tatiana Kurda]


"Media Broadcast investiert in Deutschland als einziger Netz- und Plattformbetreiber massiv in DAB+", betont James Kessel - Geschäftsleiter Produktmanagement Media Broadcast GmbH. Die Reichweite sei schon jetzt enorm und werde in 2020 weiter anwachsen. "Sie ist ein Garant für den Erfolg von DAB+."


Herr Kessel, Media Broadcast baut auch 2019 das bundesweite Digitalradio-Netz (Kanal 5C) weiter aus. Welches sind die wichtigsten Meilensteine in diesem Jahr?
Media Broadcast investiert in Deutschland als einziger Netz- und Plattformbetreiber massiv in DAB+ und seit dem Start des ersten Bundesmux im Jahr 2012 auch intensiv in den Netzausbau dieser Plattform. Diese ist derzeit noch die einzige Möglichkeit zur bundesweiten Verbreitung von Radioprogrammen via Antenne. Und der Ausbau läuft stetig weiter: So kommen 2019 weitere Senderstandorte hinzu. Jüngst ist der Sender auf dem Pfänder aufgeschaltet worden, mindestens 12 weitere Sender kommen in diesem Jahr noch hinzu, so dass wir Ende 2019 137 Standorte on Air haben werden. Damit erreichen wir nahezu eine Komplettversorgung der Autobahnen (99%). Der portable Indoor-Empfang liegt dann bei 85,3% der Bevölkerung, die Flächenversorgung mobil bei 96%. Die Reichweite ist schon jetzt enorm und wird in 2020 weiter anwachsen. Sie ist ein Garant für den Erfolg von DAB+. Und die Komplettbelegung der Plattform spricht für die Attraktivität aus Anbietersicht.

Gerade in den ostdeutschen Bundesländern arbeiten Sie derzeit stark am Ausbau der regionalen Netze. Wie sehen hier die konkreten Planungen aus?
Generell beteiligt sich Media Broadcast in ganz Deutschland am DAB+ Ausbau. Dabei werden künftig auch innovative technische Lösungen eine wichtige Rolle spielen. Ich denke hier an den Einsatz von Füllsendern mit kleiner Leistung. Oder neue Antennenkonzepte.
Speziell in Ostdeutschland steht eine Reihe von Projekten an, die wir federführend vorantreiben werden. Für Details ist es indes aktuell noch zu früh.

Mit DAB+ verbindet sich bei Ihnen nicht nur der reine Netzausbau. Sie sind auch an innovativen Projekten beteiligt, um die Möglichkeiten von DAB+ auszureizen. Können Sie konkrete Beispiele nennen, in welchen Projekten Sie derzeit involviert sind?
Ein wichtiges Projekt in Sachsen-Anhalt läuft derzeit unter der Überschrift Dynamische Rekonfiguration. Das Projekt wurde von der MSA initiiert und wird vom Landeswirtschafts-ministerium mit Mitteln aus der Digitalen Agenda unterstützt. Thema ist hier die flexible Anpassung von Übertragungskapazitäten, um z.B. eine temporäre Regionalisierung von Programminhalten zu realisieren.

Die Emergency Warning Function ist ein weiteres Beispiel, die wir mit Kunden wie Deutschlandradio und anderen Partnern entwickeln. DAB+ könnte damit zur Information der Bürger im Katastrophenfall genutzt werden.

Auch beim Empfang von DAB+ in Straßentunneln entwickeln wir mit Partnern ganzheitliche Lösungen, um Betreiber von Tunneln Hilfestellung für den lückenlosen Empfang von Radioprogrammen zu geben.

Noch eine abschließende Frage, Herr Kessel. Die Media Broadcast hat im vergangenen Jahr ihre Strategie im Hinblick auf terrestrische Rundfunknetze angepasst. Wie sehen Sie diese Entwicklung in den kommenden Jahren?
Richtig. Media Broadcast hat seine Unternehmensstrategie überarbeitet und setzt auf digitale Wachstumsfelder wie DAB+. Mittelfristig sehen wir eine Koexistenz von analogen und digitalen Netzen. Auf lange Sicht wird jedoch aus Gründen der Programmvielfalt, der ökonomischen Programverbreitung, der Klang- und Empfangsqualität und der besseren Netzabdeckung DAB+ die analoge Programmverbreitung ablösen. Immer mehr vorausschauende Hörfunkanbieter setzen daher schon heute auf DAB+ als zusätzlichen Verbreitungsweg, um die sich abzeichnenden UKW-Reichweitenrückgänge zu kompensieren und die Werbeerlöse nicht zu schmälern. Eine Goldmedia-Studie hat dies z.B. sehr deutlich aufgezeigt. Bei den Endgeräteverkäufen sehen wir eine gute Entwicklung in Richtung DAB+, die durch politische Rahmenbedingungen wie die EU-weite Digitalradio-Pflicht für Neuwagen ab Ende 2020 noch beschleunigt wird. Und erste Programmanbieter treffen zentrale strategische Entscheidungen, wie z.B. die Rückgabe von UKW-Frequenzen durch Deutschlandradio. Hinzu kommt, dass immer mehr Landesmedienanstalten über Ausschreibungen für regionale DAB+ Netze nachdenken und wir gute Chancen für eine zweite bundesweite DAB+ Plattform sehen, die Antenne Deutschland bis Ende des Jahres starten möchte. 

Damit hat die Entwicklung von DAB+ längst den point-of-no-return erreicht, der unsere strategische Entscheidung untermauert. Die Zukunft des Rundfunks ist digital, bei Fernsehen und Hörfunk.