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Interview26.07.2019

DAB+ hat sich europaweit als Standard etabliert

Warum 5G als Broadcast-System für den Hörfunk nicht kommen wird

Jochen Mezger - Leiter Geschäftsfeld Netztechnologien und Mitglied der Geschäftsleitung beim Institut für Rundfunktechnik GmbH Quelle: IRT Jochen Mezger Mitglied der Geschäftsleitung IRT
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"DAB und DAB+ wurden speziell für die Anforderungen einer terrestrischen Hörfunkverbreitung, wie hohe Verfügbarkeit und robuster Empfang, entwickelt", erklärt Jochen Mezger vom IRT. Sein Haus forscht auch in Sachen 5G-Broadcast.





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Welche Auswirkungen hat der Beschluss des Niedersächsischen Landtags - den Antrag der FDP Niedersachsen anzunehmen (Beendigung der Förderung von DAB+) - auf die Zukunft des digitalen Radioübertragungs-Standards in Deutschland?
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns bei Fragen zur Medienpolitik als technisches Forschungsinstitut zurückhalten und diese nicht beantworten möchten.

Laut dem Beschluss des Niedersächsischen Landtags ist DAB+ nur eine „Übergangslösung“ und digitales Radio werde „künftig über breitbandiges Internet wie den Mobilfunkstandard 5G“ übertragen. Für wie haltbar schätzen Sie diese Bewertung ein?
DAB und DAB+ wurden speziell für die Anforderungen einer terrestrischen Hörfunkverbreitung, wie hohe Verfügbarkeit und robuster Empfang, entwickelt. DAB+ ist seit 2011 in Deutschland im Einsatz und hat sich mittlerweile europaweit als Standard etabliert.

Unicast-Streaming von Hörfunkprogrammen über Mobilfunk ist bereits heute schon über LTE (4G) möglich. Allerdings orientiert sich beim Mobilfunk die Flächenversorgung an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Mobilfunkbetreiber und nicht an einer hohen Verfügbarkeit der Rundfunksender.

Sie forschen ganz speziell beim Projekt 5G TODAY, wie 5G gerade für den Rundfunk zu nutzen ist. Können Sie uns erläutern, inwieweit diese Technologie überhaupt für Radio ausgelegt ist?
Der europäische Rundfunk engagiert sich seit Jahren unter der Bezeichnung 5G Broadcast, den 5G-Standard so zu erweitern, dass die Verbreitung von linearen TV-Programmen zukünftig möglich sein wird. Dazu gehören ein Empfang ohne SIM-Karte, ein vollwertiger Rundfunkmodus und ein Senderbetrieb für eine großflächige Versorgung über die bestehende TV-Senderinfrastruktur. Die Standarderweiterung und die geplanten Versorgungsstrukturen orientieren sich an den Erfordernissen einer TV-Verbreitung.

Die speziellen Anforderungen des Hörfunks an die Verbreitung seiner linearen Inhalte, wie z.B. flächendeckende Versorgung und Regionalisierung, werden durch die Einführung von 5G-Broadcast nicht automatisch erfüllt. 5G-Hörfunk, d.h. die Übertragung von Hörfunkprogrammen über ein 5G-Broadcast-System wird nicht als eigenständiges System eingeführt werden können, dafür besitzt der Hörfunkmarkt nicht genügend wirtschaftliches Potential.

Zunächst gilt es jetzt die technischen Spezifikationen sowie die Verfügbarkeit von Chipsets und Endgeräten für die TV-Übertragung voranzutreiben und den Zugang zu Spektrum für 5G-Broadcast sicherzustellen.

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