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Deutsche Animationsfilme sind weltweit der Renner

Wie die Erfolgsprojekte künftig besser gefördert werden

Christiane Siemen, CEO Creative Europe Desk Hamburg Quelle: CED Hamburg Christiane Siemen CEO Creative Europe Desk Hamburg 22.03.2018
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info
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"Europäische Animationsprojekte sollen weltweit bekannter, Europa ein noch attraktiverer Ort für internationale Talente und ein guter Finanzierungsmarkt werden", beschreibt Christiane Siemen vom Creative Europe Desk Hamburg das Ziel des neuen europäischen "Animation Plan". In dem stehen ganz konkrete Maßnahmen.







Der deutsche Special-Effect-Künstler Gerd Nefzer hat einen Oscar gewonnen – nur ein Leuchtturm oder ist die deutsche und europäische VFX- und Animations-Branche in der Weltspitze angekommen?
Nefzers Oscar ist ja glücklicherweise nicht der erste "für" Deutschland, 2012 hat ihn z.B. die Frankfurter Pixomondo für die Spezialeffekte in "Hugo Cabret" bekommen. Pixomondo steuert auch seit Staffel 2 Spezialeffekte zu "Game of Thrones" bei, unter anderem die Drachen. Andere wie die Münchner ScanlineVFX wurden für ihre Arbeit zu Clint Eastwoods "Hereafter" oder "Captain America 2" für einen Oscar nominiert. Weil VFX digital sind, ist es ein sehr dezentralisiertes Gewerk und es ist in der Branche nicht unüblich geworden, dass (kleine oder große) Teile der Effekte von Firmen erstellt werden, die über den ganzen Globus verteilt sind - so wie der künstliche Regen, Schnee und Sturm aus "Blade Runner 2049". Zudem gibt es bereits seit vielen Jahren Messen wie die FMX, die absolut etabliert ist und jedes Jahr über 200 Speaker aus der ganzen Welt nach Stuttgart bringt, darunter auch von international bedeutenden Firmen wie Aardman Animations, Industrial Lights & Magic, Marvel Studios, Walt Disney Animation Studios oder Weta Digital.
 Auch Europa will sich mit einem „Animation Plan“ verstärkt um die Branche kümmern. Zwei wichtige Punkte sind Marktzugang und Finanzierung. Welche konkreten Instrumente wären aus Ihrer Sicht die effektivsten?
Durch den "Animation Plan" wird der Fokus im Creative Europe MEDIA Programm der EU auf Animation noch gestärkt. Europäische Animationsprojekte sollen weltweit bekannter, Europa ein noch attraktiverer Ort für internationale Talente und ein guter Finanzierungsmarkt werden. Beispielsweise hat das Programm in diesem Jahr zum ersten Mal einen eigenen Stand auf dem Markt in Annecy (MIFA) an dem sich europäische Firmen günstiger akreditieren und registrieren können, um ihre Verkaufstreffen optimal abzuwickeln. Bereits das aktuelle MEDIA Programm (2014-2020) bietet aber schon jetzt zahlreiche Fördermöglichkeiten und Initiativen, die die Animationsbranche in Entwicklung, Vertrieb, Promotion und Fortbildung unterstützen.

Rund 17% der in der Entwicklung von Creative Europe MEDIA geförderten Projekte sind Animationsfilme. Bei der Herstellungsförderung für TV-Projekte haben Animationsfilme in absoluten Zahlen einen Anteil von 20%, budgetär sogar einen Anteil von 26 %. Die lange Finanzierungsphase von Animationsfilmen unterstützt MEDIA, indem sie unterschiedliche Koproduktionsmärkte und Pitching-Events fördert, z.B. MIFA in Annecy, Cartoon Forum, Cartoon Movie oder auch Cartoon 360 für transmediale Animations-Projekte, die Animation Production Day in Stuttgart oder das Visegrad Animation Forum für Animationsfilme aus Zentral- und Osteuropa. Animationsfilme und -serien sind im Vergleich zu Realfilmen weltweit absolute Topseller: "Oops! Die Arche ist weg" der Hamburger Firma Ulysses Film wurde in jedes einzelne Land der Welt verkauft, "Die Biene Maja" in 160 Länder. In beiden Fällen wurden die Produktionsfirmen der Filme (Ulysses Filmproduktion und Studio100) von MEDIA auch in der Entwicklung unterstützt und waren mit fast 300.000 bzw. 800.000 Zuschauern auch große Erfolge an den deutschen Kinokassen.
 
Außerdem sollen die Talente gefördert und gehalten werden. Wie kann das geschehen?
Das MEDIA Programm unterstützt bereits zahlreiche Weiterbildungsangebote in Europa für VFX, 3D, Colourgrading oder zur Nachwuchs-Vernetzung. Ob das im neuen Programm nach 2020 noch weiter ausgebaut wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Hochschul-Standorte wie Ludwigsburg, La Poudrière in Frankreich oder Viborg in Dänemark tragen stark zu der Förderung von Talenten bei und bringen diese erst hervor. Dort wird auf internationalem Niveau unterrichtet und gelernt.

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