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Statement06.05.2021

Schulpsychologin fordert gezieltes Coaching und Fortbildung für Fernunterricht

So läuft die Digitalisierung des Unterrichts aus schulpsychologischer Sicht

Andrea Spies - Vorsitzende des Vorstands der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) Quelle: BDP Andrea Spies Vorsitzende des Vorstands der Sektion Schulpsychologie Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.
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"Die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden als Grundvoraussetzung für gutes und erfolgreiches Lernen", stellt Andrea Spies, Vorsitzende des Vorstands der Sektion Schulpsychologie im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, fest. In der Pandemie haben sich nach ihrer Einschätzung frühere Verhaltensmuster noch verstärkt.





Seit Beginn der Pandemie vor mehr als einem Jahr machen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und deren Eltern weltweit intensive Erfahrungen mit Unterricht aus der Ferne mit Hilfe von PC, Tablet, Laptop, Handy und entsprechenden Plattformen, Apps, Clouds etc. Die Vorkenntnisse darin waren ebenso unterschiedlich wie die Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzten. Einerseits ein Segen – Unterricht in Zeiten der Schulschließung auch online zu ermöglichen, andererseits - bei Lehrkräften: ungewohntes Terrain, eingeschränkte Möglichkeiten, Verlust der Souveränität – bei Schülerinnen und Schülern: das private elektronische Spielterrain nun für Unterricht und den Forderungen und Förderungen der Schule zu öffnen.

Die Umsetzung in den Schulen scheint aus schulpsychologischer Sicht sehr heterogen zu sein – von großem Einsatz, Kreativität und individuellen Lernangeboten und Ansprachen bis hin zu einem Abtauchen, rein mechanischer Umsetzung und Verweigerung der Teilnahme – bei allen Beteiligten. Diese Verhaltensmuster sind schon aus dem analogen Unterricht in vorpandemischen Zeiten bekannt, die Extreme haben sich jedoch deutlich verstärkt, wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft auch.

Unabhängig vom Zugang zu technischer Ausstattung, Fortbildung und Anwendung spezieller Programme im Online-Unterrichten ist aus schulpsychologsicher Sicht ein ganz anderer Aspekt von Bedeutung: die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden als Grundvoraussetzung für gutes und erfolgreiches Lernen. Eine gute Beziehung, ein gutes Klassenklima, Zugehörigkeit und Gemeinschaftsleben auch in virtuellen Räumen zu gestalten und erlebbar zu machen, ist neben den genannten Voraussetzungen derzeit eine viel größere Herausforderung für Lehrkräfte als es schon im Präsenzunterricht ist.

Hier ist gezieltes Coaching und Fortbildung von Nöten, die Technik, Software/Tools, Unterrichtsinhalte und gelingendes Beziehungsmanagement miteinander verbindet. Schulpsychologinnen und Schulpsychologen beraten und stärken Schulleitungen und Lehrkräfte seit jeher im Bereich gelingender Kommunikation und Beziehungsarbeit – selbstverständlich auch virtuell.

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