Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview21.04.2020

Bundesweite Verbreitung als Chance für zielgruppenspezifische Programme

Wie sich die Radiolandschaft durch den 2. Bundesmux neu ordnet

Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale Quelle: Radiozentrale Lutz Kuckuck Geschäftsführer Radiozentrale
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

Bei der Bewerbung um nationale DAB+ Frequenzen geht Lutz Kuckuck von der Radiozentrale davon aus, "dass insbesondere zielgruppenspezifische Programme diesen Schritt gehen werden". Insgesamt könnte die Gattung Radio gegenüber dem Streaming gestärkt werden.





Der deutsche Radio-Markt ist vornehmlich geprägt von starken Regional-Marken – welche Veränderungen erwarten Sie diesbezüglich durch den Start neuer bundesweiter Programme über den zweiten DAB+ Bundesmux?
Die Regionalität ist und wird ein wichtiger Bestandteil für Sender bleiben. Denn diese starke regionale Verankerung hat kein anderes Medium zu bieten. Als Stichworte seien hier beispielsweise die Nähe zum Hörer, die Relevanz regionaler Informationen sowie Events genannt. Hinsichtlich des Bewerbungsverfahrens um nationale DAB+ Frequenzen gehe ich davon aus, dass insbesondere zielgruppenspezifische Programme diesen Schritt gehen werden. Zum Beispiel Sender für ganz spezielle Musikrichtungen, die bisher kaum bei den regionalen UKW Programmen gespielt werden. Interessant ist dies zudem für Sender, die in Kooperation mit großen Marken stehen - seien es Printtitel wie z.B. "Essen und Trinken" oder Politmagazine. Es werden dadurch also ganz neue Hörergruppen angesprochen, die bisher stärker bei den Streaminganbieter ihre Heimat haben.

Das ist aber ein langfristiges Konzept. Ich denke, dass Hörer mit den genannten speziellen Interessen sich zum Beispiel im Auto ihrem neuen DAB+ Programm widmen, im Alltag der Menschen aber die regionalen Sender weiter gehört werden.

Welche Vor- und Nachteile haben bundesweite Programme aus Ihrer Sicht auf dem Werbemarkt?
Der regionale Markt ist bedeutsam für die Werbetreibenden, die natürlich dort werben wollen, wo sie ihre Produkte anbieten. Sprich: Für die meisten Autohändler, Dienstleister, regionale Marken, Shoppingcenter etc. macht auch nur der regionale Werbemarkt Sinn. Interessant bei DAB+ sind dann eben programmabhängig die spitzen Zielgruppen, die erreicht werden können. Zumindest, wenn das Programm wirklich eine sehr klar definierte Hörerschaft hat. Beispielsweise, wenn es einen Sender zu einem bestimmten Printtitel gibt, dann kann ich mir analog zu den Werbekunden dieses Printtitels ein für Radio ganz neues Kundenpotenzial vorstellen.

Neben bundes- und landesweiten Programmen gibt es auch Lokalradios – wie sehen Sie deren Chance in einem immer ausdifferenzierteren Markt?
Für Lokalradios sehe ich gar keine Probleme. Diese Sender funktionieren sehr stark über den direkten Bezug zum Hörer. Es geht um gemeinsame Aktionen, lokale Themen und damit um eine hohe Relevanz und Identifikation für die Hörer. Und selbst, wenn unter diesen Hörern mal ein echter Countryfan dabei ist, dann hört er im Auto eben DAB+ anstatt seinen Streaminganbieter, da hat die Gattung Radio dann auch etwas von.

Auch die Zulassungs- und Aufsichtsstruktur für Hörfunkanbieter ist föderal – ist das für einen künftigen zunehmend bundesweiten Radiomarkt noch zeitgemäß?
Nun gut, das ist jetzt die generelle Frage nach dem bundesdeutschen Föderalismus. Dazu habe ich zwar eine Meinung, aber das soll gern auf politischer Ebene zum Beispiel beim Vaunet diskutiert werden.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Klaus Schunk
Geschäftsführer
Radio Regenbogen

Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste von VAUNET - Verband Privater Medien und Geschäftsführer von Radio Regenbogen
DAB+ | 2. Bundesmux

Radiomarkt wird zum überwiegenden Teil ■ ■ ■

Was der 2. DAB+ Bundesmux für den Markt bedeutet

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Klaus Schunk
Geschäftsführer
Radio Regenbogen

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Christopher Franzen
Geschäftsführer
Frank Otto Medienbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

Christopher Franzen - Geschäftsführer Frank Otto Medien & NWZ Funk und Fernsehen
DAB+ | 2. Bundesmux

DAB+ und die überragende technische ■ ■ ■

Warum der digitale Standard vor allem für ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Christopher Franzen
Geschäftsführer
Frank Otto Medienbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Erwin Linnenbach
Geschäftsführer
National German Radio

Erwin Linnenbach, Geschäftsführer National German Radio
DAB+ | 2. Bundesmux

Es wird Umverteilungen nationaler ■ ■ ■

Was der 2. DAB+ Bundesmux bringt - und wer ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Erwin Linnenbach
Geschäftsführer
National German Radio

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.