Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview10.09.2015

Bekommt Erfurt das geplante MDR-Kinderradio?

Warum die Thüringer Landesmedienanstalt mit Nachdruck für den Standort wirbt

Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) Quelle: TLM Jochen Fasco Direktor Thüringer Landesmedienanstalt
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

Thüringen gilt als das Kindermedienland unter den deutschen Medienstandorten. Jetzt wirbt der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Jochen Fasco, dafür, dass sich anbahnende MDR-Kinderradio nach Erfurt zu holen. Was sich der Medienwächter vom neuen öffentlich-rechtlichen Kinderradio verspricht und warum ein weiteres Medienangebot für Kinder und Jugendliche so wichtig ist, verrät Jochen Fasco im Interview mit dem Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk.





Der MDR plant, ein neues digitales Kinderradio aufzusetzen. Wie bewerten Sie den Vorstoß aus Mitteldeutschland?
Die Zielgruppe Kinder ist medienbezogen sicherlich noch ausbaufähig. Soweit ich von den Plänen zum Kinderradio über die Medien erfahre, kann man sich freuen, wenn die Jüngeren und Jüngsten gerade auch über das oft unterschätzte Medium Radio noch ernster genommen werden.

Ein öffentlich-rechtliches Kinderradio war schon lange überfällig. Gerade in Thüringen gibt es bislang nur wenige Programmangebote für Kinder.

Der MDR plant das Kinderradio künftig am Standort Erfurt. Wird damit das Kindermedienland Thüringen um eine wichtige Farbe erweitert und der Standort Erfurt gestärkt?
Thüringen ist Kindermedienland und führt hier viele Themen und Akteure zusammen. Erfurt ist mit dem Kinderkanal von ARD und ZDF und dem Kindermedienfestival Goldener Spatz Kindermedienstadt. Auch die Thüringer Landesmedienanstalt bietet z. B. im Bereich Medienbildung und durch die Bürgermedien viele Angebote im Bereich Kinder und Jugendliche im Freistaat an. Sofern Erfurt Sitz eines solchen neuen Radioangebotes werden kann, wäre dies eine sehr gute Wahl und für alle Seiten ein Gewinn.

Sollte das Angebot des MDR gleich als bundesweites Angebot aufgesetzt werden oder entstünde so eine unnötige Konkurrenz zu privaten Veranstaltern, wie beispielsweise Radio TEDDY?
Natürlich kann man die Position vertreten, dass öffentlich-rechtliche Angebote „unnötige Konkurrenz“ für kommerzielle Initiativen sind. Radio TEDDY und weitere private Radioangebote werden sicherlich interessiert die Aktivitäten beim MDR betrachten. Daneben gibt es bereits deutschland- und landesweite öffentlich-rechtliche Formate, wie Kakadu vom D-Radio, Kiraka vom WDR oder Mikado vom NDR. Wenn es um die vernachlässigte Radio-Zielgruppe Kinder und Jugendliche geht, sollten wir weniger die negativen als die positiven Seiten der Konkurrenz im Auge haben: mehr gute Angebote sind da grundsätzlich begrüßenswert.

Derzeit läuft beim MDR ein Drei-Stufen-Test. Wie bewerten Sie die Tatsache, dass der Test in den deutschen Sommerferien stattfindet? Haben Dritte, wie die privaten Programme, damit ausreichend Zeit, zu den MDR-Plänen Stellung nehmen zu können?
Sommerferien in Deutschland gehen insgesamt über einen längeren Zeitraum. Außerdem kann dies weniger „Schutz“ sein, sondern auch Freiraum geben, sich mit den notwendigen Fragen intensiv auseinanderzusetzen.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Claus Grewenig
Geschäftsführer
VPRT

Claus Grewenig, Geschäftsführer des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT)
Digitalradio | DAB+

VPRT sieht MDR-Pläne für neues ■ ■ ■

Warum die Öffentlich-Rechtlichen ihr Konzept ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Claus Grewenig
Geschäftsführer
VPRT

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Katrin Helmschrott
Geschäftsführerin
RADIO TEDDY

Katrin Helmschrott, Geschäftsführerin Radio TEDDY
Programme | ARD

Privates Kinderradio will Marktführer ■ ■ ■

Warum Radio TEDDY keine Angst vor einem ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Katrin Helmschrott
Geschäftsführerin
RADIO TEDDY

ZUR FACHDEBATTE
■■■ DIESE FACHDEBATTEN KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN
Uwe Schimunek

INITIATOR
Uwe Schimunek
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

Dipl.- Journ. Thomas Barthel

INITIATOR
Dipl.- Journ. Thomas Barthel
Founder & Herausgeber
Meinungsbarometer.info

Uwe Rempe

INITIATOR
Uwe Rempe
Freier Journalist
Meinungsbarometer.info

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.