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31.10.2020
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SCHWEIZER PRIVATRADIO BEGRÜSST VORZEITIGEN UKW-AUSSTIEG

Wie in Zukunft was im Radio gehört wird

Florian Wanner - Leiter Radio, CH Regionalmedien AG

Florian Wanner - Leiter Radio, CH Regionalmedien AG [Quelle: CH Regionalmedien ]


"Die DAB+ Programmauswahl in der Schweiz ist gut", konstatiert Florian Wanner von der CH Regionalmedien AG. Als Leiter Radio führt er auch die Geschäfte von Radio 24. Außerdem betreibt sein Haus verschiedene Musikprogramme. Die bevorstehende und vorgezogene UKW-Abschaltung in der Schweiz kommt seinem Unternehmen entgegen.


Bereits in den Jahren 2022/2023 sollen die UKW-Frequenzen in der Schweiz abgeschaltet werden. Wie bewerten Sie den aktuellen Umstiegsplan zu DAB+?
Wir begrüssen den Umstiegsplan und konnten diesen über den Verband Schweizer Privatradios auch mitgestalten. Die privaten Radioveranstalter schalten UKW Anfang 2023 ab und die öffentlich-rechtlichen Sender sechs Monate früher. Diese zeitliche Differenz ist sehr wichtig, da die SRG mehr Möglichkeiten hat für die Kommunikation. Zudem können sie mögliche Beschwerden oder Fragen von Hörern besser abfangen.

Wie bewerten Sie die derzeitige Programmauswahl über DAB+ - und welche Angebote sollte es ggf. noch geben?
Die DAB+ Programmauswahl in der Schweiz ist gut. Neben den bestehenden UKW Sendern gibt es weitere DAB-only-Sender, welche vor allem verschiedene Musikstile abdecken. Wir betreiben Virgin Radio Rock, Virgin Radio mit der Musikfarbe HipHop, Hits und Deutschrap sowie Radio Meldoy, welches unser Schlagerprogramm ist.

Inzwischen wird Radio auch im Auto mehrheitlich digital genutzt. Welche Bedeutung hat das für die bevorstehende UKW-Abschaltung?
Eine grosse Bedeutung. Die Autofahrer sind nach wie vor extrem treue Hörer. Hier haben wir eine Herausforderung bei älteren Fahrzeugen, welche kein digitales Empfangsgerät haben.

Auch IP-basiertes Radio wird zunehmend genutzt. Welche Zukunft hat Radio über Antenne dauerhaft?
Wenn Sie mit Antenne die IP-Nutzung meinen, dann denke ich, dass IP die Zukunft (und eigentlich auch schon die Gegenwart) ist. Die Empfangsqualität und die Möglichkeiten mit IP sind viel grösser. Gerade in der Vermarktung bietet IP tolles neues Werbeinventar. In der Schweiz liegt das im Moment noch brach. Allerdings setzt das Bundesamt für Kommunikation auf DAB+, das bedeutet für uns als Veranstalter, dass wir beide Distributionskanäle bedienen müssen. Ein Switch Off von UKW kommt uns daher entgegen aus finanzieller Sicht.