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Summary27.09.2022

Digitale Transformation bei den Sicherheitsdienstleistern dauert weiter an

Die Basisarbeit ist weitestgehend erledigt

Simone Ulrich, Freie Autorin Quelle: Thomas Herbelßheimer Simone Ulrich Freie Journalistin Meinungsbarometer.info

Größere Unternehmen der Sicherheitswirtschaft sind bereits digitaler als kleine und mittelständische. Die Firmen sind in erster Linie aus Wettbewerbsgründen gezwungen, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinander zu setzen. Trotzdem ist eher ein vorsichtiges Herantasten, als ein entschlossenes Zupacken zu beobachten. Man will offensichtlich keine Sicherheitslücken riskieren. Als Quantensprung in Sachen Digitalisierung kann man insbesondere die Migration der Alarmübertragung weg von den alten Telefonverbindungen betrachten, hin zu internetbasierten Anschlüssen, die überhaupt erst die Basis für weitreichende Digitalisierungsprozesse in der Sicherheitsbranche geschaffen hat. Apps für Alarmanlagen sind mittlerweile Standard. Und doch steht die Branche hier erst am Anfang der Entwicklung. Ohne Zweifel besteht in diesem Markt unglaubliches Potenzial.

Größte Herausforderung für Unternehmen der Branche sind neben dem Fachkräftemangel vor allem die Regulierung von Produkten. Viele Produkte müssen harmonisierten Normen entsprechen (CE-Kennzeichnung) oder aus anderen Gründen Normen einhalten. Diese können jedoch trotz intensiver Anstrengungen nicht so schnell aktualisiert werden. Ein weiterer Mangel besteht bei der Weiterqualifizierung über die gewerberechtliche Grundqualifikation hinaus und eine leistungsgerechte Bezahlung der MitarbeiterInnen. Das kommende Sicherheitsdienstleistungsgesetz ist eine weitere große Herausforderung: Ginge es nach den Vorstellungen des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW), sollte ein Gesetz verbindliche Anforderungen an Qualifikation, Schulungen und Weiterbildung aller Sicherheitsmitarbeiter und Führungskräfte für besondere Einsatzbereiche, insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen, beinhalten. Dies könnte gerade für kleine und mittelständische Sicherheitsunternehmen eine äußerst hohe Anforderung darstellen, der sie nicht gewachsen sein könnten.

Bei der Personalgewinnung und im Bereich Sicherheitstechnik spielt die Digitalisierung eine größere Rolle. Längst erfolgt die Personalgewinnung in digitalisierter Form; potenzielle Mitarbeiter informieren sich im Internet über das Unternehmen und geben dort meist digital ihre Bewerbung ab. Allerdings ist Personal teuer geworden. Allein die jüngst von der Bundesregierung beschlossene Mindestlohnerhöhung wird hier seinen Einfluss haben. Vermutlich wird es in den nächsten Jahren einen Trend in Richtung digitaler und autonomer Sicherheitstechnik geben. Bereits heute setzten Dienstleister wie das Berliner Unternehmen Ciborius einen Laufroboter Namens „Spot“ des US-Herstellers Boston Dynamics ein. Der Einsatz von Robotern mit Big-Data Analyse und KI-Algorithmen in der Sicherheit kann die Qualität und Zuverlässigkeit im Objektschutz noch einmal deutlich erhöhen.

Am erfolgreichsten werden die Unternehmen sein, die einen diffizilen Spagat hinbekommen. So müssen einerseits Digitalisierungstrends antizipiert und in nachhaltige, wertschöpfende Geschäftsmodelle transferiert werden. Andererseits darf das hohe Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Zudem gilt es, dass Gewerbe wieder attraktiver für ArbeitnehmerInnen zu machen, um so langfristig und nachhaltig wettbewerbsfähig zu sein.

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