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13.08.2022
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VIELFALT UND HERAUSFORDERUNGEN IN DER THÜRINGER MEDIENWIRTSCHAFT

Wo und wie die Politik unterstützen sollte

Dr. Ute Zacharias - Verbandssprecherin, Verband der Wirtschaft Thüringens

Dr. Ute Zacharias - Verbandssprecherin, Verband der Wirtschaft Thüringens [Quelle: VWT/Juergen Scheere]


"In Mitteldeutschland hat sich viel getan und die Medienwirtschaft zeichnet sich durch vielfältige Angebote aus insbesondere im digitalen Bereich ist viel dazu gekommen", sagt Dr. Ute Zacharias vom Verband der Wirtschaft Thüringens. Sie berichtet aber auch von massiven Rückgängen bei der Werbeeinnahmen während der Pandemie und von anderen Herausforderungen.


Vor allem in den Zentren Leipzig, Dresden, Magdeburg, Halle und Erfurt hat sich eine lebendige Medienwirtschaft herausgebildet. Wie steht die Branche in Mitteldeutschland aus Ihrer Sicht im Vergleich zu anderen Regionen da?
In Mitteldeutschland hat sich viel getan und die Medienwirtschaft zeichnet sich durch vielfältige Angebote aus insbesondere im digitalen Bereich ist viel dazu gekommen. Es ist einfach viel in Bewegung. Mitteldeutschland hat einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, private Rundfunkanbieter und Bürgermedien sowie neue Medien. In der Medienbildung und bei den Kindermedien ist Mitteldeutschland gut aufgestellt.


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Welche Herausforderungen hat die Pandemie für die Medienbranche vor Ort mit sich gebracht?
Gerade in Krisenzeiten ist professionelle Berichterstattung ganz besonders wichtig. Die Herausforderungen waren mit der Umstellung auf Home-Office genauso groß wie in anderen Branchen auch. Trimediale Redaktionen leben vom ständigen Austausch. Das musste neu organisiert werden. In der Recherche von Themen fielen viele Vor-Ort-Termine weg. Und gerade private Sender und lokale Bürgermedien hatten mit finanziellen Problemen zu kämpfen, da die Werbeeinnahmen massiv zurück gingen. Der Aktionsplan "Lokale Vielfalt-Demokratie in Thüringen stärken" unterstützte die Bürgermedien deutlich. Das sollte weitergehen, auch wenn die Pandemie mal überwunden ist.

Mitteldeutschland gilt insbesondere beim Digitalradio als Vorreiter. Im Raum Leipzig sind etwa über die bundesweiten, landesweiten und lokalen Plattformen über 50 Radiosender zu empfangen. Ist das noch Vielfalt oder schon Überfluss?
Gute Frage, das entscheiden letztlich die Nutzerinnen und Nutzer. Vielfalt ist es auf jeden Fall. Doch Quantität ist nicht immer Qualität. Es kommt auf Inhalte und Professionalität an.

Die Mitteldeutsche Medienförderung hat im vergangenen Jahr eine Fachkräfte-Initiative gestartet. Wie bewerten Sie die hiesige Fachkräfte-Situation?
Fachkräfte fehlen inzwischen in allen Branchen und die Suche nach geeigneten Arbeitskräften ist eine der größten Herausforderungen der gesamten Wirtschaft. In den Medien kam das später an. Doch jetzt fehlen auch hier interessierte junge Menschen, die Journalistinnen und Journalisten werden wollen. Leider. Das waren vor einigen Jahren noch begehrte Beruf mit mehr Bewerbenden als Angeboten. Gründe dafür liegen unter anderen in der demografischen Entwicklung und oft auch in der Bezahlung.

Wie kann und sollte die Politik den Medienstandort Mitteldeutschland unterstützen?
… indem sie Rahmenbedingungen schafft Vielfalt der Medien zu stärken. Und das ist kein Schlagwort. Sondern Medien sind die vierte Säule der Demokratie. Meinungsvielfalt, die seriöse Einordnung von Fakten trägt dazu bei, die Demokratie zu stärken. Besonders wichtig ist es auch konsequent gegen Hass und Hetze vorzugehen. In Mitteldeutschland wurden Anlaufstellen bei den Staatsanwaltschaften geschaffen, wo Diffamierungen unbürokratisch angezeigt werden können. Darüber hinaus gilt es die Bürgermedien zu stärken. Die Macherinnen und Macher sind sehr engagiert und arbeiten am Limit. Sie berichten oft "allein" über die Region, weil es keine Lokalzeitungen mehr gibt. Doch den Sendern fehlt es am Geld. In Thüringen gibt es ein Volontärprogramm, das hilft weiter. Doch insgesamt gibt es noch Luft nach oben.