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12.12.2019
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NIEDERSACHSEN STEIGERT FÖRDERUNG DER WEITERBILDUNG

Wie sich die Bürger für die Digitalisierung fit machen können

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur [Quelle: MWK/Brauers.com]


"Den meisten Beschäftigten ist klar, dass sich möglichst viele Menschen die nötigen Kompetenzen für den digitalen Wandel aneignen sollten", sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. Dabei gehe es nicht nur um Fachkompetenz.


Nach einer Studie des Weltwirtschaftsforums brauchen 54 % der Beschäftigten im Zuge der Digitalisierung eine Weiterbildung. Inwieweit sehen Sie unsere Gesellschaft darauf vorbereitet?
Ich sehe hier viel Offenheit. Den meisten Beschäftigten ist klar, dass sich möglichst viele Menschen die nötigen Kompetenzen für den digitalen Wandel aneignen sollten. Dabei geht es nicht nur um Fachkompetenz. Organisationen und Unternehmen mit hohem Digitalisierungsgrad zeigen, dass vor allem auch methodische - und soziale Kompetenzen bereits heute immens wichtig sind und es künftig verstärkt sein werden.

Welche diesbezüglichen Maßnahmen gibt es heute schon in Ihrem Bundesland?
Niedersachsen hat eine gewachsene, leistungsstarke Erwachsenenbildungslandschaft. Es gibt flächendeckend vielfältige Qualifizierungsangebote, die ganz unterschiedliche Milieus ansprechen. In Niedersachsen bestimmen die Bildungsbedürfnisse der Menschen die Inhalte der Erwachsenenbildung. Dies trifft auch auf die Digitalisierung zu, denn als Querschnittsthema prägt sie inzwischen das Leben vieler Menschen. Der Entwicklung digitaler Medienkompetenzen kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselfunktion zu.

Lebenslanges Lernen nutzt den Einzelnen, den Unternehmen und der Gesellschaft. Inwieweit und ggf. mit welchen Maßnahmen sollte die öffentliche Hand (Weiter-)Bildung finanziell künftig stärker unterstützen?
Es ist in Niedersachsen gelungen, die finanzielle Förderung der Erwachsenenbildung in diesem Jahr zu steigern. Im Bereich der politischen Bildung finanzieren wir 2019 zusätzlich ein Projekt „Politische Medienkompetenz im digitalen Zeitalter“. Das sind sehr wichtige Signale. Traditionell sehen unsere Regeln zur Finanzhilfe zudem vor, Bildungsmaßnahmen, die besonderen gesellschaftlichen Erfordernissen entsprechen, mit höheren Zuschüssen zu fördern. Wir sorgen also für Anreize, sich solchen Fragestellungen anzunehmen.

Die Verantwortung für Weiterbildung ist teilweise zwischen Bund und Ländern verteilt. Kann das föderale System bei den nötigen Anpassungen für die Digitalisierung im Wege stehen?
Für den Bereich der Weiterbildung gilt dies nicht. Die in Niedersachsen geförderten Einrichtungen und Träger sind viel näher an den Wünschen und Forderungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als dies eine zentrale Stelle sein kann. Hier haben wir klar einen Vorsprung. Derzeit vollziehen sich Veränderungen in einem rasanten Tempo. Dem müssen sich Weiterbildungen im Bereich Digitalisierung anpassen, wenn diese wirklich aktuelles Wissen vermitteln sollen. Wir werden alles tun, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.