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23.09.2019
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WARUM SÜDTIROL MIT DER UKW-ABSCHALTUNG ZUGUNSTEN VON DAB+ ERNST MACHT

RAS-Direktor Dr. Georg Plattner über den Umstieg

Dr. Georg Plattner, Direktor RAS Rundfunkanstalt Südtirol

Dr. Georg Plattner, Direktor RAS Rundfunkanstalt Südtirol [Quelle: RAS]


Wir haben als Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) bereits Ende des Jahres 2017 mit den ersten UKW-Abschaltungen begonnen. So haben wir damals an 6 Senderstandorten insgesamt 19 UKW-Sendeanlagen abgeschaltet. Im Jahr darauf, also 2018, haben wir 7 UKW-Senderstandorte mit insgesamt 22 UKW-Sendeanlagen abgeschaltet. Das sind insgesamt also 41 UKW-Sendeanlagen, die wir allein in den vergangenen beiden Jahren außer Betrieb genommen haben.

Wir orientieren uns bei unserem Vorgehen eines Abschaltplans ein wenig an der Schweiz, die ja ein konkretes Abschaltszenario vorgelegt hat. Wir sind gerade dabei, unserer Landesregierung den Abschaltplan für die nächsten 3 Jahre zu präsentieren. Hier sehen wir ebenfalls vor, in den nächsten drei Jahren 21 Standorte mit insgesamt 67 UKW-Sendeanlagen abzuschalten. Bei diesen UKW-Abschaltungen geht es dann wirklich schon an die Grundversorgung.

Beim DAB Netzausbau war es uns 1997 schon gelungen, das erste DAB-Netz entlang der Brenner-Autobahn zu aktivieren. Mittlerweile betreiben wir 2 Sendernetze mit einem sehr attraktiven Programm-Angebot aus vier verschiedenen Nationen - aus Italien, Österreich, der Schweiz und aus Deutschland. Beim DAB+ Netzausbau ist es auch in Italien das Ziel, auf nationaler Ebene eine flächendeckende Abdeckung zusammenzubekommen. Ziel und primäres Interesse ist ein besonders schneller Ausbau entlang der Autobahnen. Denn in Italien wird Hörfunk vornehmlich im Auto gehört. Mittlerweile sind wir in Südtirol bei einem DAB+ Versorgungsgrad von 99,6 Prozent angelangt.

Es gibt vor allem zwei Gründe dafür, warum wir UKW nicht mehr betreiben wollen: als öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der aus Mitteln des Landes Südtirol finanziert wird, haben wir die Berechnung angestellt, dass wir mit einer Abstrahlung von Programmen über DAB+ nahezu 95 Prozent der Übertragungskosten im Vergleich zu UKW einsparen. Schon wenn wir unseren Simulcastbetrieb - also dem parallelen Sendebetrieb von UKW und DAB+ - um 5 Jahre reduzieren würden, könnten wir jedem Südtiroler ein DAB+ Radio schenken. Ein anderes Argument für eine UKW-Abschaltung ist, dass wir einfach nicht mehr in die alte Technik investieren und kein neues UKW-Sendeequipment mehr ankaufen wollen.