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12.12.2018
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DER MOBILFUNK KENNT KEINE SCHRECKSEKUNDE

Vodafone-Europachef will jedes Fahrzeug mit einer SIM-Karte ausstatten

Jochen Busch, IoT-Chef Zentraleuropa, Vodafone GmbH

Jochen Busch, IoT-Chef Zentraleuropa, Vodafone GmbH [Quelle: Vodafone GmbH]


Die Autos werden zum Smartphone auf Rädern. Das ist das Ziel von Jochen Busch, IoT-Chef Zentraleuropa bei Vodafone. Wie er in der Debatte auf Meinungsbarometer.info sagte, "sorgen wir dafür, dass Fahrzeuge über leistungsstarke Mobilfunknetze miteinander und mit der Infrastruktur sowie mit anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern 'sprechen'. Jedes Auto, jedes Fahrzeug wird mit mindestens einer SIM-Karte ausgestattet sein. So können sich Fahrzeuge gegenseitig ebenso vor Gefahren warnen, wie von anderen Verkehrsteilnehmern und auch beispielsweise von Ampeln gewarnt werden."


Autos sollen künftig zunehmend mit Sim-Karten ausgestattet werden. Wird das Auto bald zum rollenden Smartphone?
Wir sind als der weltweit bei der Vernetzung von Maschinen und Fahrzeugen führende Telekommunikationskonzern davon überzeugt, dass das Auto zum Smartphone auf Rädern wird. Wir sorgen dafür, dass Fahrzeuge über leistungsstarke Mobilfunknetze miteinander und mit der Infrastruktur sowie mit anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern „sprechen“. Jedes Auto, jedes Fahrzeug wird mit mindestens einer SIM-Karte ausgestattet sein. So können sich Fahrzeuge gegenseitig ebenso vor Gefahren warnen, wie von anderen Verkehrsteilnehmern und auch beispielsweise von Ampeln gewarnt werden. Selbst vor Gefahren, die für den Menschen noch gar nicht sichtbar sind. Zum Beispiel wenn ein Fußgänger um die Ecke an einer Kreuzung die Straße überquert, wenn hinter einer Bergkuppe ein Gegenstand auf der Fahrbahn liegt oder wenn in mehreren hundert Metern Entfernung ein Stau entsteht. Denn Mobilfunk kennt keine Schrecksekunde.

Welche Anwendungen für den Kunden sehen Sie mittelfristig als die wichtigsten an?
Am wichtigsten im Straßenverkehr ist die Sicherheit. Heute gibt es jeden Tag alleine in Deutschland neun Verkehrstote. Diese Zahl können wir drastisch reduzieren, wenn Autos per Mobilfunk miteinander, mit Fußgängern und sogar mit Ampeln sprechen. Wichtig wird außerdem der Faktor Zeit. 2017 gab es auf deutschen Straßen 1,5 Millionen Kilometer Stau. Das kostet 18 Millionen Berufspendler täglich Nerven und Zeit. Dabei werden zwei Drittel aller Staus durch menschliches Fahrverhalten verursacht – nicht durch Unfälle oder Baustellen. Wenn das Auto zum Smartphone auf vier Rädern wird, wird auf unseren Straßen aus Stillstand wieder Fortschritt. Denn Fahrzeuge können die Fahrweise dann perfekt aufeinander abstimmen und Stau von frühzeitig vermeiden.

Welche digitalen Technologien/Voraussetzungen braucht es nach Ihrer Einschätzung für das vernetzte und vollautonome Fahren?
Im Straßenverkehr der Zukunft braucht es übergreifende Technologien. Damit das autonome Auto sicher über unsere Straßen rollen kann, müssen Kameras, Sensoren, WLAN und Mobilfunk sich bestmöglich ergänzen. Wir brauchen doppelte Böden, um höchstmögliche Sicherheit zu generieren. Mobilfunk bietet dabei den Vorteil, dass Autos so auch bei dichtem Nebel oder in weiter Entfernung Gefahren oder Hindernisse erkennen. Mit der kommenden Mobilfunkgeneration 5G tauschen Verkehrsteilnehmer dann sämtliche Verkehrsdaten quasi in Echtzeit miteinander aus.

Kritiker monieren, dass das Auto mit Sim-Karte zur Datenkrake auf vier Rädern wird. Wie steht um den Datenschutz, wie können sich Verbraucher ggf. schützen?
Datensicherheit hat bei Vodafone höchste Priorität. Die Digital-Branche muss dem Kunden seine Datenhoheit zurückgeben. Wir brauchen Übersicht und Transparenz statt Kleingedrucktem und einem Flickenteppich von Freigaben. Nur das schafft Vertrauen. Und nur mit Vertrauen wird Digitalisierung gelingen.