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Interview16.06.2015

Vermarktung: Zweifel am Digitalradio

Worauf Radioveranstalter bei der Werbung achten sollten

Jörg Brandt, Head of Radio bei der Omnicom Media Group Germany (OMD & PHD) Quelle: Omnicom Media Group Germany Jörg Brandt Director Investment & Accountability Omnicom Media Group Germany
INITIATOR DIESER FACHDEBATTE
Alexander Hiller
Redakteur
Meinungsbarometer.info
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Am 18. Juni findet in Düsseldorf wieder der zentrale Gipfel der Entscheider aus Werbe- und Radiowirtschaft statt. Bereits im Vorfeld der "Radio Advertising Summit" haben wir mit Jörg Brandt, Head of Radio bei der Omnicom Media Group Germany, über neue Vermarktungsstrategien gesprochen. Für das Digitalradio DAB+ hat der Marketingexperte nicht die besten Prognosen.





Die Stärken des klassischen UKW-Radios für die Markenkommunikation sind bekannt. Doch laut aktueller Studien kann Radio noch mehr? Welche Perspektiven haben Internetradio oder das terrestrische Radio DAB+?
Die Mediennutzung ist im Wandel und davon ist auch Radio nicht ausgenommen. Die Hauptnutzung findet weiterhin über UKW statt. Allerdings geht dieser klassische Beitrag sukzessive zurück. Im gleichen Maße steigt die Nutzung alternativer Übertragungswege, vor allem Webradio, an. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen. Der Übertragungsweg ist eigentlich weniger für die Hörer, sondern vielmehr für die Anbieter interessant. Hier bietet vor allem Webradio, zumindest  theoretisch, die Vorteile des Internets mit seiner Rückkanalfähigkeit. Allerdings obliegen die Audiostreams anderer technischer Spezifikationen, so dass hier noch die ein oder andere Hürde genommen werden muss. Doch dann wären auch solche Themen wie Programmatic Buying möglich und man wäre tatsächlich in der digitalen Welt angekommen. DAB+ ist eben genau aus diesen Gründen keine wirkliche Alternative - man wird sehen, was aus dieser politisch getriebenen Technik letztendlich wird.

Der Soundexperte John Groves hatte kürzlich darauf hingewiesen, dass klassische Bewegtbildwerbung in ihrer Bedeutung künftig kleiner werden wird dafür aber Werbung mit akustischen Reizen an Bedeutung gewinnt. Könnte davon das Radio profitieren?
Interessante These, die wir aktuell nicht bestätigen können. Wir gehen weiter von Wachstum bei Bewegtbild aus. Nichtsdestotrotz wird auch der digitale Audiomarkt weiter wachsen und somit seine Bedeutung als Werbeträger zunehmen. Hier spielt sicher auch die Zunahme der mobilen Nutzung eine wichtige Rolle. Gerade Audioinhalte sind für die mobile Nutzung ideal.

Welche Radiokampagnen laufen heute sehr gut, wie werden Klick- oder Kaufanreize im Netz intelligent generiert? Worauf sollten Radioveranstalter achten?
Bekanntermaßen hat Radio seine Stärke als Aktivierungsmedium. Dies gilt nicht nur für den direkten Abverkauf, sondern auch indirekt. So steigert Radio auch den Internettraffic und das in der Regel zu wirtschaftlich exzellenten Konditionen. Das ist jetzt keine völlig neue Erkenntnis. Mir scheint nur, dass dies nicht immer die entsprechende Wertschätzung bekommt. Den Nachweis dafür anzutreten ist weiterhin eine große Herausforderung. Durch Aktionen wie die Gattungsinitiative Audioeffect werden hier wertvolle Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden.

Wo sehen Sie noch Defizite in Bezug auf Radiokampagnen, wo geht die Reise hin und wird Radio auch in Zukunft ein einträgliches Geschäft für Werbetreibende sein?
Radio oder besser Audio wird weiterhin ein relevantes Massenmedium sein. Die Digitalisierung schreitet auch hier weiter voran. Im Herbst 2015 wird es das erste Mal gemeinsame Leistungswerte für analoge und digitale Audio-Angebote geben. Damit sind wir einen großen Schritt weitergekommen.

 

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