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Interview25.05.2016

Web-Radiomacher sieht Multimedia als Ergänzung

Auf welche Formate detektor.fm setzt

Christian Bollert, Geschäftsführer detektor.fm Quelle: detektor.fm Christian Bollert Geschäftsführer detektor.fm
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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"Radiosender müssen im Netz einen sinnvollen Mix von Formaten anbieten", sagt Christian Bollert, Geschäftsführer detektor.fm. Allerdings sollten sie nicht versuchen, zu Fernsehsendern zu werden, denn "das können andere meist besser."





Webcam im Studio, Clips von Gästen – welche visuellen Inhalte braucht das moderne Radio heute und in Zukunft?
Radiosender müssen im Netz einen sinnvollen Mix von Formaten anbieten. Sicher kann es sich heute kein onlinegetriebener Sender mehr erlauben, ganz auf visuelle Inhalte zu verzichten. Wir gehen bei detektor.fm jedoch weiterhin davon aus, dass visuelle Inhalte eine Ergänzung zum Audio sind. So wie Bilder auf unserer Webseite Nutzer aktivieren sollen, das Audio zu nutzen, sind auch Videoinhalte immer ein Mittel Menschen für unsere Audioinhalte zu gewinnen. Durch Plattformen wie YouTube oder Facebook hat Video in den letzten Jahren eine wachsende Bedeutung gewonnen. Aus unserer Sicht sollten Radiosender jedoch aufpassen, dass sie nicht zu Fernsehsendern werden. Denn das können andere meist besser.

BBC-Moderator Greg James bricht mit einem Video mit Talyor Swift gerade Click-Rekorde. Welche besonderen Videoformate gibt es in Ihrem Hause?
Bei uns werden beispielsweise Sessions von Bands in unserem Studio auch als Video aufgezeichnet und als Video verteilt. Wir übertragen auch Programmhöhepunkte wie Radiokonzerte über unsere Apps (mobile, Smart-TV), unsere Webseite und youtube live als Videostream. Im Mittelpunkt steht jedoch immer das Audio. YouTube- und Facebook-Videos sind für uns spannende Ausspielwege und die Chance, neue Nutzer auf unser Programm aufmerksam zu machen.

Nutzen Sie Meerkat, Periscope oder ähnliche Streaming-Apps – und wenn ja für welche Übertragungen?
Wir testen viel bei detektor.fm. Beide Apps haben wir schon für programmbegleitende Aktionen genutzt. Beispielsweise haben wir per Facebook-Live ein Interview mit dem Sänger angeteast, was wenige Minuten später dann im Livestream zu hören war.

Der neuste Social-Media-Hype ist der Versand von Bildern oder Clips über Snapchat. Wie ist Ihr Haus auf Snapchat unterwegs?
Für uns ist Snapchat zum aktuellen Zeitpunkt nicht interessant. Unsere hintergründigen und analytischen Beiträge und Themen passen aktuell nicht in die schnelle und bunte Snapchat-Welt. Wir beobachten aber natürlich die Entwicklung von neuen Plattformen immer sehr genau und werden reagieren, wenn wir einen Mehrwert für uns erkennen.

Wie muss sich die Ausbildung von Radiojournalisten für die Produktion multimedialer Inhalte künftig ändern?
Radiojournalisten sollten - wie bisher auch - offen für neue Technologien und Plattformen bleiben. Kein Mensch kann heute sagen, wie die Audiowelt in fünf oder zehn Jahren aussieht. Möglicherweise werden sprachgesteuerte Endgeräte von Google oder Amazons Echo ein wichtiger Gatekeeper für Audioinhalte. Vielleicht aber auch nicht. Radiojournalisten sollten in der Lage sein, aktuelle Trends zu bewerten und auf den Nutzen für Radio- und Audioinhalte abzuklopfen. Vermutlich sind die Entwicklungen bei Spotify, Audible oder Google deutlich wichtiger für Radiomacher als die nächste Videoplattform. Für diese ständigen Analysen und Entscheidungen sollten junge Radioleute ausgebildet werden.

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