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07.12.2019
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WIE DIE ANMELDUNG AN DER REZEPTION ÜBERFLÜSSIG WERDEN KÖNNTE

Und wie der digitale Meldeschein richtig sinnvoll würde

Dirk Klein - Vorstandsmitglied bei Landurlaub Mecklenburg e.V.

Dirk Klein - Vorstandsmitglied bei Landurlaub Mecklenburg e.V. [Quelle: UnternehmensGrün Stefanie Loos]


"Leider betrachten wir viel zu selten die Möglichkeiten eines vollumpfänglichen Prozesses, von dem auch der Gast, die Kurverwaltung, das Statistische Landesamt usw. durch diese Gesetzesänderung profitieren könnten", sagt Dirk Klein vom Landurlaub Mecklenburg e.V. Richtig sinnvoll wären die Neuregelungen für den Gast, wenn neue Services ermöglicht würden.


Ab Januar 2020 soll der digitale Meldeschein für Hotels weniger Bürokratie bringen. In MV haben Sie damit schon Erfahrungen, wird dieses Ziel mit den Neuregelungen aus Ihrer Sicht erreicht?
Wenn man die einfache digitale Unterschrift an einem Tablet an der Rezeption als Prozess digitaler Meldeschein wertet, wird es vermutlich relativ schnell gehen. Das ist eine kleine bürokratische Vereinfachung für den Hotelier. Leider betrachten wir viel zu selten die Möglichkeiten eines vollumpfänglichen Prozesses, von dem auch der Gast, die Kurverwaltung, das Statistische Landesamt usw. durch diese Gesetzesänderung profitieren könnten.

Es soll allerdings keinen Zwang für digitale Meldungen geben. Wie lange sollte aus Ihrer Ansicht nach die Meldung auf Papier noch möglich sein?
Bis zum heutigen Tag gibt es noch einen Großteil von Vermietern, hauptsächlich im Bereich privater Vermietungen, die der Meldescheinpflicht überhaupt nicht nachkommen. Fragen Sie beispielsweise mal einen Airbnb-Nutzer, ob er jemals einen Meldeschein ausgefüllt hat. Die Meldescheinpflicht sollte aus meiner Sicht erstmal durchgesetzt werden, egal ob via Papier oder digital, oder man entscheidet sich, diese abzuschaffen.

Wie wird beim komplett digitalen Anmeldevorgang der Datenschutz sichergestellt?
Auch diese Frage drehe ich erstmal um, wie wird der Datenschutz denn über den bisherigen Anmeldevorgang sichergestellt? Ein deutscher Gast muss in einem deutschen Hotel nicht einmal den Ausweis vorlegen oder sich anderweitig identifizieren, es reiche die Angaben, die er handschriftlich auf dem Meldeschein hinterlegt inkl. Unterschrift, ob diese korrekt sind, wird meist nicht geprüft und darf teilweise nicht geprüft werden. Die Meldescheine werden dann vom Hotelier meist an der Rezeption verwahrt, in den seltensten Fällen entsprechend den Anforderungen des Datenschutzes - was auch oft gar nicht zu jeder Zeit möglich ist. Die Hinweise zum Datenschutz erfolgen in vielen Hotels mittlerweise auf diesem Meldeschein, allerdings betriftt das meist nur die Speicherung der Daten im Hotelprogramm und wird in den seltensten Fällen aktualisiert. Dabei gibt es noch so viele weitere Informationspflichten, von der WLAN-Nutzung bis zum Gästetablet usw. - dies könnte man in einem digitalen Anmeldevorgnag viel besser integrieren und auch archivieren.

Welche Erleichterungen kann der digitale Meldeschein für die Reisenden bringen?
Wenn es nur um eine digitale Unterschrift auf dem Tablet an der Rezeption geht, bringt er überhaupt nichts. Der wirkliche Nutzen für den Gast entsteht erst, wenn er einen Precheckin, MobileCheckin, digitale Kurkarte usw. nutzen kann, so dass eine Anmeldung an der Rezeption nicht mehr notwendig ist. Dazu gibt es eine kurze Pressemitteilung unseres Punkteplans für einen optimalen digitalen Checkin-Prozess.*

* https://betterspace360.com/de/pressemeldung/digitale-agenda-haffhus/