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Radiomarkt wird zum überwiegenden Teil regional bleiben

Was der 2. DAB+ Bundesmux für den Markt bedeutet

Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste von VAUNET - Verband Privater Medien und Geschäftsführer von Radio Regenbogen Quelle: VAUNET Klaus Schunk Geschäftsführer Radio Regenbogen 20.03.2020
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Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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Durch neue bundesweite Programme auf dem 2. DAB+ Bundesmus sieht Klaus Schunk keine Auswirkungen auf die Relevanz der Radiomarken in den Regionen, denn "sie sind hier tief verankert und identitätsstiftend für die jeweiligen Regionen". Der Vorsitzende des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VAUNET und Geschäftsführer von Radio Regenbogen sieht die Bedrohung gerade für kleinere Sender ganz woanders.







Der deutsche Radio-Markt ist vornehmlich geprägt von starken Regional-Marken – welche Veränderungen erwarten Sie diesbezüglich durch den Start neuer bundesweiter Programme über den zweiten DAB+ Bundesmux?
Wir sehen keine Auswirkungen auf die Relevanz der Radiomarken in den Regionen. Sie sind hier tief verankert und identitätsstiftend für die jeweiligen Regionen. Programmlich und in der Markenpositionierung werden bundesweite DAB+-Radiowellen für diese Positionierung keine Konkurrenz bedeuten. Aber natürlich konkurrieren nationale Angebote auch mit dem Zeitbudget unserer Hörer. Insofern beeinflussen sie schon den Wettbewerb.
Welche Vor- und Nachteile haben bundesweite Programme aus Ihrer Sicht auf dem Werbemarkt?
Ich sehe hier keine Vor- oder Nachteile. Sie bewegen sich nach den gleichen Spielregeln wie alle anderen Veranstalter auch im Markt – d.h. sie müssen Reichweiten aufbauen und ihre Angebote entsprechend vermarkten. In ihrer Vermarktung werden sie ganz überwiegend andere Zielgruppen als die landesweiten, regionalen oder lokalen Anbieter adressieren und werden sich damit auch in einem anderen Wettbewerbsumfeld bewegen.

Neben bundes- und landesweiten Programmen gibt es auch Lokalradios – wie sehen Sie deren Chance in einem immer ausdifferenzierteren Markt?
Die Herausforderung der lokalen Radioanbieter sind nicht bundesweite DAB-Angebote, sondern seit langem schon insbesondere die öffentlich-rechtlichen Radio-Angebote in den Regionen. Sie bauen ihre Konkurrenzangebote zu den Privaten konsequent weiter aus, indem sie die UKW-Verbreitung und -Reichweite ihrer jungen Wellen nachhaltig forcieren. Damit nehmen sie den Privaten mit Beitragsmitteln Reichweite ab, die für diese die existenzielle Währung im Werbemarkt ist. Das ist für die die lokalen Radiosender als das wirtschaftlich schwächste Glied der privaten Angebote eine existenzielle Bedrohung, aber nicht bundesweite DAB+-Angebote.

Auch die Zulassungs- und Aufsichtsstruktur für Hörfunkanbieter ist föderal – ist das für einen künftigen zunehmend bundesweiten Radiomarkt noch zeitgemäß?
Der Radiomarkt wird in seinen Marktanteilen auch nach dem Start des zweiten DAB+-Bundesmux in seinem ganz überwiegenden Teil regional bleiben. Das ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck der Rundfunkhoheit der Länder. Hier gestalten die Landesmedienanstalten auf Grundlage der jeweiligen Landesrundfunkgesetzte die programmliche und inhaltliche Ausgestaltung der Radioangebote in den Regionen nach den jeweils regionalen Bedürfnissen und Besonderheiten, maßgeblich mit. Das hat also seinen guten Sinn, insbesondere auch im Interesse der Hörer - insofern erteile ich allen Überlegungen, an der föderalen Zulassung und Aufsicht des Radios etwas zu ändern, eine ganz klare Absage.

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