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24.05.2018
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TECHNOLOGIEBERATER FÜR KONTROLLIERTE TESTS

Wie die Gesellschaft an das autonome Fahren herangeführt werden sollte

Matthias Loebich, Globaler Leiter Automotive bei BearingPoint

Matthias Loebich, Globaler Leiter Automotive bei BearingPoint [Quelle: BearingPoint]


Die zugrundeliegende Komplexität beim autonomen Fahren, könne nur bedingt unter Laborbedingungen getestet werden. Das sagt der Technologieberater und Globaler Leiter Automotive bei BearingPoint, Matthias Loebich. Daher seien kontrollierte Tests in der Realität sinnvoll und helfen auch bei der „Heranführung“ der Gesellschaft an sich verändernde Rahmenbedingungen. "Natürlich dürfen solche Tests nicht leichtfertig durchgeführt werden - die Sicherheit muss immer an oberster Stelle stehen."


Knick oder Kick? Verspielt die Industrie gerade unser Vertrauen für das autonome Fahren, nach dem tödlichen UBER-Unfall?
Nein, aber es zeigt sehr gut, dass noch einiges an Entwicklungsarbeit und Zeit notwendig ist, um die Technologie für das autonome Fahren serienreif und sicher zu gestalten. Das autonome Fahren ist aber eine der wesentlichen Innovationen in der Automobilindustrie und wird die Mobilität der Zukunft nachhaltig verändern.

Inwieweit tragen überstürzte Entwicklungen neuer Technologien bei, dass der Mensch nicht mehr mit kommt? Oder anders gefragt, werden Technologien wie das autonome Fahren zu überstürzt eingeführt?
Meiner Meinung nach nicht, denn die zugrundeliegende Komplexität, die beherrscht werden muss, kann nur bedingt unter Laborbedingungen getestet werden. Daher sind kontrollierte Tests in der Realität sinnvoll und helfen auch bei der „Heranführung“ der Gesellschaft an sich verändernde Rahmenbedingungen. Natürlich dürfen solche Tests nicht leichtfertig durchgeführt werden - die Sicherheit muss immer an oberster Stelle stehen.

Was müssen Unternehmen, Verbände und Politik tun, damit wir neuen Technologien wirklich vertrauen?
Eine transparente und offene Kommunikation der Chancen und Risiken von neuen Technologien sind sicherlich die wesentlichen Elemente, um das Vertrauen der Gesellschaft zu gewinnen. Zusätzlich muss der Nutzen der Innovationen schnell erlebbar werden, so dass das Vertrauen aufgebaut wird.

Braucht es einen gesellschaftlichen Diskurs über die Folgen neuer Verkehrstechnologien? Wie kann sich der BDU einbringen?
Ja, selbstverständlich ist der Diskurs notwendig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass verschiedene Parteien (z.B. Automobilindustrie, Politik, Kommunen etc.) zusammen agieren und gestalten müssen. Der BDU kann hier moderierend agieren und durch die Vielzahl der Mitglieder mit unterschiedlichen Schwerpunkten die relevanten Kompetenzen in die Diskussion einbringen.

Inwieweit sollte sich die Politik in Tempo und Durchsetzung neuer Technologien einmischen? Was würde bsw. ein staatlich verordneter Zwang zum autonomen Fahren bedeuten?
Die Politik sollte – zeitnah - die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, um die neuen Technologien zu ermöglichen, allerdings ist ein Zwang sicherlich nicht der richtige Weg.