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TUM AGENDA 2030 stellt als nächstes Digitalisierung der Verwaltung in den Mittelpunkt

Wie die TU München mit ihrer IT-Strategie vorankommt

Dr. Hans Pongratz - Geschfd. Vizepräsident IT-Systeme & -Dienstleistungen/ Chief Information Officer (CIO), Technische Universität München Quelle: TUM Dr. Hans Pongratz CIO Technische Universität München 26.08.2020
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"Eine effiziente und sichere Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ist die Grundlage für Forschung, Lehre und Administration auf höchstem Niveau", konstiert der TUM-CIO Dr. Hans Pongratz. Dabei setzt die Uni auf Kooperation mit internationalen Spitzenunis. Bei den rechtlichen Rahmenbedingungen sieht er noch Handlungsbedarf.







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Neue Zielgruppen, individuellere Lehre, schlankere Verwaltung - wo steht Ihre Hochschule in Sachen Digitalisierung?
Die Corona-Krise wirkt als Digitalisierungskatalysator für Hochschulen: Vieles was im Frühjahr 2020 noch undenkbar war, wurde inzwischen digitalisiert. Das Spektrum reicht von flächendeckenden, virtuellen Lehrinhalten, online Vorlesungen und Sprechstunden bis zu elektronischen Prüfungen und virtuellen Gremiensitzungen, Bewerbungsgesprächen und Berufungsverhandlungen.

Wir setzen an der Technischen Universität München (TUM) schon seit vielen Jahren das Leitmotiv der „Digitalen Hochschule“ sukzessive um – eine effiziente und sichere Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ist die Grundlage für Forschung, Lehre und Administration auf höchstem Niveau. Lag der Fokus die letzten Jahre vor allem in den Bereichen Forschung und Lehre, stellen wir nun im Rahmen unserer Exzellenzstrategie, der TUM AGENDA 2030, die Digitalisierung der Verwaltung in den Mittelpunkt.
Die Tragfähigkeit der bisherigen TUM IT-Strategie hat sich in der aktuellen Corona-Pandemie Krisensituation eindrucksvoll gezeigt – tausende unserer Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lehren, lernen, forschen und arbeiten erfolgreich im Home-Office.

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Die Digitalisierung kann den Hochschulbetrieb effizienter machen - zunächst braucht es aber Investitionen. Welche Unterstützung brauchen Hochschulen dabei von der Politik?
Ja, natürlich sind Förderprogramme und eine nachhaltige IT-Finanzierung für die weitere Digitalisierung der Hochschulen notwendig, aber ebenso wichtig sind aus meiner Sicht die Schaffung und die Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Vieles ist theoretisch digital erlaubt, bei genauerem Hinterfragen aber je nach Ländergesetzgebung unterschiedlich geregelt und vielerorts in den jeweiligen Einrichtungen juristisches Neuland.

Das Internet kennt keine (Landes-)Grenzen, insofern muss sich hier auch unser Föderalismus noch beweisen. Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetz (OZG) wirft noch viele Fragen auf, auch konkurrieren beispielsweise verschiedene Ansätze für die Umsetzung der digitalen Unterschrift im internationalen Kontext. Der Dialog zwischen Politik und Hochschulen muss schnell weiter ausgebaut und konkrete Hilfestellungen bei der Umsetzung angeboten werden.

Das BMBF unterstützt uns beispielsweise bereits im Rahmen der „Plattform internationale Studierendenmobilität (PIM)“ und das Bayerische Staatsministerium für Digitales fördert unser neugegründetes TUM Center for Digital Public Services als Forschungsstelle für die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.

Im Bereich der digitalen Bildungsnachweise haben wir als Gründungsmitglied des weltweiten Digital Credentials Consortiums* mit MIT, Harvard, UC Berkeley, University of Toronto und weiteren Spitzenuniversitäten eine Vorreiterrolle übernommen. Auch hier sind noch einige Fragestellungen im Kontext der Blockchain-Technologie im Zusammenspiel mit der DSGVO auf nationaler bzw. europäischer Ebene zu klären.

Das digitale Lernen braucht technisch gut ausgerüstete Studierende. Wie lässt sich dabei eine Verstärkung der sozialen Spaltung verhindern?
Wir versuchen über kostenlose Leihgeräte und Campus-Software-Lizenzen eine etwaige soziale Spaltung abzufedern und haben dazu sehr positive Rückmeldungen unserer Studierenden. Die konkrete Nachfrage nach Leihgeräten ist allerdings recht verhalten, dennoch halte ich es für eine wichtige Ergänzung unseres IT-Portfolios.

Bei der Digitalisierung setzen die Hochschulen häufig auf Kooperationen, zugleich sollen sie aber ihr Profil im Wettbewerb stärken. Wie lässt sich der Widerspruch von Kooperation und Konkurrenz auflösen?
Ich sehe hier überhaupt keinen Widerspruch. Die Mär, dass nur selbst betriebene IT-Services, gute IT-Services sind, gehört doch hoffentlich längst der Vergangenheit an. Die Technik und die verfügbaren, weltweiten Cloud-Angebote haben sich stark weiterentwickelt. Bei sogenannten White-Label-Lösungen merken die Nutzenden nicht mal zwingend, wer der jeweilige Betreiber des Software-Angebots ist. Natürlich ist dabei auch auf die DSGVO-Konformität zu achten.

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gemacht, welches als gemeinsamer IT-Serviceprovider für die Münchner Universitäten vom Internetzugang über virtuelle Maschinen, gemanagte PCs und mandantenfähige Groupware-Lösungen bis zum High-Performance Computing (HPC) auf höchstem Niveau anbietet. Viele der IT-Dienste des umfangen IT-Portfolios wurden über die Jahre im engen und vertrauensvollen Zusammenspiel mit uns aufgebaut und stetig weiterentwickelt.


* DCC, https://digitalcredentials.mit.edu/

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