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Interview19.07.2016

Radio muss die Marke visualisieren

Wie multimedial N-JOY ist

Norbert Grundei, Programmchef von N-JOY Quelle: N-JOY Norbert Grundei Programmchef N-JOY
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Highlight-Videos aus dem Studio, aber auch Bewegtbild aus anderen Locations - N-JOY setzt laut Programmchef Norbert Grundei auf durchdachte multimediale Konzepte. Bei der Morningshow „Kuhlage und Hardeland“ wurde von vornherein "Wert darauf gelegt, dass die Personalitys multiplattform-fähig sind".





Webcam im Studio, Clips von Gästen – welche visuellen Inhalte braucht das moderne Radio heute und in Zukunft?
Vorweg: Das Medium Radio funktioniert auch ohne Video. Es gibt Stand heute keine bessere Kombination aus Musik, Inhalten und Personality als das Radio. Darüber hinaus ist es aber sinnvoll, Radiomarken digital weiterzuentwickeln. Dazu gehören visuelle Inhalte, die auf durchdachten Konzepten basieren. Es reicht nicht, einfach das Studio mit einer Webcam abzufilmen. Es geht darum, die Marke zu visualisieren, nicht das Studio. Wir machen beides: Highlight-Videos aus unserem Studio, aber auch Bewegtbild aus anderen Locations.

BBC-Moderator Greg James bricht mit einem Video mit Talyor Swift gerade Click-Rekorde. Welche besonderen Videoformate gibt es in Ihrem Hause?
Wir haben bereits bei der Konzeption unserer Morningshow „Kuhlage und Hardeland“ Wert darauf gelegt, dass die Personalitys multiplattform-fähig sind. Die beiden sind unsere Identifikationsfiguren in sehr unterschiedlichen Videoformaten. Wir sind der Überzeugung, dass auf aktuelle Inhalte und Stimmungslagen zugeschnittene Videos besser performen, als lang laufende Formate. Zudem wollen wir den guten Ideen aus dem Kreativteam Raum geben und flexibel auf aktuelle Entwicklungen reagieren können.

Beispiele sind „Kuhlage klärt auf“ ( http://www.n-joy.de/kuhlage_hardeland/Kuhlage-deckt-auf-Facebook-Geruechte,kuhlage568.html),
„Die letzte Nachricht“ (http://www.n-joy.de/leben/Die-letzte-Nachricht,kopfhoch128.html),
Wespenvideo (http://www.n-joy.de/radio/morningshow/WespenAbwehrTypenmp4,wespen144.html )
und "Im Käfer mit Scooter" (http://www.n-joy.de/radio/morningshow/So-habt-Ihr-Scooter-noch-nie-gehoert,scooter222.html).

Nutzen Sie Meerkat, Periscope oder ähnliche Streaming-Apps – und wenn ja für welche Übertragungen?
Live ist die große Stärke von Radio, daher sind das interessante Testfelder für uns. Wir haben bereits Periscope ausprobiert und nutzen Event-bezogen Facebook Live für Reportagen von interessanten Ereignissen und Orten.

Der neuste Social-Media-Hype ist der Versand von Bildern oder Clips über Snapchat. Wie ist Ihr Haus auf Snapchat unterwegs?
Wir nutzen Snapchat mit unseren Moderatoren anlassbezogen bzw. schaffen selbst dafür das Event. So haben wir mit unseren Tagesmoderatoren Snapchat-Tage veranstaltet, an denen unsere Snapchat-Freunde die Personalitys einen ganzen Tag über die Story-Funktion begleiten konnten. Damit hatten wir einen beachtlichen Erfolg. Ebenso snappen wir von Großveranstaltungen, wie gerade kürzlich von der N-JOY Starshow.

Wie muss sich die Ausbildung von Radiojournalisten für die Produktion multimedialer Inhalte künftig ändern?
Die Plattformen werden sich weiter ausdifferenzieren. Das hat zur Folge, dass es weniger Allrounder gibt, die alle Kanäle gleichermaßen beherrschen – und mehr Spezialisten. Eine perfekte Radiosendung und ein perfektes Snapchat-Format sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Insofern glaube ich, dass drei Faktoren wichtig für die Zukunft sind: Eine gute journalistische Ausbildung, die ein breites Fundament legt und am Ende Spezialisierung ermöglicht. Eine große Offenheit für die Schnittstellen zwischen Journalismus und Technologie. Und die Bereitschaft, sich im Laufe eines Berufslebens immer wieder mit neuen Plattformen und Technologien auseinanderzusetzen.

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