Menue-Button
← FACHDEBATTE
Interview11.11.2016

Wettbewerbsvorteil für das Radio schmilzt

Bayerischer Erfolgssender fordert neue Ideen und Mehrwerte

Michael Schmittner, Redaktionsleiter Online bei Radio Arabella Quelle: Radio Arabella Michael Schmittner Redaktionsleiter Radio Arabella
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
ZUR FACHDEBATTE

Radio Arabella ist der erfolgreichste regionale Privatsender Bayerns. Darauf ausruhen will sich der Onlinechef des Senders, Michael Schmittner, jedoch nicht. Noch habe das Radio einen großen Wettbewerbsvorteil, quasi einen historischen Bonus. "Jetzt gilt es, diesen Vorteil auszubauen und zu festigen." Dafür werden nach Auffassung Schmittners  innovative Angebote benötigt, die dem Hörer einen deutlichen Mehrwert bieten. "Mit aktuellen Hits allein ist dieser Wettkampf mit Sicherheit nicht zu gewinnen."





Welche Bedeutung haben die Radiodisplays für Ihr Programm?
Radio ist ein modernes, und sich stets weiterentwickelndes Massenmedium. Die Zeiten, als Stereo UKW dabei das Maß aller Dinge war, sind schon seit Jahren vorbei. Radio Arabella ist Teil dieser Entwicklung und setzt daher auch ganz gezielt auf Radiodisplays und Technologien wie Smartphone-Apps und Instant-Messaging.

Welche Inhalte verbreiten Sie dort?
Aktuell spielen wir über unser Streaming-Angebot die klassischen Meta-Daten wir Interpret, Titel und Cover-Artwork aus. Die Anlieferung über Dynamic Label zu unserem Programm auf DAB+ startet  zudem in den nächsten Tagen.

Was wäre künftig denkbar, vielleicht eine Art Pinterest?
Die Grenzen zwischen reinen OnAir-Inhalten und multimedial angereicherten Beiträgen schwinden schon jetzt immer mehr. Wo man heutzutage meistens noch auf zusätzliche Kanäle wie die eigene Internetseite oder Facebook angewiesen ist, werden in Zukunft intelligente und vernetzte Audio-Systeme zum Einsatz kommen, die dem Hörer die Inhalte unmittelbar anbieten.

Welche Rolle spielen die modernen Car-Infotainment-Systeme in Ihren Überlegungen in Bezug auf die Ausspielung audiovisueller Inhalte?
Der Weiterentwicklung vom einfachen Abspielgerät hin zum Online-Unterhaltungssystem mit den entsprechenden Rückkanälen ist ein gewaltiger Paradigmenwechsel für die Radiobranche. Ein terrestrisches Verbreitungsgebiet gehört damit ebenso der Vergangenheit an, wie die Beschränkung auf einige wenige Rundfunkanbieter. In einem Konkurrenzumfeld mit Apple, Amazon, Spotify, YouTube & Co. kann Radio nur erfolgreich bestehen, wenn es seine Kernkompetenzen (Aktualität, Lokalität, persönliche Höreransprache) zu nutzen weiß und diese mit neuen Inhalten und Produkten kombiniert. Location Based Services (u.a. für Wetter, Verkehr, Warnhinweise) gehören genauso dazu, wie innovative, audiovisuelle Werbe- und Unterhaltungskonzepte.

Dort sein, wo die Hörer sind - wie gut ist das klassische Radio künftig im Kampf um mobile Relevanz aufgestellt?
Radio hat noch einen großen Wettbewerbsvorteil, quasi einen historischen Bonus. Die Hörer sind alle mit „ihrem“ Radio aufgewachsen und Radio hat daher einen festen Stellenwert im aktuellen Medienmix. Diesen Vorteil gilt es aber nun auszubauen und zu festigen – und das schnell. Benötigt werden daher innovative Angebote die dem Hörer einen deutlichen Mehrwert bieten. Mit aktuellen Hits allein ist dieser Wettkampf mit Sicherheit nicht zu gewinnen.

UNSER NEWSLETTER
Newsletter bestellen JETZT BESTELLEN
■■■ WEITERE BEITRÄGE DIESER FACHDEBATTE

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Jan Knauf
Bereichsleiter Content
ERF Medien

Jan Knauf, Bereichsleiter Redaktion/Produktion bei ERF Medien
DAB+ | Programme

Smartphone mit Vorsprung im Auto

Warum die Radiodisplays Car-Play-tauglich ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Jan Knauf
Bereichsleiter Content
ERF Medien

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Erwig
Vice President
TomTom

Andreas Erwig, Vice President Business Development and Business Operations, TomTom Traffic and Travel Information PU
Datendienste | Produktion

DAB+ mit Schwächen im Auto

Warum der Rundfunk mit Internetdiensten ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Erwig
Vice President
TomTom

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Enders
Geschäftsführer
KULTRADIO

Andreas Enders, Geschäftsleitung Kultradio.fm
Digitalradio | DAB+

Bilder auf dem Display sprechen für DAB+

Warum die DAB+ Slideshows sinnvoller sind als ■ ■ ■

EIN DEBATTENBEITRAG VON
Andreas Enders
Geschäftsführer
KULTRADIO

ZUR FACHDEBATTE

ÜBER UNSERE FACHDEBATTEN

Meinungsbarometer.info ist die Plattform für Fachdebatten in der digitalen Welt. Unsere Fachdebatten vernetzen Meinungen, Wissen & Köpfe und richten sich an Entscheider auf allen Fach- und Führungsebenen. Unsere Fachdebatten vereinen die hellsten Köpfe, die sich in herausragender Weise mit den drängendsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen.

überparteilich, branchenübergreifend, interdisziplinär

Unsere Fachdebatten fördern Wissensaustausch, Meinungsbildung sowie Entscheidungsfindung in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Gesellschaft. Sie stehen für neue Erkenntnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Mit unseren Fachdebatten wollen wir den respektvollen Austausch von Argumenten auf Augenhöhe ermöglichen - faktenbasiert, in gegenseitiger Wertschätzung und ohne Ausklammerung kontroverser Meinungen.

kompetent, konstruktiv, reichweitenstark

Bei uns debattieren Spitzenpolitiker aus ganz Europa, Führungskräfte der Wirtschaft, namhafte Wissenschaftler, Top-Entscheider der Medienbranche, Vordenker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sowie internationale und nationale Fachjournalisten. Wir haben bereits mehr als 600 Fachdebatten mit über 20 Millionen Teilnahmen online abgewickelt.

nachhaltig und budgetschonend

Mit unseren Fachdebatten setzen wir auf Nachhaltigkeit. Unsere Fachdebatten schonen nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch das eigene Budget. Sie helfen, aufwendige Veranstaltungen und überflüssige Geschäftsreisen zu reduzieren – und trotzdem die angestrebten Kommunikationsziele zu erreichen.

mehr als nur ein Tweet

Unsere Fachdebatten sind mehr als nur ein flüchtiger Tweet, ein oberflächlicher Post oder ein eifriger Klick auf den Gefällt-mir-Button. Im Zeitalter von X (ehemals Twitter), Facebook & Co. und der zunehmenden Verkürzung, Verkümmerung und Verrohung von Sprache wollen wir ein Zeichen setzen für die Entwicklung einer neuen Debattenkultur im Internet. Wir wollen das gesamte Potential von Sprache nutzen, verständlich und respektvoll miteinander zu kommunizieren.