Menue-Button
← FACHDEBATTE Interview

Leistungsfähige Straße wird ebenso gebraucht wird wie ertüchtigte Schiene

Wofür LKW-Maut-Einnahmen eingesetzt werden sollten

Herbert Engelmohr - Automobilclub von Deutschland Quelle: AvD Herbert Engelmohr Unternehmenskommunikation/Presse Automobilclub von Deutschland (AvD) 17.11.2023
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

"Deutschland ist Transitland und gut ausgebaute Straßen sind ein Wirtschaftsfaktor", betont Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland. Er nennt Gründe, warum betimmte Arten von Verkehr nur auf der Straße möglich sind.







Die LKW-Maut steigt mit einer CO2-Differenzierung stark an, emmissionsfreie LKW sind vorerst befreit. Welche Steuerungswirkung erwarten Sie davon?
Die Erhöhung der Lkw-Maut aufgrund der Einführung einer CO2-Komponente wird nach Einschätzung des AvD weder kurz- noch mittelfristig zu einer Verlagerung der Verkehre führen. Der Anteil der Straßentransporte wird noch auf Jahrzehnte den der Schienentransporte um ein Mehrfaches übersteigen. Die Straße bleibt der entscheidende Faktor bei der Verteilung von Gütern. Das Schienennetz muss auch aus Sicht des AvD für den Gütertransport ausgebaut werden, um von der Politik gewünschte Verlagerungen überhaupt erst zu ermöglichen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die „letzte Meile“ bei den Anlieferungen zu Gewerbe- und Endkunden nicht über die Schiene anzubinden ist.

Die Anschaffung im Betrieb emissionsfreier Transportfahrzeuge wird nach wirtschaftlichen Kriterien entschieden. Nur wenn ohne Subventionen ein Einsatz auf Dauer tragbar ist, wird die Aufnahme von E-LKW in die einzelnen Flotten erfolgen.

JETZT BESTELLEN

DIE DOKUMENTATION DIESER FACHDEBATTE

DIE DOKUMENTATION ENTHÄLT

alle Debattenbeiträge ungekürzt im Original
Übersicht aller aktiven Debattenteilnehmer
Summary für Ihr Top-Management
MEHR ERFAHREN


Im kommenden Jahr wird die Maut auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ausgeweitet. Welche Auswirkungen für die Verkehrsströme und etwa das Staugeschehen erwarten Sie davon?
Ebenfalls geringe, da die Güter, die in Lieferwagen transportiert werden, der regionalen Versorgung dienen. Der AvD erwartet eine Weitergabe der verdoppelten Mautsätze an die jeweiligen Kunden und geht deshalb von einer tendenziellen Preiserhöhung für Verbraucher aus.

Allerdings sind schon jetzt immer mehr Nutzfahrzeuge zwischen 3,5 t und 7,5 t mit E-Antrieb auf der Straße. Diese Entwicklung ist sicher getrieben von restriktiven Einfahrregelungen in Ballungsgebiete. Solche Transportfahrzeuge können die vorhandene  Ladeinfrastruktur für E-PKW nutzen und sind schon jetzt im Einzelfall günstiger zu betreiben als entsprechende Fahrzeuge mit Verbrennermotor.

Mit der Mauterhöhung soll der sogenannte geschlossene Finanzierungskreislauf Straße aufgebrochen werden. Wie bewerten Sie das?
Der AvD ist der Meinung, dass eine leistungsfähige Straße in den nächsten Jahren ebenso gebraucht wird wie eine ertüchtigte Schiene. Dabei werden Bund und Länder zweifellos beständig große Beträge für den Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bereitstellen müssen. Deutschland ist Transitland und gut ausgebaute Straßen sind ein Wirtschaftsfaktor. Der Zustand vieler Brücken, nicht nur auf Autobahnen, sollte Grund genug sein, der Straßeninfrastruktur genauso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie der Schiene. Das Fahren auf Verschleiß muss für die gesamte Infrastruktur aufhören.

Ein guter Teil der Maut-Einnahmen soll in die Schiene fließen. Was halten Sie davon?
Der AvD ist der Meinung, dass die gesamte Infrastruktur ertüchtigt werden muss und dafür eine verstetigte Finanzierung notwendig ist. Das entspricht der Faktenlage und den Verkehrsprognosen. Die Straße wird dabei schon deshalb gebraucht, weil ein Strukturwandel im Güterverkehr festzustellen ist. Die Energiewende wird zu einem starken Rückgang bei Massen- und Energiegütern wie Kohle, Koks, Mineralölprodukte und Erze führen. Damit einhergehen Prognosen, die überproportional große Zuwächse bei den Gütern sehen, die überwiegend auf der Straße transportiert werden. Pakete, Sammel- und Stückgüter sind kleinräumig zu verteilen. Ein großvolumiger Transport auf der Schiene scheidet hier aus.

Das gilt auch für den klimaneutralen Umbau des Immobilienbestandes: Die Bau- und Installationsmaßnahmen zur Verbesserung der Energiebilanzen der Häuser bedingt einen Zielverkehr, der ebenfalls kaum mit der Bahn erfolgen kann.

UNSER NEWSLETTER

Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN

■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Susanna Karawanskij
Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft
Landesregierung Thüringen

Susanna Karawanskij - Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Landesregierung Thüringen
LKW | Maut

Thüringer Ministerin begrüßt ■ ■ ■

Warum die neue Maut kommen musste

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Susanna Karawanskij
Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft
Landesregierung Thüringen

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Martin Dulig
Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Staatsregierung Sachsen

Martin Dulig - Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
LKW | Maut

Sachsen erwartet vom Bund ■ ■ ■

Welche Wirkung die neue Lkw-Maut haben kann

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Martin Dulig
Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Staatsregierung Sachsen

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Olaf Lies
Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung
Landesregierung Niedersachsen

Olaf Lies - Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung
LKW | Maut

Neue Maut als Herausforderung für die ■ ■ ■

Wie Niedersachsen den höheren Lkw-Maut-Satz und ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Olaf Lies
Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung
Landesregierung Niedersachsen

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.