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18.06.2018
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Was 2018 im Netz auf uns zukommt

Tanja Laub, Beraterin für digitale Kommunikation mit dem Schwerpunkt Community- und Social Media-Management, Walkabout Media

Tanja Laub, Beraterin für digitale Kommunikation mit dem Schwerpunkt Community- und Social Media-Management, Walkabout Media [Quelle: André Dahms]


"Das Thema Community-Management wird immer weiter zunehmen", prognostiziert Expertin Tanja Laub für das 2018. Daneben hat sie noch eine Reihe anderer Trends ausgemacht.


Experten prognostizieren für das kommende Jahr eine Zunahme von vergänglichem Content auf sozialen Plattformen. Was macht temporäre Inhalte so attraktiv?
Die temporären Inhalte erfahren aktuell vor allem in jüngeren Zielgruppen einen hohen Zuspruch. Die Attraktivität muss man von beiden Seiten betrachten. Zum einen macht den Reiz des Vergänglichen aus, dass die User das Gefühl haben sie könnten sonst etwas verpassen. Der Content ist meist nur 24 Stunden verfügbar und danach verschwunden. Wobei Instagram in den Stories nun gerade ja eine neue Archiv- und Highlight-Funktion einführt. Zum anderen können die Sender des Contents aber auch darauf bauen, dass ihre Inhalte nicht noch Jahre später in einem sozialen Netzwerk auffindbar sind. Es sei denn jemand hat einen Screenshot gemacht. Ich denke die Attraktivität dieser Art von Content liegt nicht nur in der Vergänglichkeit, sondern auch in der Art der Darstellung mit Filtern und einer Kombination aus Bild und Text, die dann zusammen wie ein kurze Video-Story wirken. All das zusammen macht den Reiz von Snapchat und den Stories aus.

Chatbots in der Kunden-Kommunikation gelten als einer der Trends für das kommende Jahr. Was bedeutet das für die Service-Standards?
Die Kommunikation via Chatbots wird in den kommenden Jahren zunehmen. Chatbots können hierbei aber nie als Ersatz für die menschliche Kommunikation, sondern nur als Unterstützung derer, dienen. Allgemeine Fragen und bekannte Probleme, gerade im First Level Support, können durch einen Chatbot gut abgefangen oder auch schon in die richtigen Kanäle weitergeleitet werden. Dies liefert den Service-Mitarbeitern mehr Zeit um sich um die einzelnen, individuellen Probleme der Kunden zu kümmern. Eine Kombination aus guten Chatbots und gut ausgebildeten Service-Mitarbeitern kann die Service-Standards aber erheblich anheben, wovon dann sowohl die Kunden, als auch die Unternehmen profitieren.

In den vergangenen Jahren hat die Video-Nutzung im Netz stark zugenommen. Sehen Sie den Peak erreicht, oder werden noch mehr Inhalte in bewegten Bildern präsentiert?
Nein, der Peak ist noch nicht erreicht. Es gibt immer noch viele Unternehmen die diese Art des Contents gerade erst als Darstellungsform entdecken. Es wird aber immer einen Content-Mix aus verschiedenen Formaten geben, nicht jede Form passt zu jedem Inhalt oder jedem Unternehmen.

Seit Jahren wird das Revival der Podcasts vorausgesagt. Kommt es 2018?
Kommt drauf an, wie man Revival definiert. Der Podcast hat ja in letzter Zeit schon wieder mehr an Bedeutung gewonnen und diese Entwicklung wird weitergehen. Podcasts werden aber nicht die Bedeutung von Textbeiträge oder Videos einnehmen. Sie haben aber ihren berechtigten Platz im Content-Mix und durchaus eine gewisse Fanbase.

Welche weiteren Netz-Trends darüber hinaus halten Sie im kommenden Jahr für wichtigsten?
Filter und Masken, so dass User ihre eigenen Inhalte individualisieren können, werden weiter ausgebaut werden. Das Thema Community-Management wird immer weiter zunehmen. Die direkte Interaktion und der individuelle Kontakt mit dem Kunden und Usern werden immer wichtiger. Nicht nur in der Betreuung in sozialen Netzwerken, sondern auch auf unternehmenseigenen Plattformen. Auch was mit Facebook Spaces und den Möglichkeiten vor Virtual Reality auf uns zukommt, wird spannend bleiben.