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02.10.2022
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EINE BRANCHE MIT ENERGIE, KREATIVITÄT UND MUT - UND HERAUSFORDERUNGEN

Was der Freistaat Sachsen für eine prosperierende Medienwirtschaft tut

Oliver Schenk - Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien und Chef der Staatskanzlei, Freistaat Sachsen

Oliver Schenk - Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien und Chef der Staatskanzlei, Freistaat Sachsen [Quelle: Pawel Sosnowski]


Der sächsische Medienminister Oliver Schenk sieht Mitteldeutschlands Medienbranche "derzeit eindeutig auf einem der vorderen Plätze in der zweiten Liga". Aber hier passiere viel - und auch der Freistaat tut einiges. Dabei ist Geld nicht alles.


Vor allem in den Zentren Leipzig, Dresden, Magdeburg, Halle und Erfurt hat sich eine lebendige Medienwirtschaft herausgebildet. Wie steht die Branche in Mitteldeutschland aus Ihrer Sicht im Vergleich zu anderen Regionen da?
München, Berlin, Hamburg und Köln spielen klar in der ersten Liga. Mitteldeutschland sehe ich derzeit eindeutig auf einem der vorderen Plätze in der zweiten Liga. Hier passiert viel. Es gibt unglaublich viel Energie, Kreativität und Mut. Und es wird noch viel passieren.


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DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

Welche Herausforderungen hat die Pandemie für die Medienbranche vor Ort mit sich gebracht?
Da sind zum einen Mehrkosten für coronaadäquate Produktionsbedingungen, aber auch die Problematik kompletter Produktionsausfälle. Bund, Länder und Filmförderungen haben versucht, hier zu helfen. Sehr gelitten haben auch die Kinos. Im Vergleich zum Jahr 2019, also vor Corona, sind die Kartenverkäufe eingebrochen und um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Auch hier haben Bund und Länder geholfen. Das war gut und richtig. Klar ist aber auch: Die Mittel sind begrenzt. Positiv erwähnen möchte ich auch den Mitteldeutschen Rundfunk, der bei seinen Auftragsproduzenten versucht hat, die coronabedingten Probleme abzufedern.

Mitteldeutschland gilt insbesondere beim Digitalradio als Vorreiter. Im Raum Leipzig sind etwa über die bundesweiten, landesweiten und lokalen Plattformen über 50 Radiosender zu empfangen. Ist das noch Vielfalt oder schon Überfluss?
Das liegt immer im Auge des Betrachters. Solange diese Angebote ihren Platz beim Publikum finden und entsprechend nachgefragt werden, sind sie ein Gewinn für den Medienstandort Sachsen, über den wir uns freuen.

Die Mitteldeutsche Medienförderung hat im vergangenen Jahr eine Fachkräfte-Initiative gestartet. Wie bewerten Sie die hiesige Fachkräfte-Situation?
Viele Produzenten klagen darüber, dass sie vor Ort nicht genügend geeignetes Fachpersonal finden. Das schadet der Attraktivität des Produktionsstandorts Mitteldeutschland. Damit können und werden wir uns nicht zufrieden geben. Um hier Verbesserungen zu erreichen und voranzukommen, ist die Fachkräfte-Initiative gestartet worden. Das ist genau die richtige Antwort.

Wie kann und sollte die Politik den Medienstandort Mitteldeutschland unterstützen?
Aufgabe der Politik ist es, für günstige Rahmenbedingungen zu sorgen, die es den Akteuren ermöglicht, ihre Potenziale bestmöglich zu entfalten. Geld ist dabei bei weitem nicht der einzige Faktor. Ebenso wichtig ist eine Unterstützung bei der Vernetzung der Branche untereinander, aber auch mit verwandten Wirtschaftszweigen. Der Freistaat Sachsen organisiert hierzu Mediendialoge und schafft somit eine Plattform, um sich über Fragen, die die Branche in Sachsen bewegt, auszutauschen.